18 Monate Baustelle starten nach Ostern: Wie läuft das mit beiden Kreiseln?

Der Countdown zur wohl längsten Straßenbaustelle, die Stockach je gesehen hat, läuft. Nach Ostern beginnt die Sanierung des Linde-Kreisels (B31-alt/L194) samt einem Stück der Straße „Am Stadtwall“ (L194) und damit der erste von drei Bauabschnitten dieser Straße bis zur Einmündung Dillstraße. Gleichzeitig ist klar, dass auch noch eine weitere Baustelle kommt: Der Adler-Kreisel in Hindelwangen (B313/B14). Was bedeutet das für den Verkehr? Wie kommt man noch durch Stockach?

Der Kreisverkehr gehört zum ersten von drei Bauabschnitten. Archivbild: Ramona Löffler

Also: Es hört sich schlimmer an, als es ist. Der Linde-Kreisel wird zwar rund sechs Monate nicht nutzbar sein, doch dann ist die Achse Ludwigshafender Straße und Gothestraße (B31-alt) wieder offen. Die L194 zwischen Kreisel und Dillstraße wird allerdings die gesamte Bauzeit über wandernde Sperrungen haben.

Auf Tiefgang-Nachfrage teilte das Regierungspräsidium Freiburg zum Adler-Kreisel mit: „Die Durchführung ist wegen der Umleitungsstrecke abhängig von der Sanierung des Linde-Kreisels in Stockach. Wir gehen davon aus, dass die Maßnahme im 3. Quartal umgesetzt werden kann.“

Warum auch in Hindelwangen saniert werden muss

Der Adler-Kreisel wird also erst im Herbst saniert, wenn die B31-neu-Achse am Linde-Kreisel wieder offen ist. Ein bisschen kurios ist, dass die Sanierung in Hindelwangen überhaupt notwendig ist, da er noch keine zehn Jahre alt ist. Der Umbau der Kreuzung zum Kreisverkehr war im Jahr 2026. Wer den Kreisel nutzt, sieht aber deutliche Schäden im Innenkreis.

Und genau um den geht es bei den Arbeiten laut RP: Der Innenkreis muss erneuert werden, was unter halbseitiger Sperrung des Kreisels geschehen soll. Der Kreisel wird also anders als an der Linde nicht voll gesperrt – eine gute Nachricht für alle Verkehrsteilnehmer. Die Maßnahme werde voraussichtlich vier bis sechs Wochen dauern.

Zum Hintergrund der Schäden erklärt das RP: „Der Kreisverkehr hat im Innenkreis, der von Schwerlastverkehr überfahren werden kann, Abplatzungen in der Verschleiss- bzw. Deckschicht.“ Das komme daher, weil durch den relativ engen Radius der ein oder andere Lastwagen sehr langsam fahre und auf der Stelle radiere.

Diese Grafik ist im Newsletter der Wirtschaftsförderung der Stadt Stockach enthalten. Grafik: Stadt Stockach

Umleitung für den Linde-Kreisel

Aber zurück zum Linde-Kreisel: Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung das Umleitungskonzept für die Sanierung Linde-Kreisel und L194 auf dem Tisch, um die Umleitungsbeschilderung zu vergeben. Dabei gab es eine Debatte um die innerörtliche Umleitung für Autos durch die Straße „Obere Walke“. Christoph Stetter (CDU) erkundigte sich, ob man für die Dauer der Baustelle, die Schranke nicht einfach öffnen könnte, um es dem Autoverkehr leichter zu machen.

Die Sanierung von Straßenschäden ist nur ein kleiner Teil der Sanierungsarbeiten. Auch unterirdisch muss am Kreisel und in der Straße Stadtwall viel gemacht werden – und das dauert. Bild: Ramona Löffler

Bürgermeisterin Susen Katter wies jedoch auf die Belastung für die Anwohner hin. Ordnungsamtsleiter Carsten Tilsner ergänzte, dass es nicht in Betracht gezogen worden sei. Der Verkehr werde über geeignete Strecken umgeleitet und die Schranke sei nur für Busse, Feuerwehr, Polizei und den Rettungsdienst passierbar. Der Lastwagen- und überörtliche Verkehr wird weiträumig über die Autobahn und Landesstraßen umgeleitet. Tilsner sagte auch, ortkundige wüssten, wie sie die Baustelle umfahren können.

Einige Fragen zu den Umleitungen

Harald Kragler (CDU) warf die Idee ein, für einen besseren Verkehrfluss zwei Einbahnstraßen einzurichten: Die Obere Walke für die eine Richtung und die Weißmühlenstraße für die andere. Susen Katter sagte, man könne dies prüfen.

Auf der grünen Strecke verlaufen die Umleitungen innerorts für Autos. Lila darf nur von Bussen, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst genutzt werden. Grafik: Stadt Stockach

Nachdem sich Marcel Reiser (SPD) rückversicherte, dass sich die Umleitung je nach Bauabschnitt ändert, kam von anderer Seite noch die Frage nach der Lidl-Baustelle auf und wie die Zufahrt dorthin geregelt werde. „Wir sind in Abstimmung“, so die Bürgermeisterin.

Inzwischen stehen die Schilder für die Umleitungen und Sperrungen, damit für den Beginn des ersten Bauabschnitts nach Ostern alles bereit ist. Diese Verkehrssicherung kostet 94.000 Euro – eine Ausgabe, der das Gremium zugestimmt hat.

Noch eine kürzere Baustelle

Die L194 bei Winterspüren wird auf 1,2 Kilometern übrigens auch Baustelle, da dort laut Informationen der Stadtverwaltung Arbeiten an einem neuen Staukanal der Stadt abgeschlossen werden und das RP parallel die Fahrbahndecke saniert. Der Asphalt zwischen dem Ortseingang aus Richtung Stockach und der Fußgängerampel werde aufgrund des schlechten Zustands erneuert.

Die Maßnahmen starten am 7. April und sollen in den Schulferien abgeschlossen werden, also innerhalb weniger Tage. Der überörtliche Verkehr aus Richtung Pfullendorf werde über Herdwangen und Überlingen umgeleitet. Innerorts erfolge die Umleitung über Bonndorfer Straße, Bonndorf, Bergstraße und Ludwigshafen.

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