Ein großer Wunsch der Bürger von Bodman schwelt schon sehr lange – nun schlug er im Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen auf: Tierärztin Karin Weber sprach in der Einwohnerfragstunde die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit des Seeums für private Feiern an. Bei der alten Obsthalle, die samt benachbartem Rathaus vor rund 25 Jahren dem Bau des Seeums weichen musste, sei das immer ganz anders gewesen. Und seither sei eigentlich nie das eingehalten worden, was man den Einwohnern versprochen habe.

Das sie das jetzt ansprach, hatte einen konkreten Anlass: Eigentlich hätte Karin Weber im Sommer im Seeum gerne ein großes Familienfest organisiert, bei dem Gäste von weit her anreisen und übernachten, so dass dies nur an einem Wochenende geht. Das Problem: Das Seeum steht im Sommer für Einwohner an Wochenenden nicht zu den vergünstigten Tarifen zur Verfügung. Zudem sei man gezwungen die Bewirtungsangebote des Pächters mitzubuchen und könne nicht selbst etwas organisieren.
Einwohner sind unzufrieden und wollen Lösung
„Da muss man einen großen Geldbeutel mitbringen“, sagte die Bodmanerin. Diese Situation mit dem Seeum für die Einwohner belaste sie extrem. Und nicht nur sie: In ihrer Praxis werde oft darüber gesprochen und alle fänden dies nicht gut. „Das demotiviert uns.“

Karin Weber wünschte sich, dieses Thema bei der nächsten Einwohnerversammlung, die im Sommer geplant ist, zu besprechen. Sie wolle, dass eine Lösung gefunden werde und nicht motzen, betonte sie.
Sehnsucht nach der alten Obsthalle
Zudem rief sie allen in Erinnerung, wie es mit der Obsthalle gewesen war: „Wir Einheimische haben sie in Eigenregie renoviert. Viele waren gegen den Abriss und man hat uns damals mündlich zugesagt, dass mit dem Seeum bei der Nutzung alles wie vorher bleibt. Es ist verheerend für das Dorf, wenn es nichts gibt, das nutzbar ist.“

Bürgermeister Christoph Stolz verstand die Situation, wies aber auch die Sachlage hin. „Die Tarifbedingungen für Einwohner sind im neuen Pachtvertrag drin“, sagte er zur aktuellen Neuverpachtung. „Im Sommer können Einheimische das Seeum von Montag bis Donnerstag zu günstigen Bedingungen mieten. Es wäre schwierig für den Pächter, wenn er es im Sommer am Wochenende nur für wenig Geld vermietet.“ Er glaube, der Kompromiss funktioniere, sagte aber auch zu, für die Einwohner verständlich aufzubereiten, wie genau die Mietmöglichkeiten aussehen.
Generell ein anderes Pachtmodell?
Die Debatte landete darauf hin bei der Frage, warum der Pächter alles pachten muss und nicht selbst nur die Tage mieten könnten, die er selbst tatsächlich nutzt. Karin Weber bemerkte, sie finde die Struktur des Pachtvertrags nicht gut.

Für den Augenblick verwies Stolz auf den bestehenden Vertrag, der bis Anfang 2028 als Interimslösung für das Seeum geschlossen wurde. „Ab 2028 ist alles offen“, sagte er und meinte damit, dass ab dann eine dauerhafte Vermietung anvisiert ist, über deren Bedingungen der Gemeinderat noch sprechen wird. Das war so von Anfang an geplant, als nach der Insolvenz des früheren Pächters eine schnelle Zwischenlösung gesucht worden war.
Er betonte auch: „Der Betrieb des Seeums muss funktionieren und es muss offen sein.“ Das sei ein Spannungsfeld.



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