Bei den Hotels und Restaurants in Stockach kommt ein immer stärker werdender Umbruch. Das gewann vor einigen Jahren nach dem Abriss des Hotels Paradies und mit der Schließung des Badischen Hof zunehmend an Fahrt – beide sind Hotels und Restaurants, die wegfielen. Dann ging es mit großen Veränderungen beim Adler in Hindelwangen und beim Goldenen Ochsen weiter, nun kommt der Umzug des Indien Mirchi und der Wandel setzt sich wohl bald mit der Fortuna und dem Alt-Stocken fort. Wo führt das hin?

Mit dem Badischen Hof und Ochsen, die einander direkt gegenüber liegen, fielen zwei gutbürgerliche Restaurants in Stockach weg – und die Stadt hatte schon zuvor nicht mehr viele davon. Der Badische Hof ist inzwischen zu Wohnraum und Gewerbe geworden, der Ochsen hat nur noch den Hotelbetrieb und ist aktuell nur noch eines von zwei Hotels in der Stockacher Kernstadt.
Das andere Hotel ist die Fortuna am Bahnhof. Dort ist der Restaurant-Betrieb seit Längerem etwas eingeschränkter, aber neben dem Alt-Stocken gibt es hier noch gutbürgerliches Essen im großen Reigen der Lokale mit internationalen Küchen. Auch die Fladen der Nellenburger Talstation kann man noch zum Gutbürgerlichen dazuzählen.
Happy End für das Indien Mirchi
Für das Alt-Stocken wurde jedoch vor wenigen Tagen eine Pächtersuche im Sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht. Ab September wird ein neuer Pächter gesucht – dort steht also ein Umbruch an. Das Indien Mirchi befindet sich durch seinen Umzug aufgrund des anstehenden Abrisses des ehemaligen Hotels Linde am Linde-Kreisel schon mittendrin: Die Betreiber konnten kurz vor der notwendigen Schließung einen neuen Standort finden. Ab 8. Mai, also nach nur einer guten Woche Schließung, soll es in der früheren Aachtalstube in der Johann-Glatt-Straße 12 weitergehen. Eine gute Nachricht für die Restaurant-Landschaft in Stockach.

Doch was ist mit der Fortuna? Der Traditionsbetrieb in dem historischen Gebäude ist aktuell das letzte alteingessene Hotel-Restaurant. Plötzlich tauchte aber auf einem Immobilienportal eine Annonce mit „Preis auf Anfrage“ für das Objekt auf. Soll es wirklich verkauft werden? Wenn ja, warum? Antworten gibt es leider noch keine. Auf Nachfrage möchte sich Familie Meßmer momentan noch nicht dazu äußern.
Zu wenig gutbürgerliche Restaurants in Stockach
Die Fortuna ist beliebt – genau wie es der Badische Hof war und auch das Restaurant im Ochsen. Daher hoffen natürlich viele Stockacher, dass sie erhalten bleibt. Stockach braucht die Fortuna. Und mehr noch: Stockach bräuchte eigentlich weitere Restaurants mit so solchen Gerichten. Während viele Teilorte oder anderen Gemeinde in der Umgebung gutbürgerliche Gaststätten haben, hat Stockach in den vergangenen Jahren viel verloren.
Was nun? Ein neues Hotel, vermutlich auch mit Restaurant, ist in Aussicht, da an der Stelle der ehemaligen Linde ein Neubbau kommt. Aber der Flair und Charme der historischen Häuser und ihre starke Verbindung zur Stockacher Geschichte und Entwicklung fehlen.
Stockach is(s)t bunt
Hier aber auch noch eine positive Note: Wenn man die verschiedenen Richtungen der Stockacher Restaurants und Lokale zusammen nimmt, gibt es natürlich ein sehr breites Portfolio für alle Geschmäcker: Für den kleineren Geldbeutel sind da natürlich mehrere Döner-Läden, die auch Pizza oder andere Gerichte mit auf der Karte haben, gefolgt von verschiedenen Möglichkeiten, Pizza und Mediterran zu essen. Der ehemalige Adler in Hindelwangen oder direkt bei Pizza Pronto Presto sind hier vor allem zu nennen.
Griechisch gibt es im Helena in der Oberstadt, von manchen auch noch Gambrinus genannt, da dies der frühere Name war. In der Unterstadt kann man Asiatisch oder Arabisch essen und nach der Pause des Indien Mirchi auch wieder Indisch. Und wahrscheinlich fehlt jetzt in dieser Aufzählung noch etwas. Auch wenn die einheimische Küche geschrumpft ist, gilt immerhin durchgehend das, was Stockach einmal im Jahr mit einem Fest in der Hauptstraße feiert: Stockach is(s)t bunt.

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