Streit um städtischen Zuschuss für Narrentreffen des Narrengerichts

Ein Zuschuss für das Narrentreffen des Narrengerichts im zurückliegenden Januar löste kürzlich im Stockacher Gemeinderat Kritik über Fairness zwischen den Vereine aus. Diese Diskussion, ja eigentlich eher Streit, ging sogar so weit, dass Räte die Offenlegung der Einnahmen des Narrengerichts bei beim Narrentreffen im Januar forderten und ein Blick auf die Zahlen in eine nichtöffentliche Sitzung vertagt wurde.

Abgesehen von der Schärfe dieser dieser Diskussion war erstaunlich, dass dies sogar das dritte Thema in ein und derselben Sitzung war, in der die Emotionen hochkochten und Kritik kam – erst die Kosten für die Bürgerbeteiligung im Honold-Haus, dann eine Grundsatzdebatte über eigentlich beschlossene Blitzerkameras und schließlich der Zuschuss für das Narrengericht. Immer ging es ums Geld und immer ging es heiß her.

Es gab bereits die Zusage und Zahlung eines Zuschusses für die Narrentage in Höhe von 15.000 Euro. Die Kosten für den Einsatz von städtischem Personal und Fahrzeugen lagen bei rund 42.500 Euro, doch nur etwa die Hälfte sollte in Rechnung gestellt werden.

Kommen andere Vereine zu kurz?

Eigentlich begann das Thema sogar mit einer positiven Note von Bürgermeisterin Susen Katter. „Das Narrentreffen war ein großer Erfolg und hatte Strahlwirkung mit dem Besuch von Ministerpräsident Kretschmann und Erzbischof Burger. Ein besonderes Ereignis, auf das wir stolz sein können.“ Dabei hob sie hervor, dass alles ehrenamtlich gestemmt worden sei. Zudem lobte sie auch die großen närrischen Veranstaltungen in Espasingen und Wahlwies. Das Ordnungsamt habe die Narren überall unterstützt und werde dies auch künftig tun.

CDU-Rat Michael Junginger bestätigte zwar, wie toll alles gewesen sei, bemängelte jedoch, wie weit die Schere auseinander gehe, wenn der Bauhof in Stockach beim Narrentreffen so viel mache, in Ortsteilen aber nur Schilder bringe, um die sich die Narren dann selbst kümmern müssten. Alexander Buhl und Wolf-Dieter Karle von den Freien Wählern schlossen sich dem Wunsch nach Gleichbehandlung an.

Kritik am Vorgehen

Die Freien Wähler hätten unterschiedliche Ansichten zum Thema, so Wolf-Dieter Karle. Er wolle eine Kostenrechnung des Narrengerichts haben: „Ist der Verein so in den Miesen, dass wir so viel geben müssen?“ fragte er. „Sportvereine müssen immer alles genau auflisten.“ Hier gebe es jedoch keine Aufstellung des Narrengerichts.

Susen Katter erklärte, das Narrentreffen habe das Narrengericht 164.000 Euro gekostet und verschiedene Vereine hätten die Bewirtung gemacht und dadurch Einnahmen generiert. Das Narrengericht sei teilweise in Vorleistung gegangen, damit die Vereine dies hätten tun können.

Wunsch nach mehr Unterstützung für kleinere Vereine

CDU-Rat und Espasinger Ortsvorsteher Andreas Bernhart hatte verschiedene Rückfragen und regte an, mal insgesamt über die Förderung der Vereine als Signal an diese zu sprechen, woraufhin Susen Katter einhakte, die gängige Praxis sei, den Vereinen in den Ortsteilen die Leistungen der technischen Dienste für Schilder nicht in Rechnung zu stellen.

Michael Junginger sagte, den Vereinen fehlen Manpower, weshalb es gut wäre, wenn die Technischen Dienste mehr machen würden. Das wäre ihm wichtiger als Geld für die Vereine.

Das Thema Geld blieb jedoch im Fokus und Markus Gebert (Freie Wähler) lenkte direkt wieder auf das Narrengericht: „Ich frage mich, wie viel Gewinn das Narrengericht gemacht hat. Für mich sind nicht die Ausgaben entscheidend, sondern der Gewinn.“

Offenlegung der Zahlen in nichtöffentliche Sitzung

Susen Katter versuchte die Diskussion einzufangen: Sie finde nicht, dass man eine Offenlegung brauche und  betonte nochmal die Strahlwirkung des Narrentreffens. Die Technischen Dienste seien bei dieser mehrtägigen Veranstaltung aufgrund des großen Gebiets mehr unterwegs gewesen. Bernhart unterstützte ihre Worte: Eine Offenlegung sei nicht nötig – aber: „Es geht hier um Kosten, die nicht in Rechnung gestellt werden. Wir sollten schauen, wie die Stadt andere Vereine unterstützen kann. Das Narrentreffen ist positiv zu sehen.“

Schließlich beantragte Jürgen Kragler (CDU), dass sich der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung mit den Zahlen des Narrentreffens auseinandersetzt. Dieser Antrag ging mit 14 Ja-Stimmen, 9 Nein und 2 Enthaltungen durch.

Und jetzt?

Auf Nachfrage von „Tiefgang“ nach den Osterferien sagte Hauptamtsleiter Hubert Walk, bisher sei das Thema noch nicht nichtöffentlich behandelt worden. Wann der Rat darüber spricht, ist also noch nicht klar. Laut Antrag geht es auch nur um die Zahlen, so dass die abschließende Zuschussentscheidung eigentlich wieder in eine öffentliche Sitzung kommen müsste.

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