Die Seehasen toppen sich jedes Mal aufs Neue: Das Programm der Bunten Abende war unglaublich vielfältig und witzig. Für das Publikum gab es manchmal kaum ein Halten. Die Tänzer aller Altersgruppen begeisterten, die Turner ernteten tosenden Applaus, Gesang und Einzel-Nummern trafen die Lachnerven, ein Treffen der originalen Fischerin vom Bodensee mit der modernen Influencerin sorgte für großen Spaß und Bürgermeister Christoph Stolz war nicht nur ein großes Thema in der TV-Show des Hasenrats, sondern fand in verschiedenen Programmpunkten auch kurze Erwähnung.

Was für ein Abend! Unglaublich toll, nur am Freitag leider zu lang. Deshalb justierten die Narren für den Samstagabend etwas nach. Die Akteure spielten an beiden Abenden vor einem vollen Saal, in dem die Besucher nicht weniger fantasievoll gekleidet waren wie die Mitwirkenden. Da saßen zum Beispiel einige Frauen als M&Ms im Publikum. Die Männer der Holzhauer und des TVL zeigten vollen Einsatz und trugen für ihre Nummern unter anderem Bikini-Oberteile, ein Schwankostüm oder fliederfarbene Ballettröckchen.
Tänze und Musik sorgen für Stimmung
Wie immer ging es mit den Narresome-Kindern los, die als tanzende Ghostbusters erst mal alle Gespenster aus dem Raum vertrieben. Die Badenixen animierten die Zuschauer mit ihrem gutgelaunten Tanz und akrobatischen Einheiten noch weiter. Sie heizten die Stimmung mächtig an.

Die Bühnenpremiere von Tanja Sehmsdorf und Natascha Lemke, die über Fische und Männer sprachen, sorgten für viele Lacher. Während die eine, sich gerne einen Mann angeln wollte, hatte die andere Mühe, sämtliche Männer, mit denen sie sich trifft, in einem Zeitplan zu jonglieren. Das Fazit des Gesprächs: Der Leitfisch, also Bürgermeister, wäre kein Kandidat und die Damen gehen lieber auf Hasenjagd, da die Hälfte des närrischen Gremiums mit Fischerinnen verheiratet ist.
Frauen geben den Ton an
Als Häfler Perlen auf Reisen sangen sich Esther Moll, Bettina Jäger-Gönner, Diana Thum und Ramona Biller erneut in die Herzen der Zuschauer, vor allem, die der Frauen, da es bei ihnen auch um Männer ging – und das obwohl alle ja verheiratet sind. Am Ende besangen sie auf jeden Fall den Wunsch, dass Männer doch bitte bei Amazon oder Zalando bestellbar sein sollten. Diese Zugabe hörten aber leider nur die Besucher des ersten Abends, da am zweiten Abend aufgrund der Länge nur die Kinder eine Zugabe tanzen konnten – bei allen anderen Tanz- und Gesangsnummer mussten Zugaben entfallen. An Fasnacht gibt es aber sicher noch Gelegenheit für eine Wiederholung.

Veit Heckerer begab sich dieses Mal auf ganz neues Terrain: Mit einem Spezialapparat verwandelte er sich in einen Bodmaner, lernte Ludwigshafen auf einer neuen Perspektive kennen und hob am Ende hervor, wie liebenswert beide Orte seien. „Sticheleien und Foppen gehören zur Kultur“, bemerkte er. „It nur der Bürgermeister ist unser Stolz, gemeinsam sind wir aus einem See-End-Holz.“
Zwei weitere Nummern mit Musik erhielten ebenfalls jede Menge Applaus. Beim Tanz „Gelandet im Hafen“ ging es mit verschiedenen Figuren und beleuchteten Röcken sehr bunt zu. Zwischendurch flog auch Konfetti.
Die doppelte Fischerin und Turner im Tütü
Und die Holzhauergarde erschuf eine ganze neue und Doppelversion der „Fischerin vom Bodensee“. Text, Choreografie, Bühnenbild und Requisiten waren großartig. Die Fischerin-Darsteller hatten es nicht leicht, in den kleinen, rollbaren Booten zu balancieren, doch meisterten es sehr gut. Die echte Fischerin machte der Influencerin klar, dass diese bei weitem keine Fischerin sei und es nur eine gibt.
Was die TVL-Turner nach der Pause boten, war beeindruckend und unglaublich witzig. Die Männer tanzten den Tanz der kleinen Schwäne aus Schwanensee und gingen dann in eine Kombination aus Ballettelementen, Sprüngen an und über Geräte und mehr über. Ein regelrechtes Feuerwerk an Witz und Können.
Gabi Glockers Rückkehr auf die Bühne des Bunten Abends begeisterte. Sie sinnierte über so manche Dinge und erzählte Männergeschichten. Außerdem versprach sie: „I’ll be back.“ Sie wolle in zwei Jahren wieder dabei sein – diese Aussicht machte den Applaus umso lauter.
Die witzigen News vom Bodensee
Der Hasenrat zeigte eine besondere TV-Sendung mit den etwas anderes News. Sie erklärten, wie es wohl in ferner Zukunft wohl auf Archäologen wirken werde, wenn die silbernen Stege in der Marienschlucht ausgegraben werden. Außerdem werde der dortige Bach s’Weckbächle heißen, aber die Archäologen müssten dann rätseln, warum eigentlich.

