Wenig zu sehen, aber irgendwie lustig: So ist es, wenn Stockach und Ludwigshafen Krimi-Kulisse sind

„Mordufer“ – das ist der Name der vierteiligen Krimireihe, die im vergangenen Jahr unter dem Arbeitstitel „Obersee“ im Bereich von Überlingen gedreht wurde und am Freitagabend Premiere im ZDF hatte. Ein paar Szenen finden auch in Stockach statt. Aber wie sieht das aus? Erkennt man die Stadt? Bereits jetzt sind alle vier Teile komplett online in der ZDF-Mediathek zu sehen. Im Fernsehen kommen kommen sie an vier aufeinanderfolgenden Freitagen um 20.15 Uhr.

Nein, erkennt man nicht. Und das Kuriose: In der Handlung spielen diese Szenen nicht mal in Stockach. Die Firmenräume von Quantus Informatics AG im Interkommunalen Gewerbegebiet Blumhof sind in der Folge 3 mit dem Titel „Die große Gier“ Kulisse für die Räume eines Rüstungsunternehmens in Friedrichshafen, wo ein Mordopfer gearbeitet hat.

Die Anfahrt in den Blumhof aus der Vorgelperspektive. Bild: Screenshot

Dieser „Auftritt“ des Gebäudes dauert gerade mal drei Minuten, sorgt aber für Schmunzeln, als die beiden Ermittlerinnen zum Eingang laufen und Doro Breitinger (Franziska Weisz) das Aussehen mit der Spielekonsole ihres Sohns vergleicht – oder einem Kühlschrank, wie Chiara Locatelli (Maria Wördemann) bemerkt.

Aber Moment. Stockach? Nein, eigentlich ist dieser Drehort sogar nicht mal Stockach, sondern auf Gemarkung Ludwigshafen. Das Interkommunale Gewerbegebiet Blumhof gehört beiden Gemeinden. Dieser Drehort liegt auf einer Fläche von Ludwigshafen, also ist die Seegemeinde unerkannt in der Serie.

Mehr Szenen für den Großmarkt als die Firma

Auch der Großmarkt Mega im Blumhof war Drehort und hat dasselbe Schicksal wie das andere Gebäude: Es ist natürlich etwas ganz anderes und in einem anderen Ort. Hyperkauf lautet der Name in Episode 4 „Wein und Wahrheit“, in der ein Mord auf einem Weingut im Mittelpunkt steht – Hyperkauf wollte Weine in sein Sortiment aufnehmen. Dort spielen mehrere Szenen und, ja, dieses Gebäude liegt tatsächlich auf Stockacher Gemarkung.

Mega heißt in der Krimi-Serie Hyperkauf. Bild: Screenshot

Wer das eine Gebäude von außen und das andere von innen kennt, erkennt sie also beim Anschauen. Auch wo die Ermittlerinnen an der Überlinger Promenade laufen oder andere Stellen am Ufer haben Wiedererkennungswert. Vor allem die Promenade mit ihren Bepflanzungen und der Aussicht auf den See.

Sehenswert oder nicht?

Insgesamt sind die vier Episoden eigentlich ganz nett. Die Geschichten sind gut und haben die eine oder andere Überraschung. Die Drehorte direkt am Bodensee natürlich toll. Und wie wunderbar es am Bodensee ist, gehört auch zur Handlung, da eine der Kommissarinnen neu hergezogen ist und vorher mit dem See nichts anfangen konnte. Das ändert sich dann.

Aber, liebes ZDF, ich glaube, wir müssen reden: Muss man wirklich so wie in der Serie erklären, was eine belegte Seele ist? Und dann nur die Unterseite zeigen? Das „Brot“ gehört auch obendrauf, nicht nur unter den Belag. Was da durchs Autofenster gereicht wird, sieht eigentlich nur wie ein Käsebrot aus, das kurz im Ofen war.

„Oh mein Gott, geil…“ ist der Kommentar von Chiara Locatelli, als ihre Kollegin ihr die Seele reicht und sie abbeißt. Sie kannt belegte Seelen noch nicht. Eigentlich fehlt dieser Seele aber der Deckel. Bild: Screenshot

Und, was ist das mit dem Sommerfunken aus der ersten Episode? Eine interessante Erfindung fürs Drehbuch. Vielleicht ist ja das Sonnenwendfeuer im Juni gemeint, das mancherorts stattfindet? Ich saß da auf jeden Fall ein bisschen verwirrt vor dem Bildschirm. Ich kenne mit Namen Funken nur die Feuer nach Fasnacht.

So oder so: Viel Spaß beim Anschauen und bekannte Orte entdecken! Egal ob sie wie in Echt heißen oder anders.

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