Bürgerstiftung Stockach will noch mehr fördern: Neue Führung, große Erfolge und hohe Motivation

Ein personeller Umbruch ist zwar einschneidend, aber ein positives Signal für die Bürgerstiftung Stockach: Alle wollen in ihren neuen Ämtern noch stärker anpacken und die Stiftung erfolgreicher machen, als sie ohnehin schon ist. Der Infoabend der Stiftung zeigte, welche enormen Leistungen sie in den 17 Jahren seit ihrer Gründung zum Wohl der Stockacher erbracht hat und wie das vorhandene Potenzial noch effektiver genutzt werden soll.

Denn in einer Zeit, in der das Geld bei Gemeinden und so mancher Firma knapp ist, hat die Bürgerstiftung so viel Vermögen wie noch nie. Sie zählt und den zehn besten in Deutschland und im Verhältnis von Vermögen zu Einwohnern ist sie sogar bundesweit an der Spitze. Ein Teil des Geldes bleibt ein immerwährender Grundstock, während Zinsen ausgeschüttet werden. Es gibt auch Unterstiftungen und die Organisation erhält auch immer wieder Zustiftungen oder Spenden, die frei oder zweckgebunden sein können.

Eine wichtige Botschaft des Abends war: Ideen sind immer herzlich willkommen. Die Bürgerstiftung möchte unbedingt, dass ihr Geld den Stockacher Einwohnern zugute kommt.

Neuer Vorstand und Stiftungsrat für Bürgerstiftung

Wolfgang Kammerlander war in den vergangenen sechs Jahren der Vorstandsvorsitzende der Stiftung – nun wechselt er in den Stiftungsrat. An diesem Abend stellt er Alfred Thönes als neuen Vorsitzenden vor. Thönes bildet nun gemeinsam mit seinem ersten Stellvertreter Gebhard Schuld, seiner zweiten Stellvertreterin Renate Rösgen und Jürgen Koterzyna, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, den neuen Vorstand. Karin Bacher hat nach vielen Jahren ebenfalls den Vorstand verlassen.

Beiräte sind: Thomas Behr, Luisa Bosch, Joachim Böttinger, Michael Grüninger, Manfred Kehlert und Edeltraud Ullmann. Ausgeschieden sind Willi Zöller und Thomas Berthold. Helmut Lempp bleibt weiterhin der Geschäftsführer der Bürgerstiftung.

Auch im Stiftungsrat gibt es Veränderungen: Sandra Welsch-Fischer, Dr. Michael Schwabe (ETO) und Niclas Stumpp scheiden aus. Patrick Boos (ETO), Rolf Bart, Wolfgang Kammerlander und Willi Zöller sind neu im Stiftungsrat. Der Stiftungsrat wählte Dr. Thomas Bayer als Stiftungsratsvorsitzenden und Wolfgang Reuther als stellvertretenden Vorsitzenden. Der Stiftungsrat ist übrigens eine Art Kontrollorgan für den Vorstand – er prüft ob Förderungen den Stiftungszwecken entsprechen.

Was die Bürgerstiftung macht

Kammerlander nutzte ein letztes Mal die Gelegenheit, die umfangreiche Arbeit der Bürgerstiftung vorzustellen und zu erläutern, wie sie arbeitet und wen sie fördert. Förderungen können an Vereine und Organisationen aus Stockach und den Ortsteilen gehen, so Kammerlander. Die Stiftung fördere die Gemeinschaft.

So übernimmt sie zum Beispiel die Kosten für eine Vielzahl an Veranstaltungen und Angeboten, die Schülern zugute kommen. Sie fördert die Meisterkonzert-Reihe und übernimmt für Musikvereine die Kosten für Instrumente. Auch das Stockacher Krankenhaus erhält regelmäßig Zuwendungen in Form von neuer Ausrüstung. Zuletzt war das ein Brochoskop, das Oberarzt Nikolas Baur an diesem Abend zeigte und in einem kleinen Vortrag vorstellte.

Wachsendes Vermögen und viele Förderungen

Dass all dies möglich sei, sei den Stiftern zu verdankten, sagte der scheidende Vorsitzende. Er hatte beeindruckende Zahlen dabei: 2025 gingen 33.829 Euro aus 75 Zuwendungen neu ins Vermögen ein.

Die Bürgerstiftung arbeitet auch aktiv daran, weitere Mittel durch Aktionen zu generieren. So gibt es am Schweizer Feiertag und dem Winterzauber Essensstände, deren Erlös in die Stiftung fließt. 2025 konnten so laut Kammerlander 4600 Euro erwirtschaftet werden.

