Zusatzkosten statt Spenden: Unbekannte verursachen Müll-Chaos am Awo-Laden „Gleis 4“

Da fehlen einem die Worte und man kann erst mal nur den Kopf schütteln: Übers Wochenende haben sich erneut Dinge vor dem Second-Hand-Kaufhaus „Gleis 4“ des Awo Ortsverbands Stockach angesammelt. Wobei „Dinge“ noch ein harmloser und neutraler Begriff ist. Man könnte es auch deutlicher benennen: Müll.

Dieses Chaos unterhalb und auf den Verschenk-Kisten war am 20. April zu sehen. Bild: Ramona Löffler

Da lagen plötzlich alte, verdreckte oder unvollständige Sachen, die jemand nicht selbst entsorgen wollte. Vielleicht war sogar der Gedanke dahinter, dass noch jemand etwas damit anfangen könnte. Aber verklebte Spiele und Teile von irgendwelchen Spielzeugen sind auch unter den wenigen Barbies, Büchern und vielleicht dem einen oder anderen brauchbaren Teil und angerissenen Kartons. Selbst angeschrammte Möbelteile, ein alter Bürostuhl und stapelweise Notenbücher stehen einfach so herum.

Nur wenig Brauchbares unter dem Müll

Das Schlimmste aber: Die einen haben es einfach außerhalb der Öffnungszeiten abgestellt, andere haben es dann durchwühlt und ein kleines Schlachtfeld hinterlassen. Monika Heinemann, die Vorsitzende des Ortsverbands und Leiterin von „Gleis 4“ ist traurig und sprachlos. Erst eine Woche vorher hatten Unbekannte einen zerlegten Schrank, Ski und andere Dinge einfach am Wochenende abgelegt – alles wurde vom Regen durchnässt. Und nun das.

Am 12. April hat Monika Heinemann diese unliebsame Überraschung beim Vorbeifahren entdeckt. Die Schrankteile waren vom Regen durchweicht. Bild: Monika Heinemann

Diese Art Spenden – also Müll – verursacht der Awo nur Arbeit und unnötige Kosten. Alle Arbeiten dort ehrenamtlich und setzen ihre Zeit ein, damit Leute mit wenig Geld gut erhaltene Kleidung und Haushaltsgegenstände kaufen können oder Schnäppchenjäger und Sammler besondere Stücke finden. Doch vor allem in jüngster Zeit geht viel Zeit in das Aufsammeln solcher Müllablagerungen und das Verpacken in Müllsäcke drauf. Dazu kommen die Entsorgungskosten, die dann die Awo tragen muss. Neulich seien es zum Beispiel 54 Euro für eine große Ladung Restmüll beim Entsorgungsunternehmen Marquart gewesen.

Nummer steht immer an der Tür

Das Awo-Team bittet daher inständig darum nicht einfach Sachen abzulegen, sondern entweder innerhalb der Öffnungszeiten zu kommen oder anzurufen. Die Nummer von Monika Heinemann steht sogar an der Tür. Sie kann sagen, was angenommen wird und was nicht. Mit ihr kann man auch einen Termin außerhalb der Öffnungszeiten ausmachen, wenn man es sonst nicht hinschaffen würde.

Um den Leuten auf die Spur zu kommen, die Chaos und Kosten verursachen, zieht die Awo Konsequenzen und wird eine Kamera installieren, denn abgesehen vom Aufwand für die Awo stellt soetwas auch eine Ordnungswidrigkeit dar, die geahndet werden kann.

Auch ärgerlich: Im vergangenen Jahr hat jemand, ebenfalls außerhalb der Öffnungszeiten, das Geländer an der Außentreppe angefahren, und Fahrerflucht begangen. Da die Reparatur teuer ist, war sie bis heute nicht möglich.

„Gleis 4“ hat dienstags und donnerstags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet und samstags von 9 bis 13 Uhr. Infos im Internet gibt es hier.

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