Wer zahlt Feuerwehreinsätze? Und was kostet das?

Jeder Feuerwehreinsatz kostet. Aber wer zahlt? Einfache Frage, längere Antwort. Es kommt drauf an, was genau passiert ist. In manchen Fällen kostet ein Einsatz nichts, in anderen Fällen muss eine Privatperson zahlen. Über die Kostensätze für letztere Fälle sprach der Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen in seiner jüngsten Sitzung.

Ein Teil der Spinde der Feuerwehr-Abteilung Ludwigshafen. Bild: Ramona Löffler

Die Feuerwehr übt auch regelmäßig, um im Ernstfall schnell helfen zu können. Ganz aktuell probten die Einsatzkräfte sogar gemeinsam mit den Kollegen aus Sipplingen am Karle-Gebäudekomplex in Ludwigshafen, also sogar direkt neben der Garage, in der ein Feuerwehrfahrzeug untergebracht ist. Dort übten die Kräfte die Suche nach Vermissten in einem verrauchten Gebäude und welche Herausforderungen es in älteren Häusern gibt.

Kostenpflichtige Fälle

Würde soetwas im Ernstfall kosten? Nein, bei Bränden nicht. Dementsprechend betonte Bürgermeister Christoph Stolz auch, man müsse keine Angst haben, den Notruf zu wählen. Aber je nach sonstigen Einsätzen, die jemand mutwillig oder fahrlässig verursacht, kann es eine Rechnung geben. Bei Fehlalarmen von Brandmeldeanlagen zum Beispiel, müssen die Betreiber die Kosten eines Einsatzes tragen. Ein anderer Fall wäre, wenn die Feuerwehr bei einem Unfall im Einsatz ist.

Für die Feuerwehrfahrzeuge, die im Einsatz sind, gibt es festgeschriebene Sätze, für den Einsatz von Personal legte der Gemeindrat den neuen Stundensatz fest, der unter anderem auch die Einsatzkleidung berücksichtigt. Für jede Einsatzkraft sowie Brandwache liegt dieser nun bei 21,50 Euro pro Stunde. Dabei liegen die Ausgaben eigentlich höher. „Kostendeckung ist nicht das Ziel“, erklärte Bürgermeister Christoph Stolz dazu.  

Dienstkleidung muss getauscht werden

Obwohl nicht alle Zahlen öffentlich sind, gab es ein paar Nachfragen zu Ausgaben bei der Feuerwehr. SPD-Rätin Claudia Brackmeyer fragte nach, da die Kosten für Dienstkleidung und Fortbildungen zuletzt höher als in den Vorjahren waren. Feuerwehrgesamtkommandant Steffen Bretzke konnte das jedoch direkt erklären. Pro Person würden 2500 Euro für die Dienst- und Schutzkleidung benötigt. „Wir haben eine ältere Generation an Klamotten, die getauscht werden müssen. Das ist ein laufender Posten.“

Bei den Kosten der Fortbildungen komme es darauf an, wieviele Führungskräfte an Schulungen teilnehmen. „Das Niveau zu halten ist wichtig“, sagte er über das notwendige Fachwissen und die Fähigkeiten für den Ernstfall.

Nachbesprechung vor der Feuerwehr-Garage in der Ortsmitte. Das gehört zu jeder Feuerwehrübung. Bild: Ramona Löffler

Schließlich warf CDU-Rat Alessandro Ribaudo die Frage nach dem Turnus für die Kostenermittlung auf. Er fragte, ob es nicht realistischer wäre, die zurückliegenden zwei Jahre als Basis zu nehmen, da man sonst immer hinterherhinke. Doch der Bürgermeister erwiderte, die angesetzten vier Jahre seien ein realistischer Zeitraum. Die Kommunen müssten dies alle 3 bis 5 Jahre tun und Bodman-Ludwigshafen habe sich für 4 entschieden.

Der Rat beschloss am Ende die vorgeschlagenen Summen und die Satzung zur Regelung des Kostenersatzes für Leistungen der Feuerwehr.

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