Aktuell liegt das Stiftungsvermögen bei rund 4,6 Millionen Euro. „In den vergangenen Jahren haben wir rund 575.000 Euro gespendet“, sagte Kammerlander und erntete damit für die Stiftung viel anerkennenden und dankbaren Applaus. Zu 2025 erklärte er, 66 Prozent der Förderungen hätten im Bereich Altenhilfe, Gesundheitsförderung und Sport gelegen.

Gebhard Schulz stellte die Entwicklung der Stiftung vor. „2025 konnten wir 52 von 60 Förderanträgen bewilligen“, sagte er. Die anderen acht hätten nicht den Stiftungszwecken entsprochen. Diese 52 Förderungen mit insgesamt 101.038 Euro waren in den Bereichen Jugendhilfe, Wissenschaft, Altenhilfe, Umwelt und Klima, Kunst und Kultur, mildtätige Zwecke und bürgerschaftliches Engagement. „Wir konnten viele Projekte fördern und danken allen Unterstützern.“

Würdigungen für drei Vorstände

Wolfgang Reuther, der im Stiftungsrat hinter den neuen Vorsitzenden tritt, übernahm die Würdigung der ausscheidenden und wechselnden Personen in Ämtern. Er nannte Kammerlander „die Herz-Lungen-Maschine der Bürgerstiftung“ und hob hervor, wie stark sich die Stiftung entwickelt habe. Vor sechs Jahren habe das Vermögen 1,8 Millionen Euro betragen, nun 4,6 Millionen Euro.

Kammerlander habe die Organisation effektiver ausgerichtet und durch die breitere Aufstellung könne ihr Potenzial noch besser erschlossen werden. Karin Bacher sei als Finanzvorstand das moralische Regulativ der Stiftung gewesen. Er würdigte auch Willi Zöller, der enorm viel in der Öffentlichkeitsarbeit geleistet habe.

Thomas Bayer, der nun das Ruder im Stiftungsrat übernimmt, bringt enormes Wissen mit: Er ist stellvertretender Finanzamtsleiter in Überlingen und kennt sich bestens mit Geldthemen aus. Bayer stellte sich kurz vor und sagte, er trete in große Fußstapfen. Er motivierte zum mitmachen: „Wir brauchen nicht nur Leute, die Geld bringen, sondern auch Menschen, die Ideen für Stockach haben.“

Ein Blick auf eine besondere Spende

Der neue Vorstandsvorsitzende Alfred Thönes nutzte den Abend ebenfalls, um über seine Motivation zu sprechen. Stockach sei der Ort, in dem seine Kinder aufgewachsenen seien. Er wolle der Stadt etwas zurückgeben.

Da direkt nach ihm der Vortrag von Nikolas Baur, dem leitenden Oberarzt der Inneren Medizin im krankenhaus Stockach, anstand, dankte er ihm und Chefärztin Svjetlana Peka stellvertretend für das gesamte Team des Krankenhauses für deren Engagement. „Wir sind froh, dass wir so kompetete Leute im Krankenhaus haben – und dass wir in Stockach das Krankenhaus haben. Vielen Dank an alle Ärzte und Pflegekräfte“, sagte Thönes.

Schließlich zeigte Nikolas Baur, was das von der Bürgerstiftungs gespendente Brochoskop im Krankenhaus für Möglichkeiten bei der Behandlung von Patienten eröffnet. Er hatte das Gerät dabei und führte live vor, wie wendig es ist und beschrieb, was alles damit gemacht werden kann – von Untersuchungen bis hin zur Entfernung von Schleim oder kleinen Gegenständen.

Ein paar Zahlen und Fakten

Die Bürgerstiftung wurde im Jahr 2008 gegründet. Sie hat aktuell sechs Stifterfonds, die nach Personen benannt sind und im Lauf der Jahre entstanden sind: Christel und Rudolf Stumpp (2013), Willi Martin (2016), Dr. Ulf Wieczorek (2021), Gerhard Walk (2024), Judith und Uli Kammerer (2024) und 2025 kam ein Fonds dazu, dessen Name erst nach dem Ableben des Stifters veröffentlich wird.

Insgesamt haben bisher 233 Stifter zum Vermögen beigetragen. Stifter seien teilweise auch gleichzeitig Spender und die Bürgerstiftung hat auch Spender, die wiederholt Geld geben.

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