Schlamassel um die Ganztagsbetreuung in der Schule macht alle Seiten unzufrieden

Zufriedenheit sieht anders aus, aber nun gibt es eine Interimslösung für das Schuljahr 2026/27 bei der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen in Bodman-Ludwigshafen. Eine ganze Reihe Eltern nutzte zu Beginn der Sitzung intensiv die Einwohnerfrageviertelstunde, um offene Fragen zu klären, aber auch etwas Unmut loszuwerden.

Mit den Antworten war es nicht so einfach, da Bürgermeister Christoph Stolz beim Stundenplan und der Nachfrage nach bestimmten Stunden an die Schulleitung verweisen musste. Und er sagte in dieser Runde, aber auch später beim eigentlich Tagesordnungspunkt ganz klar und offen, dass es mit diesem Thema alles andere als gut gelaufen sei. Er stimmte der Kritik der Eltern zu, die bemängelten, dass die Entscheidung über die Betreuung erst knapp vor den Sommerferien getroffen wurde. Er entschuldigte sich und versprach, dass aufgearbeitet werde, wo die Kommunkation in der Verwaltung und zwischen Verwaltung, Schule und Eltern schiefgelaufen ist.

Worum es eigentlich geht

Laut Sitzungsvorlage wurde ein Bescheid zur Ganztagsschule in Bodman-Ludwigshafen nie vollständig umgesetzt und die Betreuung am Mittag fand überwiegend durch Gemeindepersonal statt, nur vereinzelt durch Lehrkräfte. In der Vorlage heißt es: „Diese Praxis entspricht allerdings nicht den Vorgaben des Bescheides, führte aber zu einer Betreuung, die für Eltern und Kinder passgenau und individuell war. Elternbeiträge wurden hierfür nicht erhoben. Die Gemeinde dürfte damit über Jahre ein herausragendes Modell praktiziert haben. Dieses Modell soll für das kommende Schuljahr weitergeführt werden, allerdings unter finanzieller Beteiligung der Eltern.“

Die Sernatingen-Schule in Ludwigshafen im Juni 2026. Archivbild: Ramona Löffler

Parallel gebe es die Verlässliche Grundschule und zum neuen Schuljahr sei die Gemeinde verpflichtet, den Rechtsanspruch auf Ganztagesförderung nach dem GaFöG umzusetzen – pro Schultag 8 Zeitstunden Betreuung. Der stundenplanmäßige Unterricht werde darauf angerechnet.

Alle wollen das Beste für die Kinder

Eigentlich hätte das Thema bereits am 14. Juli im Gemeinderat sein sollen, wurde jedoch kurzfristig vertagt und kam erst noch in den Schulbeirat, wo auch Eltern dabei waren. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die in der Sitzungsvorlage vorgeschlagenen Zeiten und Gebühren, doch das Thema beginnt damit eigentlich erst. Der Beschluss gilt für ein Schuljahr, was bedeutet, dass die Gespräche für die Zeit danach weitergehen werden und dann irgendwann wieder alles im Gemeinderat besprochen wird. Stolz erklärte auch, man werde sich gemeinsam mit dem Schulamt hinsetzen und dass Bodman-Ludwigshafen nicht die einzige Gemeinde sei, in der es Abweichungen gebe. Die Gemeinde ist also kein Einzelfall.

Er hob hervor, was alle vereine: „Wir haben alle dasselbe Interesse und wollen ein gutes Angebot für die Kinder. Ich bin davon überzeugt, dass es uns gelingen wird, das für die kommenden Jahre hinzukriegen.“

Interimslösung für ein Schuljahr

Für die beiden Schulstandorte in Bodman und Ludwigshafen gibt es jeweils etwas andere Zeiten und eine Gebührentabelle, die darauf angepasst ist. Bettina Donath, die für das Thema Kinderbetreuung in der Gemeindeverwaltung zuständig ist, stellte sämtliche möglichen Zeiten und die damit verbundenen Gebühren vor.

Die Grundschule Bodman hat ein markanten Brunnen. Zwischen ihm und der Schule wurde vor wenigen Jahren eine ansprechende Treppe und Außenanlage mit Spielflächen geschaffen. Bild: Ramona Löffler

Drei der wichtigstens Botschaften dabei waren: Für das erste Kind einer Familie werden maximal 36 Euro fällig, für das zweite oder auch dritte Kind gilt die Sozialstaffel, so dass 75 oder 50 Prozent der Summe fällig werden und aufgrund der Sommerferien werden 11 Monate berechnet. Laut Bettina Donath liegt der Unterschied an den Schulen an den Kombiklassen, die es in Bodman gibt. Da es dort weniger Zeiten gebe, sei dort auch der Beitrag niedriger, erklärte sie.

Vor Schulbeginn bleibt Betreuung kostenlos, an den Mittagen ist es in Bodman und Ludwigshafen mit den Zeiten etwas unterschiedlich, aber Nachmittagsunterricht bleibt kostenlos. Nur andere Betreuung kann kostenpflichtig sein. Die Eltern können selbst entscheiden, an wievielen Nachmittagen ihre Kinder betreut werden sollen.

Petra Haberstroh (Freie Wähler) zeigte sich zufrieden: „Ich finde die Lösung absolut akzeptabel.“ Sie finde die Beiträge moderat. Sie habe auch gehört, dass die Eltern das modulare Modul aufgrund der Flexibilität bevorzugen würden. Sie war die Einzige der Räte, die das Wort ergriff.

Fragen und Anregungen

Was am Ende offen blieb, waren die Fragen der Eltern vom Beginn der Sitzung. Die Eltern fragen sich, wo die 48 GTB-Stunden im Stundenplan stecken. GTB steht für Ganztagsbetreuung. Zudem entstand eine kleine Diskussion darüber, ob Betreuungsmodelle nicht kombiniert werden könnten. Christoph Stolz erklärte jedoch ganz klar, dass eine Kombination nicht möglich sei, da das Schulgesetz dies nicht vorsehe – die Gemeinde habe sich für die kommunale Betreuung entschieden.

Mutter Tina Stark bemerkte: „Das ist ein Riesenschlamassel für alle Seiten.“ Sie regte eine Infoveranstaltung für die Eltern und eine Bedarfsumfrage bei den Eltern an.

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