Wohin zuerst? Oder überhaupt? An so einem Samstag im April keine leichten Fragen. Gut, der Startort ist Stockach und da warten direkt schon mal drei Anlaufstellen für Schnäppchenjäger: der letzte Tag beim Ausverkauf von dm für den Umbau, Werksverkauf bei Rival Haas und das Awo-Second-Hans-Kaufhaus hat offen. Schon eine Menge… Spaß… aber auch eine Nervenprobe, wenn Station 1 der Drogeriemarkt ist.
Die Drogerie-Schnäppchen müssen fast 40 Minuten in der Kassenschlange verbringen, ehe sie in eine Tüte dürfen dürfen. Die Laune und Morgensonne strahlen dann direkt um die Wette, da es am letzten der drei Ausverkaufstage 50 Prozent auf alles gab. Das ist mal eine Ansage und trotz vieler leerer Regale gab es noch genug Sachen, die interessant für mich waren.

Übrigens war das noch harmlos. Am ersten Tag war Security im Einsatz um den Einlass zu regeln. Eigentlich sollte es auch eine dritte Kasse geben, doch die konnte nicht zum Laufen gebracht werden. Die Schlange reichte in einem großen Bogen durch den Laden und der Verkehr auf dem Parkplatz und darüber hinaus war fast drei Tage lang im Ausnahmezustand.
Ordnungshelfer vom lokalen Hersteller
In der Werksverkaufhalle der Stockacher Firma Rival folgt eine Überraschung: Durch neue Regale sieht es viel einladender als sonst aus. Überhaupt hat sich dieses Angebot, das rund alle zwei Wochen stattfindet, inzwischen fest etabliert und richtig gemausert. Ich gehe immer wieder gerne hin und lasse mich durch die Halle treiben, um zu schauen, ob etwas Neues da ist. Oder ob gerade Kunststoffboxen in der Größe da sind, die ich laufend brauchen kann. Und tatsächlich: Eine gute Größe flacher Schrankboxen ist sogar Tagesangebot. Super!



Der Besuch in „Gleis 4“, dem Second-Hand-Kaufhaus des Awo Ortsverbands ist immer spannend. Der Flohmarktladen in einer alten Halle an den Gleisen hat Charme und macht den Auftakt für die Flohmarktbesuche an diesem Tag. Ich liebe es, Nützliches oder Hübsches zu entdecken – Einzelstücke aus vergangenen Jahrzehnten oder Dinge, die man umnutzen kann. So werden kleine, schicke Trinkgläschen zu Mini-Vasen.
Schöne und nachhaltige Schnäppchen
Das Tolle an diesem Laden ist, dass es laufend neue gebrauchte Sachen gibt, Menschen mit wenig Geld gute Sachen finden oder Flohmarkt-Fans voll auf ihre Kosten kommen, da von antik bis modern alles bunt gemischt ist. Die Preise an sich sind schon verführerisch und bis Ende April gibt es sogar auch noch 30 Prozent Rabatt auf alles außer Antik.

Ich nehme jetzt immer ein paar Teile mit hin, wenn ich etwas in „Gleis 4“ kaufe. Das ist doppelt nachhaltig, für einen guten Zweck und man hat immer wieder neue Deko. Oder neues Historisches – Geschichtsfans finden dort auch immer wieder mal etwas mit Bezug zu Stockach oder der Region.
Dörfer werden zu Schnäppchen-Paradiesen
An diesem sonnigen Tag locken in verschiedenen Orten Dorfflohmärkte im ganzen Landkreis – und an den kommenden Wochenende wird es kaum anders. Schlatt unter Krählen, Überlingen am Ried und die Insel Reichenau und Reichenau-Waldsiedlung stehen zur Wahl. Vielleicht habe ich sogar was übersehen.
Ich fahre zur Waldsiedlung, wo man gut das Auto abstellen und alle Straßen ablaufen kann. Um die Mittagszeit sind einige Schnäppchenjäger schon wieder weg und weitergezogen, aber an manchen Stellen tummeln sich einige, vor allem beim Würstchenstand der Fußballer und dem benachbarten Kuchenstand des Siedlervereins. In den Straßen ist es das normalste der Welt, wenn einem ein Mann mit zwei Dinosauriers unter dem Arm entgegen kommt. Ja, so sind die Dorfflohmärkte.

Die Stand betreiben haben es gemütlich in ihren Gärten und Höfen, für die Interessenten gibt es einen schönen Spaziergang durch Straßen und Orte, in denen sie so vielleicht noch nie waren. Das gilt auch für mich, da ich so noch nie in der Waldsiedlung unterwegs war. Zwei Deko-Schnäppchen und ein paar Kuchenstücke to go später geht es auf die Insel weiter.
Witzige Dinge und ein Scherz mit Nachbars Auto
Die beiden Flohmärkte haben verschiedene Organisatoren und jeweils Karten, so dass man weiß, welche Häuser mitmachen und wo man hingehen kann. Auf der Insel steuere ich vor allem Stellen an, an denen es mehrere Stände an einer Stelle oder einer Straße gibt. Besonders schön: Eine Ansammlung von Ständen neben einer Löwenzahnwiese, auf der ein fröhlicher Standbetreiber gerade ein „Verkauft“-Zettel an eine antike Nähmaschine anbringen kann.



Ein paar Meter weiter steht ein ungewöhnlicher und toller Monopoly-Spieltisch aus Mahagoni. Einzelstück? Wer weiß… Das ist nur eines von vielen Dingen, die mich an diesem Tag faszinieren. Lustiges gibt es auch, zum Beispiel die Bikini-Trinkgläser an einem Stand in Mittelzell, für die sich erstaunlicherweise noch keine Männer interessiert haben. Oder ein Scherz-Schild an einem Auto in der Waldsiedlung, mit dem das Auto des Nachbarn für 9,99 Euro angeboten wird. So am eigenen Grundstück statt auf einem großen Platz gibt es auch ganz andere Möglichkeiten, seine Waren zu präsentieren: Da tragen dann Zaunspitzen Hüte oder Handtaschen und Kleider hängen wie Obst an den Bäumen.
Parallel zum Flogmarkt ist im Inselcafé ausverkauf, also schaue ich mal rein. So viele Gläser oder Tassen brauche ich nicht, aber einer der riesigen eckigen Brotkörbe hinter der Theke wandert letztendlich als letztes Schnäppchen des Tages ins Auto.
Das Budget im mittleren zweistelligen Bereich, das ich mir gesetzt hatte, ist damit ausgeschöpft. Und eine ganze Tüte voll Nähgarn für eine liebe Bekannte die Täschchen näht, ist sogar dabei. Das war sicherlich der Tagessieger mit einem Preis von gerade mal drei Euro.

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