Jetzt geben alle Vollgas: Gemeinde und Pächter stellten bei einem Pressegespräch im Seeum vor, wie es mit den Veranstaltungen und dem Restaurant im Gebäude nach der Insolvenz des Vorpächters weitergeht. Zum Event-Bereich hatten Jonathan Noll, der Geschäftsführende Gesellschafter der Zollhaus Ludwigshafen Betriebs GmbH, und sein Team bereits vor ein paar Wochen auf Instagram einen Teil des Geheimnisses gelüftet: Sie übernehmen den Veranstaltungsbereich des Seeums. Am Samstag, 23. Mai, ist eine Eröffnungsfeier mit Einblicken ins Seeum und das Veranstaltungsprogramm für dieses Jahr.
„Ich freue mich, dass wir den Pachtvertrag abschließen konnten und so eine zeitnahe Lösung für die Veranstaltungen haben“, sagte Bürgermeister Christoph Stolz. „Wir wollten auch die Gastronomie nicht leerstehen lassen.“ Ganz wichtig sei: „Die Rahmenbedingungen für die Öffentlichkeit und Vereine bleiben gleich.“ Das bedeutet, sie können das Seeum wie bisher auch nutzen.

Ganz genau der Reihenfolge nach ist es übrigens so sortiert: Die Kountz Gaststättenverwaltungs GmbH pachtet das Seeum. Die Zollhaus Ludwigshafen Betriebs GmbH, die ebenfalls Winfried Kountz gehört, hat das Zollhaus und nun auch den Veranstaltungsbereich des Seeums. Jonathan Noll ist Geschäftsführender Gesellschafter und kümmert sich somit neben dem Zollhaus nun auch um das Seeum. Kountz ist sehr erfahren – er beschäftigt sich seit 40 Jahren mit der Entwicklung, Verpachtung und Gestaltung von gastronomischen Betrieben.
Das Seeum als Marke
Winfried Kountz und Christoph Stolz erklärten, dass es auch beim Restaurant bald weitergeht. Der Name Bodano sei Geschichte und tatsächlich ist der Schriftzug inzwischen auch vom Gebäude verschwunden. Die Gespräche mit dem künftigen Restaurantbetreiber laufen noch, doch Kountz stellte in Aussicht, dass das Restaurant im Juni eröffnen werde. Stolz sagte: „Wir sprechen nur noch vom Seeum.“
Und Sandra Domogalla, Leiterin Tourismus, Kultur und Marketing, ergänzte: „Wir wollen das Seeum als Marke etablieren.“ Die Verbindung von Zollhaus und Seeum über den See hinweg zeigt zudem auch das Logo, das der Instagram-Account seit einigen Wochen nutzt.
Eröffnungsfeier des Seeums ist am 23. Mai
Zum Opening bei freiem Eintritt am 23. Mai erzählte Jonathan Noll, das solle gleichermaßen für Einheimische, Kunden, Hochzeitspaare und alle Interessierten sein, um die Möglichkeiten des Seeums kennenzulernen. „Es gibt Essen zum Ausprobieren, Musik und einen DJ, ein schönes Ambiente und diverse Überraschungen“, zählte er auf. Bis dahin soll auch der Eventkalender mit Konzerten, Messen und mehr für das ganze Jahr fertig sein und vorgestellt werden.

