Eine Entscheidung ohne Diskussion ist im Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen nicht unbedingt häufig. Bei den neuen Sätzen für die Abfallgebühren war es aber tatsächlich so, obwohl es zuvor bei anderen Punkten lange Debatten gegeben hatte. Das Stichwort Kostendeckung ist hier der Grund: In jeder Gemeinde geht es bei der Müllentsorgung darum, kostendeckend zu arbeiten.
Alexa Stärk von der Verwaltung stellte die Neuberechnung der Sätze für die Rest- und Biomülltonnen vor. Diese Berechnung findet alle zwei Jahre statt. Die Gebühren, die ab dem 1. Januar 2027 für die Jahre 2027 und 2028 gelten sollen, liegen bis zu 19 Prozent höher als bisher. Die Kalkulation umfasst eigentlich mehr als nur diese beiden Müllarten. Genaugenommen werden laut der Sitzungsvorlage die gebührenfähigen Kosten für Rest- und Biomüll, Sperrmüll, Grünschnittabfuhr und Eigen-Anlieferung an die Abladestelle bei Container Marquart, Elektroschrott sowie Altpapier ermittelt. Diese werden dann auf die Hauptkostenstellen Rest- und Biomüll umgelegt. Neu ist dieses Mal, dass auch die Entsorgung von Alttextilien einberechnet word, da ab 2027 nicht mehr das DRK, sondern die Gemeinde dafür zuständig sind. Bei der Neukalkulation werden Über- und Unterdeckungen aus den Vorjahren sowie eventuelle Erlöse aus der Verwertung von Elektroschrott oder Alttextilien und Verwaltungsgebühren durch den Austausch von Mülltonnen berücksichtigt.
Was sich beim Restmüll verändert
Unter Berücksichtigung von Gebührenobergrenzen verändern sich die Kosten für Restmülltonnen so: 60 Liter steigen von 58 auf 64 Euro, 120 Liter von 117 auf 129 Euro, 240 Liter von 235 auf 258 Euro im Jahr. Der Windelsack bleibt bei 3 Euro und ein Restmüllsack bei 5 Euro. Diese neue Gebühren bedeuten zwar Mehrkosten für Hausbesitzer und Mieter, die Gemeinde arbeitet jedoch mit einer leichten Unterdeckung in Höhe von rund 4591 Euro.
Zu den Hintergründen dieser Erhöhungen hieß es auch, die Entsorgungsfirma Remondis habe eine Preiserhöhung angekündigt und der Müllabfuhrzweckverband sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb hätten Erhöhungen angekündigt. Bei der Berechnung habe sich allerdings posititiv ausgewirkt, dass es in den vergangenen zwei Jahren eine Überdeckung beim Restmüll gegeben habe, der sich kompensierend ausgewirkt habe.
Biomüll wird sogar 19 Prozent teurer
Beim Biomüll verändern sich die Gebühren stärker – dort gab es in der Vergangenheit eine Unterdeckung, die ausgeglichen werden muss. Und auch hier haben Remondis sowie Container Markquardt, wo Grünschnitt abgegeben werden kann, Preiserhöhungen angekündigt. Ab 2027 sieht es folgendermaßen aus: 60 Liter steigen von 108 auf 129 Euro, 120 Liter von 217 auf 258 Euro und 240 Liter von 434 auf 516 Euro im Jahr. Diese Steigerung entspricht 19 Prozent. Hier entsteht künftig eine minimale Unterdeckung von rund 212 Euro.
Da alles klar und, wie Bürgermeister Christoph Stolz es einordnete, „nachvollziehbar“ war, gab es keine Wortmeldungen. Das Gremium beschloss die neuen Gebührensätze und die Änderungssatzung einstimmig.

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