Zusammenhalt und Kameradschaft – immer wieder lief es genau darauf zu. Das macht die Feuerwehr Bodman-Ludwigshafen aus und erhält viel Lob. Das sagte nicht nur Gesamtkommandant Steffen Bretzke bei der diesjährigen Hauptversammlung, sondern konnten auch andere unterstreichen. Frank Renner, Abteilungskommandant von Ludwigshafen, betonte: „Kameradschaft stärkt das Team und die Leistungsfähigkeit.“
Für die Ehrenamtlichen sind die Kameradschaften und gemeinsame Aktivitäten ein wichtiger Bestandteil des Feuerwehrlebens. Das geht weit über die regelmäßigen Proben hinaus, wie die Berichte der Abteilungskommandanten Frank Renner (Ludwigshafen) und Ingo Jäck (Bodman) oder der beiden Schriftführer Verena Korn (Ludwigshafen) und Roland Gocz (Bodman) zeigten.

Alle vier hatten so einige Beispiele von Ausflügen, Festen und mehr dabei, die ein detailreiches Bild zeichneten. Dabei stach für das Jahr 2025 ganz besonders das Kreisfeuerwehrzeltlager heraus. Der Aufwand habe sich mehr als gelohnt – die Teilnehmer hätten unglaublich viel Spaß gehabt und die Feuerwehr habe von allen Seiten riesiges Lob erhalten.
Kreisfeuerwehrzeltlager war ein prägendes Ereignis
Jugendwart Niko Seemann erzählte, im Landkreis spreche man von neuen Maßstäben, die Bodman-Ludwigshafen und Espasingen mit der Gemeinschaftsveranstaltung gesetzt hätten. Das Zeltlager war auch in seinem Bericht ein wichtiger Bestandteil. „Es hat viel Spaß gemacht und hat sich gelohnt“, sagte er. „Das wird so schnell keiner vergessen.“ Bretzke ergänzte: „Wir haben ein Signal gesetzt und gezeigt, dass wir gemeinsam alles schaffen.“ Und Bürgermeister Christoph Stolz sagte: „Das war eine megastarke Leistung.“

Auch Verena Korn wies auf den Erfolg bei der mehrtägigen Veranstaltung hin, da Ludwigshafen dort zwei mal Gruppengold und Mausgold geholt habe. Bei nicht so tollem Wetter habe man mit und beim Zeltlager gezeigt, was Kameradschaft bedeute.
Ihr Fazit zu den vielen Festen und Aktionen: „Die Feuerwehr ist im Gemeindeleben stets präsent.“ Dasselbe war natürlich auch in Bodman der Fall – Roland Gocz hatte ebenfalls eine lange Liste an Festen und Aktivitäten, zu denen der Maihock und einige Arbeitseinsätze am Neubau gehörten.



Eine amüsante Anekdote gab es von einem Besuch in der Partnerstadt Mügeln, wo Markus Sauter beim Volksschießen des Schützenfestes Schützenkönig geworden ist. Und als starke Leistung hob Jäck auch die „unzähligen Stunden Eigenleistung“ der Wehrmitglieder beim Anbau an das Gerätehaus Bodman hervor.
Erfolge in der Weiterbildung für Einsätze
Die Abteilungen hatten für sich und als Gesamtwehr ein anstrengendes, aber sehr erfolgreiches Jahr. Die Zahl der Mitglieder ist leicht gestiegen und einige Mitglieder konnten sich durch Ausbildungen weiterqualifizieren, was bei Einsätzen sehr wertvoll sein wird. So berichtete Frank Renner zum Beispiel für Ludwigshafen von fünf neuen Atemschutzträgern. Auch andere Fortbildungen waren erfolgreich, zudem sind in beiden Ortsteilen derzeit jeweils drei Mitglieder in Grundausbildung. Neben neuen Infoabenden für Fortbildungen beschrieb Renner auch, wie es nun Themengebiete für die Proben gebe.

Die Kassenwarte hatten so einige Zahlen dabei, die jeweils die guten Finanzen der Abteilungen bewiesen, aber auch die Unterstützung aus den Orten. Denn immerhin kommen Einnahmen auf den Festen von den zahlreichen Besuchern, die ihre Feuerwehrfeste lieben.
2025 gab es 20 Menschenrettungen
Insgesamt war die Feuerwehr Bodman-Ludwigshafen im vergangenen Jahr 75 Mal im Einsatz. Dazu kamen laut Steffen Bretzke 45 Einsätze der Drohneneinheit, so dass es für die, die bei beidem dabei sind, 110 Einsätze waren. Die 75 Einsätze schlüsselte er nach der Art auf. 20 seien Menschenrettungen gewesen. „Das ist viel“, so Bretzke.