Die Top-News der „RasenHats“-Reporter waren zweifelsohne die geglückten Klon-Versuche eines Bürgermeisters, so dass andere Städte schon Interesse zeigen würden, nachdem Christoph Stolz erfolgreich verdoppelt und auf der Reichenau eingesetzt sei.
Stolz, der gemeinsam mit seinem Vater Rainer in der ersten Reihe saß, musste selbst sehr lachen. Die nächsten News bezogen sich auch noch gleich auf ihn: Er nehme an einem Schnellschwätz-Wettbewerb der Bürgermeister teil und der Gemeinderat wünsche ihm Glück.
Übrigens musste der 33-Jährige zwar nicht zum TV-Interview auf die Bühne, aber tanzen. Conny Sonnenmoser von den Fischerinnen zog ihn in einer Musikpause am Freitagabend kurzerhand von seinem Platz, und tanzte mit ihm zur „Fischerin vom Bodensee“. Das ganze Publikum stimmte singend mit ein.
Die letzten Tänzer auf der Bühne waren Angehörige aller Gliederungen, deren Stück-Titel „Große Liebe 1981“ eine Anspielung auf das Jüngste Mitglied mit 19 Jahren und das Älteste Mitglied mit 81 Jahren war. Und passt – immerhin ist bald Valentinstag. Darauf konnte dieser Tanz, bei dem alle Kleidung mit Herzen trugen schon etwas einstimmen. Aus einer Konfettikanone flogen sogar Herzchen ins Publikum.
Zunftmeister Oliver Thum stand den Abend über in verschiedenen Funktionen und Kostümen auf der Bühne. Mit Tobias Schacher, Francesco Lorusso und Michael Noll sang er sogar zwei Lieder. Die vier Männer hatte jede lustiges Menge aus dem Ort zu erzählen – auch von einer eigenen Panne und einer Begegnung mit der Polizei.
Schwimmen, Geschichtslektion und Stockacher Denglisch
Denis Reutebuch und Jürgen Beirer diskutierten als Seepferdchen und Freischwimmer über Schwimmfähigkeiten, das Strandbad und hatten noch interessantes aus der Geschichte dabei, ehe es mit „Gugged’ d’Musik“ unter Leitung von Rainer Ehmann und viel Stimmung langsam aufs Finale zuging. Die Musiker animierten das Publikum zum Aufstehen und am Platz tanzen. Der eine oder andere sang auch mit.

Beim Finale kamen schließlich alle Akteure nochmal auf die Bühne und sangen das Abschiedslied. Dabei sahen die Zuschauer auch die, die hinter der Bühne stehen und für Maske, Licht, Ton, Bühne und mehr zuständig waren.
Bemerkungen zu Stockach fielen auch immer wieder und die RasenHats-Reporter hatten auch ein paar News parat. Sie berichteten von den neuen Stadtfarben und dem Denglisch, in dem es nun verschiedene Sprüche zu Stockach gibt. Daher werde nun auch der Name der Bürgermeisterin nicht mehr Katter, sondern Kätter ausgesprochen. Der Schweizer Feiertag und das Narrengericht bekämen ebenfalls englische Namen – diese Idee ordneten sie am zweiten Abend einem der Ehrengäste zu, der Gerichtsnarr und Fürsprech ist: CDU-Landtagskandidat Christoph Stetter. Übrigens war auch Alt-Gerichtsnarr Wolfgang Reuter im Publikum.
Nach so einem großartigen Programm bleibt nur zu sagen: Schade, dass es nur zwei Abende waren. Die Mühe der zahlreichen Beteiligten hat sich auf jeden Fall mehr als gelohnt.



















































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