Da Parkplätze am Seeum begrenzt sind, wies Sandra Domogalla auf die Möglichkeiten hin: Man könne am Ortseingang auf dem Parkplatz Kapelle Parken und entweder per Bus mit dem 1-Euro-Ticket zum Seeum fahren oder in sieben Minuten hinlaufen. Von Ludwigshafen aus biete sich zudem das Schiff an.
Warum es gerade dieser Pächter wurde
Dieses Interim-Pachtverhältnis ist zunächst bis Anfang 2028 geschlossen und der Gemeinderat wird sich bald mit der langfristigen Verpachtung beschäftigen. „Dabei spielen die Erfahrungen in diesem und nächstem Jahr eine Rolle“, so Stolz. Zur Verpachtung an Kountz und Noll erklärte er, der Gemeinde sei ein gutes Angebot für die Bevölkerung wichtig gewesen. Es habe einige Bewerber gegeben, doch mit der Zollhaus Ludwigshafen Betriebs GmbH gebe es bereits eine sehr gute und zuverlässige Zusammenarbeit. Diese Sicherheit sei für das Seeum wichtig gewesen. „Ich freue mich, dass wir Bewegung in die Marke Seeum bringen können“, sagte Stolz und Kountz fügte hinzu, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen Veranstaltungen und Gastronomie sei.

Mit Blick auf private Events erklärte Noll, dass die erste Hochzeit im Seeum bereits eine Woche nach dem Opening sein werde. Der Juni sei dann voll mit Hochzeiten und es kämen laufend weitere Anfragen rein. Auf Rückfrage sagte er, es gebe noch Kapazität, da bisher nur sechs Hochzeiten fest gebucht seien. Er und Kountz möchten diese Zahl dieses Jahr gerne auf mindestens 15 bringen.
Sandra Domogalla ist über das Angebot für die Brautpaare froh und dass alle gebuchten Feiern übernommen werden konnten. Die meisten seien auch bei der Location geblieben, nur ein, zwei Paare hätten nach der Nachricht der Insolvenz der Familie Reich etwas anderes gebucht, so Noll. Das Zollhaus in Ludwigshafen sei sogar schon das ganze Jahr ausgebucht. Dort stehen rund 40 Hochzeiten im Kalender und Noll ist in der Planung für 2027.
Instagram vs. offizielle Infos zum Seeum
Das Team von Zollhaus und Seeum bewirbt bereits seit einigen Wochen die Übernahme des Seeums und die Eröffnung, obwohl es zu diesem Zeitpunkt nur einen Handschlag mit dem Bürgermeister gab und die Gemeinde alles erst jetzt nach der Unterschrift öffentlich machte. Jonathan Noll hatte dafür eine Erklärung: „Momentan ist eine wichtige Zeit für uns – deshalb zählt jeder Tag. Wir müssen schnell starten.“
Christoph Stolz sieht die Entwicklung in Bodman als sehr positiv an: Restaurant und Hotel Linde haben mit neuen Betreibern wiedereröffnet und nun geschieht dies auch beim Seeum und dessen Restaurant. Er beschreibt dies als Zahnräder, die ineinander greifen und den Ort beleben. Die Gemeinde wolle ein so vielfältiges Angebot. Er sieht das Seeum und das neue Restaurant als großen Mehrwert für die Gemeinde.

Als Leiterin des touristischen Bereichs setzt Sandra Domogalla die Angebot in Bodman noch weiter in Relation: Nun gebe es ein Rundumpaket mit den Restaurants, Hotels, der Marienschlucht und günstigem Parken am Ortseingang. Wenn im Seeum Hochzeiten gefeiert werden, könnten die Gäste in der Linde übernachten. Aus Erfahrung weiß sie, dass manche so ein Fest gerne mit ein paar Tagen Urlaub am Bodensee verbinden.
Erste Infos zum Restaurant
„Die Gastronomie hat den Auftrag zu einer Küche, die für jedermann erschwinglich ist“, verriet Kountz schon zum neuen Restaurant. Für das Lokal werde es dann ebenfalls eine Eröffnungsfeier geben, wenn es soweit sei.
Sandra Domogalla wies auf Wanderer und Radfahrer hin, die im Restaurant die Möglichkeit haben werden, günstig etwas zu essen oder auch einfach nur ein Getränk zu genießen. Letzteres betonte auch Christoph Stolz: „Man soll sich willkommen fühlen, auch wenn man nur mal etwas trinken möchte.“

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