Schrauben, Farbe und viel Engagement: Narren bauen ihren Umzugswagen

Viele Hände packen an, um einen großen Umzugswagen für das große Narrentreffen in Stockach rechtzeitig fertigzubekommen. Der Countdown läuft: Vom 23. bis 25. Januar kommen rund 6000 Hästräger in Stockach zusammen – dazu werden über das Wochenende rund 12.000 Besucher erwartet.

Und der Wagen ist beim Sternmarsch am Samstag sowie dem Umzug am Sonntag ein Kernelement der Stockacher Narren: Auf ihm wird die berühmte Kriegsratsszene gespielt, in der Hans Kuony seinen Rat gegeben hat und später als Belohnung das Privileg erhalten hat, Narrengericht zu halten.

Die Wagenbauer benutzen viel Holz und Styropor. Bilder: Ramona Löffler

Angehörige verschiedener Gliederungen arbeiten fleißig am Umzugswagen der elf Meter lang und fahrbahnbreit ist. Um einen Thron herum gestalten sie Felsbrocken aus Styropor, das bemalt wird. Dazu kommen auch Tannen als Wald, erzählt Narrenbüttel Matthias Stolp, der Bauleiter in der Gruppe. Zu diesen großen Arbeiten gesellen sich auch die filigranen Aufgaben, um Steine echt-wirkend zu malen und den Hauptbrief für das Narrengericht-Privileg mit in schönen großen Buchstaben zu schreiben. Das Material sei teilweise aus Restbeständen, anderes sei dazugekauft worden. Farben habe die zehnköpfige Gruppe zum Beispiel vom Malerbetrieb Walter erhalten.

Kreativität trifft auf TÜV-Regeln

Rudolf Schwägerl von den Hänsele erklärt, die Arbeitsgruppe habe das Konzept für den Wagen gemeinsam entwickelt und setze die Pläne nun um. Dabei hätten sie sich einen früheren Wagen als Vorbild genommen. Allerdings sind sie nicht ganz frei, sondern müssen aus Sicherheitsgründen und TÜV-Vorschriften bestimmte Dinge einhalten: Seitlich muss überall eine Verkleidung sein, damit niemand unter die Räder geraten kann, aber gleichzeitig müssen die Reifen in Kurven genug Spielraum haben. Ein Geländer ist ebenfalls nötig und der Wagen darf auch nur eine bestimmte Höhe haben, wobei das Team in der kleinen Halle ohnehin durch die Decke begrenzt ist.

„Wir haben Glück, dass der Wagen hier reinpasst“, sagt Schwägerl und lobt seine Kollegen: „Die Zusammenarbeit klappt hervorragend.“ Das sei immer so, wenn Mitglieder verschiedener Gliederungen an einem Projekt arbeiten. Hier seien Hänsele, Zimmerer, Alt-Stockacherinnen, eine Marketenderin und der Narrenbüttel beteiligt.

Die anderen Wagen kommen von außerhalb

Der Unterbau des Umzugswagens stammt laut Schwägerl von Harald Wiest aus Mahlspüren im Hegau, der ihn auch mit dem Traktor ziehen wird. Natürlich in Schrittgeschwindigkeit, also demselben Tempo wie der gesamte Umzug. Der Wagen wird einer von mehreren sein, aber der einzige aus Stockach. Andere Narrenzünfte bringen ebenfalls Umzugswagen zum Narrentreffen nach Stockach mit. Bei den Aufführungen der Kriegsratsszene werden ob vier, eventuell fünf Personen, auf dem Wagen sein, so Stolp.

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