Zusammenhalt – das zeigt das Stockacher Stadtfest Schweizer Feiertag vier Tage lang. Und so hat Stockach laut Stadtverwaltung die beste Aktion für „Kommunen am Limit“, dem bundesweiten Aktionstag, der auf die dramatische Finanzsituation der Kommunen aufmerksam macht und Unterstützung von Bund und Land fordert.
Passt das wirklich zusammen, nur weil das Datum zusammen fällt? Ja. Und Bürgermeisterin Susen Katter erklärt in einer Pressemitteilung warum: „Als ich Stockach kennengelernt habe, hat mich vor allem eines beeindruckt: die vielen Menschen, die sich mit Herzblut für ihre Stadt einsetzen. Ob in Vereinen, der Feuerwehr, im sozialen Bereich, in Kultur und Brauchtum, in unseren Ortsteilen oder in der Wirtschaft – überall begegnet man Menschen,
die Verantwortung übernehmen und sich einbringen. Dieses Engagement macht Stockach zu dem, was die Stadt heute ist. Dazu gehören unsere Gesundheitsversorgung mit dem Krankenhaus, unsere Schulen und Kindergärten, das vielfältige Vereinsleben, die Fasnacht, unsere Ortsteile und viele weitere Dinge, die das Leben in Stockach ausmachen. Was mich dabei besonders beeindruckt: Vieles, worauf wir in Stockach stolz sind, gibt es
nur, weil Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam anzupacken.“
Finanzielle Spielräume schrumpfen
Genau das alles zeigen und tun die Menschen und Vereine beim Stadtfest, an dem auch Ehrenamtliche aus der Region beteiligt sind. Das Problem, das die Bürgermeisterin darstellt, ist: „Aber auch das größte Engagement hat Grenzen. Die Aufgaben für die Kommunen werden immer mehr, gleichzeitig werden die finanziellen Spielräume immer kleiner. Wenn wir Einrichtungen, Angebote und Infrastruktur erhalten und weiterentwickeln wollen, brauchen wir die Unterstützung von Bund und Land. Denn viele Herausforderungen können die Kommunen nicht mehr allein schultern.“
Deshalb habendie kommunalen Spitzenverbände, Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund, gemeinsam zum Aktionstag aufgerufen. Die finanzielle Lage vieler Städte und Gemeinden werde zunehmend schwieriger, so die Stadt in ihrer Mitteilung. Das Schreiben führt aus: „Steigende Sozialausgaben, wachsende Anforderungen durch Bund und Länder sowie hohe Investitionsbedarfe bei gleichzeitig begrenzten finanziellen Spielräumen bringen die kommunalen Haushalte zunehmend an ihre Grenzen. Für die Bürgerinnen und Bürger sind die Folgen unmittelbar spürbar. Denn die Städte und Gemeinden sind verantwortlich für viele Bereiche des täglichen Lebens – von Schulen und Kindergärten über Kultur- und Freizeitangebote bis hin zu Infrastruktur, Wirtschaftsförderung und sozialen Einrichtungen.“
Zusammenhalt und das Stadtfest
Susen Katter erinnert an die Ursprünge des Stadtfests: Es erinnere an die Belagerung der Stadt im Jahr 1499. „Damals konnte Stockach nur durch den
Zusammenhalt seiner Bürgerinnen und Bürger bestehen.“ Die Geschichte der Stadt zeige, dass Zusammenhalt immer wieder die Grundlage für ihre Entwicklung gewesen sei. Über Jahrhunderte hinweg habe Stockach Kriege, Krisen und Unglücke bewältigen – darunter auch den verheerenden Stadtbrand von 1704 im Spanischen Erbfolgekrieg. Sabei sei es immer gelungen,
gemeinsam neu anzufangen und die Stadt weiterzuentwickeln.

„Heute ist Stockach ein bedeutendes Mittelzentrum mit starken Schulen, einem Krankenhaus vor Ort, einer noch immer leistungsfähigen
Wirtschaft, einem aktiven Vereinsleben, einem reichen kulturellen Angebot und einer hohen Lebensqualität“, sagt die Bürgermeisterin. „Auch der Schweizer Feiertag selbst ist Ausdruck dieses Zusammenhalts. Vereine, Institutionen,
Ehrenamtliche und Akteure aus der Kernstadt und allen Ortsteilen gestalten gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Fest für Besucherinnen und Besucher aus Stockach und der gesamten Region.“
Die Stadt trage finanziell ihren Teil dazu bei und organisiere gemeinsam mit vielen Partnern ein umfangreiches Programm. Das Fest lebe aber vor allem von den vielen Vereinen, Ehrenamtlichen und engagierten Menschen, die sich Jahr für Jahr einbringen.
Engagierte Menschen und handlungsfähige Kommunen nötig
„Genau dieses Miteinander macht unsere Stadt aus“, betont Susen Katter. „Doch auch solche Angebote und die vielen Leistungen, die Kommunen tagtäglich für die Menschen erbringen, sind keine Selbstverständlichkeit. Sie brauchen engagierte Menschen – und Kommunen, die finanziell handlungsfähig bleiben.“
Die Stadt Stockach unterstützte die Forderung der kommunalen Spitzenverbände nach einem Schulterschluss von Bund, Ländern und Kommunen. Wer kommunale Aufgaben bestelle, müsse das auch finanzieren. Nur wenn Bund und Land die Städte und Gemeinden strukturell entlasten und dauerhaft handlungsfähig machen, könnten Kommunen wie Stockach das leisten, was die Menschen
vor Ort zu Recht erwarten: eine gute Gesundheitsversorgung mit dem Krankenhaus vor Ort, verlässliche Kinderbetreuung, starke Schulen, funktionierende Infrastruktur, lebendige Kultur, attraktive Freizeitangebote und eine Stadt, die sich weiterentwickeln kann.
Städte brauchen finanzielle Mittel vom Bund
„Zusammenhalt hat Stockach über Jahrhunderte stark gemacht“, sagt die Bürgermeisterin. „Heute brauchen wir diesen Zusammenhalt erneut – nicht nur in unserer Stadtgesellschaft, sondern auch zwischen Kommunen, Land und Bund. Die Menschen vor Ort bringen Engagement, Ideen und Tatkraft mit. Aber damit Städte und Gemeinden ihre Aufgaben auch künftig erfüllen können, brauchen
sie die finanziellen Mittel, die dafür notwendig sind.“
Der Schweizer Feiertag mache sichtbar, was Städte und Gemeinden stark macht: den Zusammenhalt der Menschen, das ehrenamtliche Engagement und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Genau diese Stärke vor Ort gilt es zu erhalten – und dafür brauchen die
Kommunen auch künftig die notwendige Unterstützung von Bund und Land.

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