Die Spuren der Corona-Zeit sind noch zu sehen, doch in Bodman-Ludwigshafen entwickelt sich der Tourismus trotzdem gut: Rückgängen bei den Übernachtungszahlen um 4,7 Prozent steht der Erfolg des Wohnmobil-Stellplatzes am Ortseingang von Bodman entgegen. 2025 gab es 142.750 Übernachtungen in Bodman-Ludwigshafen.
Sandra Domogalla, Leiterin Tourismus, Kultur und Marketing (TKM), schilderte im Touristikausschuss, dass die ganze Seeregion von diesem Rückgang betroffen sei. In der Nachbargemeinde Sipplingen liegt der Rückgang laut ihrer Präsentation sogar bei 11 Prozent. In der Doppelgemeinde gebe es allerdings noch die Situation, dass die vorliegenden Zahlen noch nicht ganz aktuell seien und im vergangenen Jahr das Seehotel Linde weggefallen sei. Das mache tatsächlich den Großteil des Rückgangs aus, erklärte sie, als Daniel Trisner (CDU) nachhakte, woran der Rückgang liege. Inzwischen hat die Linde mit neuen Betreibern wiedereröffnet. Zudem sehe man mit einem Wegfall von rund 10.000 Übernachtungen, was der Wegfall des evengelischen Jugendbildungswerks ausmache.

So sehen die Zahlen im Detail aus: Gäste bleiben übrigens durchschnittlich 2,9 Tage und Hotels und Ferienwohnungen liegen bei der Zahl der Übernachtungen mit 52.427 und 53.137 ungefähr gleich. Auf dem Campingplatz gab es 26.471 Übernachtungen, in der Jugendherberge des evangelischen Jugendbildungswerks 9571 und rund 1040 in Pensionen und Ferienwohnungen. Die Seegemeinde hat sechs Hotels in Bodman, fünf in Ludwigshafen, 182 Ferienwohnungen und zwei Wohnmobilstellplätze.
Die Übernachtungen teilen sich in in Feriengäste oder berufliche Aufenthalte auf. Letztere machen aber mit 10.878 ein geringen Anteil aus.
Mehr Platz für Wohnmobile
„Es war ein durchwachsenes Jahr“, lautete Sandra Domogallas Fazit. Der Wohnmobil-Stellplatz am Parkplatz Kapelle in Bodman sei auf jeden Fall ein Erfolgsmodell. Sogar so sehr, dass es dort Überlegungen gebe, diesen mit geringem Aufwand zu erweitern, ergänzte Bürgermeister Christoph Stolz. Wie genau das klappen könnte, sagte er noch nicht.
Auf diesem Platz gebe es im Jahr 2000 Belegungen, wobei das die Zahl der Fahrzeuge meint, nicht der Personen, die übernachten. Die Gemeinde nimmt 10.510 Euro Kurtaxe und 30.010 Euro Parkgebühren ein.
Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um viele Themen, die auch in verschiedenem Ausmaß die diesjährigen Zahlen beeinflussen können. Zwar sagte keiner direkt etwas, aber die großen Besucherzahlen in der Marienschlucht und die Auslastung der MS Großherzog Ludwig zeigen bereits in den ersten Wochen seit der Wiedereröffnung der Schlucht, wie sich diese auf die touristischen Zahlen auswirkt. Tagesgäste sind am Ufer oder auf dem Schiff bemerkbar – wie es bei den Übernachtungsgästen aussieht, zeigt sich dann beim nächsten Jahresfazit.
Neue Angebote und Pläne
In Sandra Domogallas Präsentationen wurde zudem deutlich, welchen neuen oder verbesserten Angebote die Seegemeinde hat. Und was noch kommt. Da wäre die neue Überdachung des Grillplatzes Bettental oberhalb von Ludwigshafen, die diesen attraktiver macht. Die alte war kaputt und sei mit ehrenamtlichem Einsatz neu gebaut worden. Die Gemeinde erweitert dieses Jahr auch ihr Angebot an Führungen, es gibt ein Aktionsticket für die Marienschlucht und die bisher seperaten Tourismusfördervereine beider Gemeinden sind zu einem gemeinsamen verschmolzen. Dieser Gedanke sei bereits ein paar Jahre alt gewesen, so der Vorsitzende Oliver Thum. Nun gebe es einen einzigen Verein, der sich für die Förderung des Tourismus einsetze.

Beim Seeum geht es nun auch weiter, nachdem der frühere Pächter kurzfristig zu Saisonbeginn Insolvenz angemeldet hat. Die Gemeinde hat zwar bisher noch nichts offiziell gemacht, aber das Zollhaus-Team um Jonathan Noll hat bereits in den Sozialen Medien veröffentlich, dass sie das Seeum übernehmen und somit alle gebuchten Veranstaltungen gesichert sind. Nur wie es mit dem Betrieb des Restaurants Bodano laufen soll, ist noch offen.
Die Aussicht auf das Heimatmuseum in der historischen Schlosstorkel wird sich in naher Zukunft in die neuen Angebote und Ausflugsziele einreihen. Gespräche mit interessenten laufen laut Christoph Stolz. Das Ziel sei die Eröffnung im Jahr 2027. Zur Pächtersuche erklärte er: „Klein, fein und realistisch ist wichtig.“ Die Gemeinde wolle ein Konzept, das dauerhaft funktioniere, und nicht den Pächter nehmen, der das Tollste verspreche.

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