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Marienschlucht: Erste Toiletten, ertappte Falschparker und Beschluss für Parkgebühren

Knapp sieben Wochen nach der Wiedereröffnung der Marienschlucht ist noch längst nicht alles so, wie es sein soll, während der Besucherandrang konstant hoch ist. Dementsprechend gibt es auf dem Parkplatz und im Umfeld Probleme, Toiletten wurden immer dringender und die Debatte um mögliche Parkgebühren gewann auch an Bedeutung.

Das Thema Toiletten ist immer noch mit Fragezeichen behaftet, aber auf dem Parkplatz stehen wenigstens schon mal zwei provisorische Dixis-Klos. Für das untere Ende der Schlucht ist noch eine Lösung in Arbeit – aufgrund des Naturschutzes ist es dort nicht so einfach, wie alle Beteiligten mehrfach klargemacht haben.

Der Parkplatz liegt auf Gemarkung Allensbach und so ist dort die Gemeinde Allensbach zuständig. Die Verwaltung hat die Dixis als Notlösung aufstellen lassen. Und wer dort unterwegs ist, sieht, dass sie laufend genutzt werden. Auf dem Parkplatz ist extrem viel los – natürlich ist er an Wochenenden und Feiertagen schnell auch zu klein. Selbst die Zusatzstellplätze entlang der Straße, die eingerichtet wurden, stoßen an ihre Grenzen. Teilweise hat Allesbach auch Halteverbot erlassen, da an einigen Stellen die Rettungswege mit mindestens 3,05 Meter Breite gewährleistet sein müssen.

Um das durchzusetzen und zu zeigen, dass die Halteverbotsschilder nicht nur zur Zierde sind, kontrolliert das Ordnungsamt von Allensbach. So war ein Mitarbeiter auch am Muttertags-Sonntag unterwegs und war gut damit beschäftigt, Falschparker aufzuschreiben.

Im Ernstfall geht es um Minuten

Im Gespräch betonte er, wie wichtig die Rettungswege sind. Es wäre eine Katastrophe, wenn Krankenwagen, Feuerwehr oder Höhenretter im Erstfall nicht durchkämen. „Da geht es um Minuten“, sagte der Mitarbeiter. Er messe sogar nach, ob die notwendige Breite gegeben ist. Auch der Allensbacher Bürgermeister Stefan Friedrich weist auf die Rettungswege hin: „Der Rettungsdienst muss durchkommen.“

Es gibt also ständige Nachbesserungen, Kontrollen und weitere Pläne. Die Gemeinde Allensbach hat im Gemeinderat erst ganz frisch in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, Parkgebühren auf dem Wanderparkplatz einzuführen. Stefan Friedrich erklärt auf Nachfrage, es sei aufgrund der Eigentumsverhältnisse vertraglich etwas komplizierter – daher auch die nichtöffentliche Diskussion.

Parkgebühren ab Sommer geplant

Die Gebühren sollen laut Friedrich voraussichtlich zu den Sommerferien in Kraft treten. Gemeinsam mit Peter Park als Partner werde es schrankenloses Parken mit Kameraerkennung der Kennzeichen geben – also so wie auf einigen Parkplätzen in Bodman-Ludwigshafen.

Auf dem Marienschlucht-Parkplatz soll es nur ein Tagesticket geben. Die Höhe werde zwischen 5 und 8 Euro liegen – das stehe noch nicht ganz fest.

Öffentlicher Nahverkehr ist eine Alternative, das Fahrrad oder auch die MS Großherzog Ludwig. Mit dem Schiff ist es möglich, von Bodman, Ludwigshafen, Sipplingen und Überlingen zur Schlucht zu fahren.

Grün umrankt langsam das Metall

Auch die Schlucht selbst verändert sich zunehmend. Überall ist inzwische sattes Grün, das sich langsam an die Metallstege anschmiegt. Die Natur wird so immer einladender und es wird beeindruckender, dass man so in ihr wandeln kann und in die Tiefe Schlucht hinab oder weit auf die Seelandschaft hinaus blicken kann.

Die Meinungen gehen natürlich weiterin auseinander: Bei den einen leuchten die Augen und sie finden es großartig auf den Stegen zu laufen. Andere machen keinen Hehl daraus, dass sie lieber einen Steg weiter unten wie früher hätten. Eins haben sie aber alle gemeinsam: Sie sind da und können die Schlucht selbst sehen, erleben und beurteilen.

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