50 Euro – so viel kostet die Missachtung des Verkehrszeichens, das anzeigt, dass man nicht entgegen der Fahrtrichtung in eine Einbahnstraße fahren darf laut Bußgeldkatalog. Das ist nicht gerade wenig, aber auch die Anzahl der Autofahrer, die in einem Abschnitt der Weißmühlenstraße als Umleitungsstrecke für die Linde-Kreisel-Baustelle unerlaubt nutzen, summiert sich.
Was da los ist? Nach zahlreichen Rückmeldungen und Nachbesserungswünschen haben Stadt und Straßenverkehrsbehörde reagiert. Unter anderem gab es extremen Stau durch den Begegnungsverkehr im oberen Abschnitt der Weißmühlenstraße. Dort, also zwischen Lidl-Baustelle und des Eiscafé Europa, ist nun eine unechte Einbahnstraße.

Aus Richtung Baustelle darf man nicht mehr nach oben fahren – nur aus Richtung Eiscafé hinunter. Die einzige Ausnahme gilt für Anwohner, die von ihren Grundstücken aus, in beide Richtungen ausfahren dürfen. Deshalb heißt dies unechte Einbahnstraße. Zudem sind Radfahrer von der Einbahn-Regelung ausgenommen.
Gewohntheit oder Absicht?
Aber bisher klappt das Ganze noch nicht wirklich. Alle paar Minuten fährt trotzdem jemand an den roten Schildern, mit dem weißen, waagerechten Balken vorbei. Versehen aus Gewohntheit? Kalkulierte Absicht? Eine Antwort gibt es nicht wirklich. Aber das Ordnungsamt stand den ganzen Montag über dort und kontrollierte. Nicht versteckt, sondern ganz offen. Der Mitarbeiter trug eine von weitem deutlich sichtbare gelbe Weste mit der Aufschrift Ordnungsamt und auf dem weißen Dienstfahrzeug blinkte ein kleines orangenes Warnlicht. Und trotzdem ein Verkehrsverstoß nach dem anderen.
Zwischen 15.30 und 16 Uhr war es erstaunlich, dass alle vier oder fünf Minuten ein Auto gegen die Einbahnregelung verstieß. Das Ordnungsamt hat dies mit Fotos dokumentiert und wird die entsprechenden Bußgeldbescheide verschicken.

Ähnliche Missachtungen gab es zu Beginn der Sperrung an der Linde, als die Kreisel-Baustelle eingerichtet wurde. Auch damals in den Tagen nach ostern kontrollierte das Ordnungsamt. Abkürzungen durch die Sperrung zogen ebenfalls Bußgelder in Höhe von 50 Euro nach sich.
Neben dieser unechten Einbahnstraße gibt es noch weitere Veränderungen. Die Sperrung der Straße am Stadtwall wurde so richtung Oberstadt verschoben, dass sie nun bei der Verkehrsinsel am Lidl-Grundstück beginnt. Die kleine Brodmannstraße ist damit eine Sackgasse und dort wurde die Einbahnregelung vorübergehend durch ein durchgestrichenes Verkehrsschild aufgehoben, da man nun nur noch von der Weißmühlenstraße aus rein und raus fahren kann.
Tempo 30 auf den Umleitungsstrecken
Da in der Weißmühlenstraße gerne schneller als Tempo 30 gefahren wird, hängt der inzwischen auch ein Temposmilie. Zudem steht der mobile Blitzer-Anhänger immer mal wieder an verschiedenen Stellen auf den Umleitungsstrecken.

Aufmerksamkeit und Rücksicht sind also gefragt, sollten aber im Straßenverkehr auch selbstverständlich sein. Auf der Kreisel-Baustelle geht es unterdessen munter voran und auch beim Lidl-Neubau sind inzwischen die Umrisse der neuen Filiale zu erkennen.
Der Kreisel und ein Stück der Straße „Stadtwall“ bilden den ersten von drei Bauabschnitten der Straßensanierung mit umfangreichen Kanal- und Leitungsarbeiten. Die B31-alt-Achse des Kreisel wird ab Herbst wieder auf sein. Dann rückt die Baustelle mit dem zweiten Bauabschnitt auf Höhe Lidl. Das dauert dann auch rund ein halbes Jahr, ehe der dritte Abschnitt von Lidl bis zur Einmündung Stabelstraße kommt und ebenfalls nochmal ein halbes Jahr gehen wird.


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