15 Mal sei die Drehleiter aus Stockach vor Ort gewesen, sechs Mal sei die Feuerwehr zur Überlandhilfe nach Sipplingen (5 Mal) und nach Singen (1 Mal) unterwegs gewesen. Über das Jahr verteilt habe es vier aufwendige Öleinsätze gegeben – das unterscheide 2025 deutlich von den Vorjahren. Tatsächlich seien von den Einsätzen gerade mal zwei wegen Bränden gewesen.
Da auf seiner Liste „Sonstige Einsätze“ etwas geheimnisvoll klangen, löste Bretzke das Rätsel auf: Unter soetwas falle zum Beispiel ein ungefahrener Hydrant oder eine Katze in einem Baum, die ihre Rettung nicht so toll gefunden habe.
Sehr unschön und bedenklich: Bretzke erzählte, wie er bei einem Einsatz mit einem Fußtritt angegriffen worden sei. Er habe den Mann angezeigt und dieser sei später zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt worden. Darüber zeigte er sich enttäuscht, denn: „Für mich geht es gar nicht, dass Einsatzkräfte angegriffen werden.“
Drei wichtige Themen in diesem Jahr
Im aktuellen Jahr werde das Thema Einsatzstellenhygiene sehr wichtig und vorangebracht, schilderte Bretzke. Er habe bereits Geld bei der Gemeinde beantragt, da an Einsatzstellen die Schwarz-Weiß-Trennung eingeführt werden solle. Das bedeutet: Umziehen an der Einsatzstelle, damit Brandschutz und möglicherweise gefährliche Stoffe nicht in die Einsatzwagen oder die Gerätehäuser kommen.

Da das alte Löschfahrzeug LF 8, das jahrelang draußen gestanden habe, mit Hilfe der Gemeinde eine Garage auf dem Karle-Areal bei der Kirche erhalten hat, ist nun der Weg für die Beantragung des neuen Fahrzeugs frei: Bretzke erklärte, für das MLF als Ersatz für das LF 8 müsse ein Stellplatz nachgewiesen werden, um die Förderung zu erhalten – dieser sei nun vorhanden.
Und die dritte gute Nachricht: „Die Planung des neuen Gerätehauses für Ludwigshafen nimmt Fahrt auf.“ Bretzke sagte, inzwischen gebe es einen Ausschuss aus Vertretern des Gemeinderats und der Feuerwehr, um alles auszuarbeiten. Bürgermeister Christoph Stolz ging in seiner Rede weiter ins Detail: Wir haben den Änderungsantrag für den Flächennutzungsplan eingereicht“, erklärte er im Hinblick auf das Grundstück gegenüber des Caravan-Centers.
Noch mehr Lob und bewegende Worte zu Sucheinsatz
Er sei sehr stolz auf die Wehr und konnte nur alles Positive aus den vorangegangenen Berichten bestätigen. „Bei der Feuerwehr herrscht immer Freude und Energie. Bleibt wie ihr seid! Die Verwaltung und die Bevölkerung sehen, wie ihr euch einbringt.“

Dafür hatte er ein Beispiel dabei, das genau das zeigte, aber auch ein bisschen einen Kloß im Hals zur Folge hatte. Im November hatte die Feuerwehr nach einem Senior aus dem Ort gesucht, der verschwunden war. Er wurde erst an Silvester gefunden und Anfang Januar beerdigt. Christoph Stolz las den Dankesbrief der Familie vor. Sie seien von der Suchaktion tief bewegt gewesen und froh, dass ihr Familienmitglied gefunden worden sei und sie ihn beerdigen konnte.
„Wir sind hier alle füreinander da“, schloss Stolz seine Rede. Die Bestätigung dafür und den starken Zusammenhalt kam am Ende noch bei einem kurzen Gastbeitrag von Mirko Schirmeister (Feuerwehr Sipplingen). Er sagte, die Kameradschaftspflege in Bodman-Ludwigshafen suche Ihresgleichen.
Verdiente Beförderungen
Steffen Bretzke und die Abteilungskommandanten konnten im Rahmen der Versammlung einige Aufnahmen und Beförderungen vornehmen. Die, die anwesend waren, erhielten ihre neuen Schulterklappen und Urkunden. Felicitas Löwenberg wechselte von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven. Steffen Bretzke konnte zudem Marius Schatz, Marcel Gundela und Matthias Karle in der aktiven Wehr willkommen heißen.
Den Rang Feuerwehrmann oder -frau haben nun: Eva Lämmerzahl, Franziska Schütte und Andreas Schuhmann. Annalena Reutlinger ist nun Oberfeuerwehrfrau, Nicolas Paul und Janis Kaupert sind Oberfeuerwehrmänner und Markus Bretzke wurde zum Brandmeister ernannt. Ein paar weitere konnten nicht anwesend sein.







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