Auftakt von SeeDich zeigt: Genau das hat in Bodman-Ludwigshafen gefehlt

Die Ideen sprudelten aus den rund 40 Interessierten nur so heraus: Spieleabend, gemeinsamen Nähen oder Radfahren, Singen oder Aquarelle in der freien Natur malen. Zu diesen Themen und mehr sollen sich Untergruppen beim Nachbarschaftsnetzwerk SeeDich in Bodman-Ludwigshafen bilden. Der Vorstellungsabend von SeeDich war so ein voller Erfolg. Interesse und Motivation waren im Zollhaus förmlich spürbar. SeeDich ist genau das, was sich viele schon gewünscht haben und nun können nach und nach alle Ideen umgesetzt werden.

Birgit Martens und das Team von SeeDich stellten zunächst sich und ihr Ziel vor. Dabei hatten sie Unterstützung von Mimi Böckmann, der Koordinatorin der Plattform „lebenswert“ aus Reutlingen, wo das Netzwerk in den vergangenen Jahren auf mehrere hundert Mitglieder gewachsen ist und es für die Koordination sogar zwei halbe Stellen gibt.

Wie sich SeeDich schon entwickelt hat

Die Idee zu SeeDich ist aus einer Gruppe der Leitbilderstellung für Bodman-Ludwigshafen entstanden. Birgit Martens und andere Mitglieder waren damals Teil einer Themengruppe und haben festgestellt, dass sich die Einwohner nach mehr Vernetzung und gemeinsamen Dingen sehnen. Das steckt auch im Name drin, da See nicht nur der Bodensee und der Ort am See ist, sondern auch dass man sich bzw. den anderen sieht.

Das Team ist glücklich, wie gut die Auftaktveranstaltung gelaufen ist. M hebt als Gast und Ratgeberin zudem hervor, wie toll es sei, dass Menschen verschiedener Altersgruppen mitmachen wollen – nicht nur Ältere. Im Publikum saßen auch junge Eltern mit ihren Kindern und die Mischung scheint anhand der Handmeldungen für die ersten geplanten Aktivitäten bunt zu werden. Die Pinwand wurde schnell mit Zetteln für kleine Gruppen voll und bei jedem Thema gingen mehrere Hände in die Höhe. Auch mehrfach. Einige haben Interesse, bei verschiedenen gemeinsamen Dingen mitzumachen.

Viele Ideen und Interessenten für Aktivitäten

Die Bandbreite ist groß: Klassisches Zusammenkommen für einen Spielemittag, ein Literaturtreff, Aquarelle in der Natur malen, gemeinsam Sport machen oder Sternenbeobachtung mit Uli Martens bei Neumond und klarem Himmel. Die Vielfalt beeindruckte sichtlich das Team und die Anwesenden. Auch Bürgermeister Christoph Stolz war von den Vorschlägen sehr angetan und notierte ebenfalls auf einem Zettel, bei was er sich anschließen würde.

Bürgermeister Christoph Stolz freute sich über den gelungenen Auftakt für SeeDich. Er sagte in seinem Grußwort, er habe zu hoffen, aber nicht zu träumen gewagt, dass sich soetwas in der Gemeinde entwickelt. Er rief auf, bei SeeDich mitzumachen.

Direkt zum Start steht nun also schon eine Menge im Raum und nach der ideenreichen Sammelrunde ging es bei Snacks und Getränken noch weiter – viele nutzten die Gelegenheit, sich kennenzulernen und weitere Gedanken auszutauschen. Wo und wann genau was von den angedachten Aktivitäten stattfindet, ist natürlich noch offen. Das SeeDich-Team sichtet nun alle Zettel und nimmt die Interessierten in einen Mailverteiler auf. Wer ebenfalls dabei sein möchte, kann sich per Mail an mail@seedich.de melden.

Regelmäßige Treffen in der Schulmensa

Was schon feststeht: SeeDich veranstaltet am Montag, 27. Juli, immer an jedem letzten Montag im Monat um 17 Uhr in der barrierefreien Mensa der Sernatingen-Schule einen Treff, der immer ein anderes Thema haben wird. Jeder Termin besteht dann aus dem Thema, einer Austausch-Runde und der Möglichkeit, Angebote und Gesuche an einem schwarzen Brett zu teilen.

Hund Anton gehört auch zu SeeDich. Bild: Ramona Löffler

Als Birgit Martens auf eine Frage zu Bodman erwähnte, dass SeeDich für dort noch auf der Suche nach einem Raum für Treffen und Veranstaltungen sei, kam kurz darauf schon eine Lösung: Joachim Hölzle, der Vorsitzende des TSV-Bodman, saß unter den Zuhörern und bot den Raum des TSV im Clubhaus Bodman kostenfrei an. In Ludwigshafen zeichnet sich auch schon etwas ab, wo es noch Raum gibt. Ein Ziel sei, dass die Angebote abwechselnd in beiden Ortsteilen stattfinden, so Birgit Martens.

Ein spannendes Beispiel aus Reutlingen

Da SeeDich noch neu ist und für manche vielleicht auch noch nicht so greifbar ist, was alles in so einem Netzwerk möglich und denkbar ist, stellte Mimi Böckmann das Projekt aus Reutlingen vor. Sie hatte neben normalen Dingen auch ein kurioses Beispiel dabei, zu was sich Menschen in einer Gruppe zusammengeschlossen haben: Einige Männer hätten ihre eigenen Särge gebaut. Das sollte verdeutlichen, dass man in alle Richtungen denken kann und fast nichts abwegig ist.

Mimi Böckmann hob hervor, wie großartig es in Bodman-Ludwigshafen sei, dass beide Kirchengemeinden und die politische Gemeinde SeeDich unterstützen. Sie drückte poetisch aus, was durch die Unterstützung und das Engagement der Menschen geschieht: „Der Strauß des Miteinanders blüht auf.“

Bei so einem Netzwerk gehe es darum, offen für Ideen zu sein, die andere umsetzen wollen und dabei zu helfen. Die meiste Motivation habe immer jemand, der für sein eigenes Projekt brenne und kämpfe. Sie hatte viel Lob für die Gemeinde und die Angebote, die es schon gibt und auf die man aufbauen könne.

Ein Besonderheit des Abends war das See-Dich-Lied, das eine Sängerin aus der Gruppe mit Keyboard-Begleitung sang. Die Orga-Gruppe stimmte mit ein und einige aus dem Publikum ebenfalls, da der Text auf der Beamer-Leinwand zu sehen war. Dieses Lied reiht sich nun in die herausragenden Kompositionen ein, die es bereits zur Doppelgemeinde und ihrer Geschichte gibt, also zum Beispiel die Stettelberger-Musicals und die Bolu-Hymne von Dirigent Rainer Ehmann.

Infos und Kontakt: www.seedich.de

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