Unnötig oder gut? Die Stockacher Stadträte sehen einen Lückenschluss bei den Temporeduzierungen in der Unterstadt sehr unterschiedlich. In der Debatte, ob die Bahnhofstraße, Schillerstraße und die Goethestraße parallel zur Straße „Stadtwall“ von Tempo 50 auf 30 reduziert werden sollte, kochten die Emotionen hoch. Die einen fanden es unnötig, da ohnehin nicht so schnell gefahren werde, andere fanden es wichtig, damit die Goethestraße nicht zur Ausweichstrecke für die Straße „Stadtwall“ wird.
Roland Fiedler (Freie Wähler) fand die Begrenzung zu stark, da die Autofahrer in der Verantwortung seien, ordentlich zu fahren. Julia Zülke (parteilos) freute sich dagegen über Tempo 30. CDU-Rat Christoph Stetter findet Tempo 30 zwar im Grundsatz gut, doch würde es hier nur als Mittel gegen einen Flickenteppich sehen. Bürgermeisterin Susen Katter griff genau dies auf: Die einheitliche Gestaltung der Geschwindigkeit sei das Ziel, damit es kein Hin und Her gebe.
Aktuell herrscht zwar Baustelle, doch im Rahmen des Lärmaktionsplans wird beim Lidl nach Fertigstellung der Straße eine Tempobegrenzung gelten. Grünen-Rätin Alice Engelhardt sprach als erste aus, was passieren könnte, wenn daneben in der Goethestraße Tempo 50 bleiben würde: Die Autofahrer, die Richtung ZG-Kreisel wollen, könnten vor Lidl über die Goethestraße in die Aachenstraße abkürzen und dorthin könnte sich Verkehr verlagern. Das sah auch die Bürgermeisterin so.
Die kurze, aber intensive Debatte endete mit einer Abstimmung, in der zwar einige gegen die Änderung waren, aber Tempo 30 in der Goethestraße trotzdem die Mehrheit erhielt. Die Bahnhofstraße, die Schillerstraße, die Goethestraße ab der Einmündung in den Stadtwall und die Aachbachstraße, in der bereits aufgrund des Lärmaktionsplans Tempo 30 gilt, werden nun zu einer zusammenhängenden Tempo-30-Zone zusammengefasst.

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