So sollte es öfters sein: Das Torkelfest in der historischen Schlosstorkel Bodman machte den Gästen große Freude. Die Bodmaner, aber natürlich auch ein paar Ludwigshafener und Besucher aus anderen Orten, kamen nur zu gerne der Einladung des Museumsfördervereins Bodman-Ludwigshafen nach, der die früheren Torkelfest wiederaufleben lässt.
Und das volle Erdgeschoss sprach für sich: Das Fest war ein Riesenerfolg. Solche Veranstaltungen und die Torkel als Treffpunkt ist genau das, was die Einheimischen sich wünschen. Die Pläne für das Heimatmuseum in der Schlosstorkel und einer neuen Gastronomie hängen nach der ergebnislosen Pächtersuche der Gemeinde zwar etwas in der Luft, doch in seiner Begrüßung sprach der Fördervereinsvorsitzende Tobias Jaklin an, was seit Juli im Raum steht: Gespräche zwischen Verein und Gemeinde laufen für eine neue Lösung. Duke Span aus dem Vereinsteam kündigte nun an, dass dies Mitte Oktober Thema im Gemeinderat sein werde.
Ein Ort des Austauschs und der Kultur
Jaklin sagte, das Torkelfest solle „die Augen für die Schönheit des Gebäudes und die Idee öffnen, es in den Dienst der Begegnung, des Austauschs und der Kultur zu stellen“. Er dankte allen Beteiligten, die das Torkelfest relativ kurzfristig auf die Beine gestellt hatten.

Mit dem Torkelfest zeigte nun schon die zweite, ja sogar dritte Veranstaltung, welches Potenzial das Gebäude hat und wie groß der Zulauf ist, wenn dort etwas stattfindet. Vor rund einem Jahr war dort ein historischer Kino-Abend, an dem ein Jahrzehnte alter Film mit Aufnahmen aus Bodman gezeigt worden war – volles Haus. Von 14. Juli bis 9. August stellte der weit bekannte Kunstlehrer und Künstler Felix Schmitt aus Espasingen sein Lebenswerk in der Torkel aus – rund 1000 Besucher in diesen paar Wochen. Und beim Torkelfest mit Musik und leckerem Essen gegen Spenden für den Förderverein – wieder ein volles Haus.
Fotoaktion mit Spaßfaktor
Die Besucher konnten bei einer Aktion beim Torkelfest zeigen, dass sie hinter der Torkel als Museum stehen. Eine Stellwand aus der Schmitt-Ausstellung stand für besondere Fotos bereit: Die frühere Theaterkulisse zeigte zwei Portraits, bei denen man das Gesicht als Klappe öffnen und durchschauen konnte. Felix Schmitt und Bürgermeister Christoph Stolz machten vor, wie das funktioniert, bewiesen dabei aber Humor und wählten nicht den Mann, sondern das Frauenportrait.

Duke Span erklärte den Besuchern nicht nur, wie die Aktion funktionierte, sondern auch was in der Schlosstorkel geplant ist: Sie soll neben einem Museum auch eine Location werden, in der verschiedene Veranstaltungen stattfinden können. „Wir wollen alle eure Unterstützung“, sagte er.
Spontan gab es sogar eine doppelte Rede der Gemeindeverwaltung, da erst Sonja Hildebrand als Bodmaner, Gemeinderätin und Bürgermeisterstellvereterin an das Mikrofon trat und sich Christoph Stolz, der sich eigentlich im Hintergrund halten wollte, von ein paar Anwesenden auch zur Bühne geführt wurde. Beide drückten ihren Dank für das Engagement und die tolle Veranstaltung aus.
Tolle Stimmung mit viel Historie
Während sich das Gebäude weiter füllte, Getränke ausgeschenkt wurden und die ersten Besucher Kürbissuppe oder Quiche genossen, sorgten die Blubber-Bläser für gute Unterhaltung, später gefolgt von DJ Constanze. Die Musiker stammen aus Bodman und Espasingen und verstanden es, einen launige Musikmix zu spielen.

Wenn sie spielten, war die Musik gleichzeitig auch der Soundtrack für zwei Filme, die abwechseln auf einer Leinwand bei der historischen Torkelpresse liefen. Die Besucher hatten dort die Gelegenheit, den historischen Bodman-Film anzuschauen und einen beeindruckenden Video-Rückblick auf die Ausstellung von Felix Schmitt zu erleben. Die fantastischen Aufnahmen, die teils mit Drohne im Gebäude gemacht wurden, unterstrichen, wie gut es sich für Kulturelles eignet.


















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