Auf der Zielgeraden bei der Eröffnung der Marienschlucht am Samstag, 28. März, tauchten plötzlich noch unerwartete Hindernisse auf. Für die Sicherheit müssen an ein paar Stellen noch schnell neue Geländer installiert werden, mit der Toilette klappt es nicht wie geplant und Bürokratie für die Feier war auch noch ein Punkt.
Das alles kam kurzfristig im Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen auf, wo Projektleiter und Alt-Bürgermeister Matthias Weckbach am Dienstagabend den aktuellen Stand der Restarbeiten vorstellte und erklärte, warum es noch Mehrkosten von rund 100.000 Euro gibt, die er als „nicht unerheblich“ bezeichnete.

Gefährliche Stelle muss gesichert werden
Wer die Marienschlucht kennt, kennt die Stelle, an der es oben von einem Plateau zum Steg geht. Seit Jahr und Tag steht dort ein sehr niedriges Metallgeländer direkt am Abgrund. Das entspreche so nicht mehr den Vorschriften und müsse durch eines ersetzt werden, das 1,10 Meter hoch ist, erklärte Matthias Weckbach. Auch an anderen Stellen wie dem Fels an der Ruine Kargegg oberhalb des Schluchteingangs müssen jetzt noch kurzfristig Geländer oder Absturzsicherungen installiert werden.

Weckbach erläuterte anhand von Grafiken, welche Art von Fundamenten und Bodenhülsen für die Stangen genutzt werden sollen. „Schraubfundamente sind die günstigste und auch die einfachste Möglichkeit, um im Felsen für eine gute Verankerung zu sorgen“, sagte Weckbach. Sicherheit steht im Fokus: „Wir müssen davon ausgehen, dass dort Familien mit kleinen Kindern laufen und die Kinder voraus rennen.“
Eine Karte zeigte, was gemacht wird: Am schmalen Weg im Wald zum Plateau vor dem Zugang zum Steg sind 61 Fundamente notwendig, für das Geländer am Plateau oberhalb der Erich-Pohl-Kanel 14 Stück und n dem kleinen Wegstück for der Erich-Pohl-Kanzel 20 Stück, insgesamt als 105.

Er stellte schließlich noch einen Zaun als Fortführungen der Tore vor, die am Uferweg unterhalb des Mondfelsens bei Gefahr geschlossen werden sollen. Die Umleitung von und zur Marienschlucht läuft in solchen Fällen über den Blissenweg – ein Stück den Hang nach oben.
Keine andere Wahl
Das alles bis zur Eröffnung umzusetzen wird knapp, aber verschieben oder die Schlucht zu lassen ist keine Option – da waren sich am Dienstagabend alle im Gemeinderat Bodman-Ludwigshafen einig. Die Zusatzkosten, für die es laut Weckbach keine Zuschüsse gibt, liegen bei 122.000 Euro, wobei er damit rechnet, dass sie auf etwa 100.000 Euro sinken werden, da es noch Änderungen gebe.

Für die drei Gemeinden Bodman-Ludwigshafen, Allensbach und Konstanz, auf deren Gemarkung die Marienschlucht liegt, bedeutet das jeweils 35.000 Euro Mehrausgaben. „Keine gute Nachricht, aber wir können die Schlucht nicht ohne diese Sicherungen eröffnen“, sagte Bürgermeister Christoph Stolz. Nach ein paar kurzen Rückfragen stimmte der Rat geschlossen zu.
Sonja Hildebrand (Freie Wähler) lobte die Maßnahme: „Ich bin dankbar, dass das Geländer kommt, da es dort gefährlich ist“, sagte sie aufgrund ihrer Ortskenntnis.

Aus für den neuen Toiletten-Plan
Der Plan, den der Rat erst im Dezember, für eine Toilette und einen Kiosk am Wanderparkplatz statt unten am Fuß der Schlucht ins Auge gefasst hatte, ist schon wieder vom Tisch. „Die Lösung auf dem Wanderparkplatz wird nicht weiterverfolgt. Unten ist der bessere Standort und wir sind an einer Interims-Lösung dran“, erklärte Christoph Stolz.

Kurios ist dabei: Der Nabu wehrt sich, wäre aber für anderen Optionen unten offen. Matthias Weckbach nannte keine Details, aber umschrieb so ein Gespräch im Landratsamt, bei denen der Nabu dabei war.
CDU-Rat Michael Koch zeigte sich etwas verärgert, dass die Zeitung bereits vom Aus des neugefassten Toiletten-Plans berichtet hatte, aber die Gemeinderat noch nicht informiert worden waren. Die Räte hörten erst in dieser Sitzung davon.
Ein Blick ins Eröffnungsprogramm
Das dritte überraschende Hindernis: Die Eröffnungsfeier mit verschiedenen Bewirtungsangeboten habe noch eine FFH-Prüfung gebraucht – das habe glücklicherweise gut geklappt. Mit einem Seufzen scherzte Christoph Stolz, wie das in der Bürokratie so sei und dass in so einem Fall sogar ein 20-seitiges Gutachten nötig sei.
Matthias Weckbach beschrieb, dass es am Samstag, 28. März, beim Tag der offenen Marienschlucht einen Verpflegungsstand am Weg aus Richtung Bodman gebe und oben am Wanderparkplatz ein Zelt geplant sei, wo Vereine aus Langenrain bewirten.
Zwei von drei Problemen sind nun gelöst, zu den Toiletten soll es baldmöglichst Neuigkeiten geben. Stolz zeigte sich zuversichtlich.
Guten Nachrichten und Lob
Die Restarbeiten laufen allerdings sehr gut und die Vorfreude auf die Wiedereröffnung der Schlucht ist in Bodman-Ludwigshafen groß. Auch in den sozialen Medien sieht man immer wieder Postings, in denen touristische Betriebe dem Eröffnungstag entgegenfiebern.

Matthias Weckbach berichtete von verschiedenen Dingen, die umgesetzt wurden, und hatte viel Lob: „Der Bauhof unter Leitung von Marco Leiz hat großartig gearbeitet und ist immer noch dabei.“
Da der Fußweg in keinem guten Zustand gewesen sei, würden Knüppelstufen erneuert, also natürliche Treppenstufen angelegt worden. Außerdem sei der Weg von oben zur Schlucht etwas verbreitert worden. „Jetzt ist er deutlich besser zu gehen“, sagte Weckbach.







Schreibe einen Kommentar