Glückstreffer feiert Geburtstag: Der Traum vom Brautkleid, viel Mut und eine Überraschung

Fünf Jahre Glückstreffer – was als Idee und mit dem Umbau eines ehemaligen Stalls in eine Brautkleid-Boutique begonnen hat, ist ein echter Geheimtipp geworden. Wobei – spätestens seit dem Tag der offenen Tür zum fünfjährigen Bestehen hat sich umso mehr herumgesprochen, was da für ein großartiges Konzept auf einem Hof in Münchhöf wartet.

Dort gibt es keine Laufkundschaft, sondern nur Bräute, die gezielt ein besonderes Kleid für den schönsten Tag im Leben suchen. Ein Second-Hand-Kleid. Dieses Konzept hat Simone Braun mitten aus der Corona-Zeit heraus geschaffen und etalbliert. Zufriedene Kundinnen erzählen anderen von „Glückstreffer“ und so entstehen weitere Kundinnen. Rund 80 Kleider warten dort darauf, ein zweites Mal für ein rauschendes Fest getragen zu werden. Und jedes einzelne komme sogar mit einer persönlichen Glücksbotschaft der ehemaligen Trägerin, erzählt sie. Das ist eine der Besonderheiten von „Glückstreffer“.

Kleider, die glücklich machen

Der Name ist auch in mehrfachem Sinn genau das, um was es geht und was in diesem Laden passiert: Das Traumkleid zu finden, macht glücklich, aber es braucht auch etwas Glück, damit bei Größe und Schnitt alles passt, denn jedes Modell ist natürlich einzigartig und nur ein Mal da. „Jedes Kleid ist etwas Besonderes und hat schon eine Braut glücklich gemacht“, sagt Simone Braun.

Sie und ihre beiden Mitarbeiterinnen Verena Menzer und Katharina Eichkorn konnten inzwischen schon viele Glückstreffer sehen. Vor fünf Jahren begann Simone Braun alleine mit dem Laden, vor rund drei Jahren holte sie die Frauen auf Minijob-Basis dazu.

Jede Braut erhält einen Einzeltermin, an dem sie mit ihren Vertrauten in aller Ruhe die Kleider anschauen und probieren kann. So viele Menschen wie beim Tag der offenen Tür hat der Verkaufsraum wohl noch nie gesehen. Schon direkt zu Beginn sind rund ein Dutzend Frauen an den Kleiderstanden und schauen sich, ausgerüstet mit weißen Handschuhen, die sorgsam aufgehängten Kleider an.

Die Augen leuchten und man sieht – da wird bald die eine oder andere Braut nach einem Anprobetermin glücklich mit einem Kleid nachhause gehen. Die Saison für Hochzeitsvorbereitungen und den Kauf von Hochzeitskleidern beginnt nun. Während in der warmen Jahreszeit die Hochzeiten stattfinden, machen sich über Herbst und Winter die meisten künftigen Bräute auf die Suche nach ihren Traumkleidern.

Kleider in Kommision

Im Herbst kämen immer viele frischgereinigte Kleider herein, erzählt Verena Menzer. Manche Frauen geben ihre Kleider schon kurz nach der Hochzeit in den Laden, andere erst später. Die Kleider, die dort hängen, sind aber nicht älter als drei Jahre, da Simone Braun ein paar Annahmebedingungen für die Kleider hat, die sie in Kommision nimmt. Der Traum in Weiß muss vom Stil her aktuell sein und muss zum Beispiel auch eine bestimmte Mindestlänge haben.

Aber Moment – Weiß? Na ja, genau genommen, haben die Kleider den Farbton Ivory. Ganz reines Weiß sei gar nicht mehr so häufig und in Glückstreffer gebe es gezielt Kleider in Ivory. Und neben den Kleidern, die bereits eine Hochzeit erlebt haben, hängen dort auch günstige Outlet-Modelle, mit denen Simone Braun das Sortiment ergänzt hat.

Der Blick in den Ladenraum lässt keinen Zweifel daran, wie gut das Konzept ist. Die Frauen sind begeistert. Und Simone Braun freut sich. Was mit Mut begonnen hat, ist eine Erfolgsgeschichte geworden. „Die fünf Jahre gingen schnell vorbei“, sagt sie, während sie erzählt, wie alles angefangen hat.

Die Idee und der andere Laden

Zwischen dem Gedanken, einen Laden zu eröffnen und dem Beginn des Scheunenumbaus habe genau eine Woche gelegen. Mitten im Jahr 2020, also zu Beginn der Corona-Zeit. Ihr Freund Raphael konnte als Zimmermann alles selbst machen und so wurde aus einem ehemaligen Stall ein Laden. Genaugenommen sogar zwei, denn er hat direkt daneben ein Geschäft für selbstgemachte Holzdeko, Uhren und mehr. Nach dem Ende der Corona-Einschränkungen sei dann die Eröffnung gewesen.

Verena Menzer erzählt, ihr mache es große Freude, im „Glückstreffer“ zu arbeiten. Sie sei jede Woche ganz gespannt, welche neuen Kleider sie entdeckten könne. Sie erzählt, die Kundinnen kämen teilweise auch von weit her und nicht nur aus dem Landkreis oder den Nachbarkreisen. Manche kämen aus dem Raum Rottweil oder sogar Österreich. Sie begleitet die Frauen gerne auf der Suche nach dem perfekten Kleid und beschreibt, wie es immer einen magischen Moment gebe, ein besonderes Strahlen der Braut, wenn sie ihr Kleid gefunden habe.

Bei so viel rund um das Thema Hochzeit und so vielen wunderbaren Brautkleidern gibt es im Gespräch am Ende eine Überraschung: Simone Braun hat den großen Tag und die Suche nach dem perfekten Kleid selbst noch vor sich, obwohl sie schon so viele Frauen dabei begleitet hat. Sie und ihr Freund sind schon lange zusammen und Eltern – aber haben noch nicht geheiratet. Vielleicht findet sie ihr Kleid im eigenen Laden, wenn es soweit ist.

Simone Brauns Freund Raphael hat neben ihrem Laden ein Geschäft für schölne Dinge aus Holz. Dort ist immer mittwochabends geöffnet. Bild: Ramona Löffler

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