Für viele Einwohner von Ludwigshafen ist die Internetnutzung mit Frust verbunden. Nur in Teilen des Orts gibt es schnelles Internet. In Altbauten deshalb sogar manchmal eher als im Neubaugebiet. Aber Glasfaser für alle ist so nah wie noch nie. Die Gemeinde ist schon seit längerer Zeit bemüht, den Ausbau voranzutreiben, musste jedoch bestimmte gesetzliche Abläufe und Verfahren einhalten, in deren Verlauf klar wurde, dass die Telekom keine Bestrebungen hat, das Netz auszubauen.
Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen nimmt es selbst in die Hand – ähnlich wie in Bodman. Der Gemeinde gehört das Netz und sie verpachtet es an einen Betreiber. Und die gute Nachricht ist, dass der Baustart für den Ausbau des Orts laut Bürgermeister Christoph Stolz bereits Ende 2026 sein könnte. Ziel sei es, noch bis circa 2029 rund 95 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen, hatte er bereits vor einem Jahr gesagt – dieses Ziel gilt weiter.
Bald ist klar, wer baut und betreibt
„Aktuell laufen Ausschreibungen und wir sind mit der Qualität der Bewerber sehr zufrieden“, sagt er im Gespräch mit „Tiefgang“. Die Gemeinde sucht einen Generalunternehmer, der das Netz baut, und ein Telekommunikationsunternehmen, das später das Netz betreiben wird. Man müsse dann nur noch schauen, wie beim Ausbau mit dem Bestandsnetz umgegangen werde.
In etwa zwei Monaten soll das Ergebnis der Ausschreibungen vorliegen. Sobald alles spruchreif sei, soll es auch Informationen für die Öffentlichkeit geben, erklärt er.
Kosten liegen bei 15 Millionen Euro
Die Gemeinde erhält übrigens bei den Kosten von 15 Millionen Euro 90 Prozent Fördermittel von Bund und Land und muss selbst nur 10 Prozent Eigenmittel einbringen. Das entspricht also etwa 1,5 Millionen Euro. Die Gemeinde hat bereits vor rund einem Jahr den Förderbescheid dazu erhalten. Einerseits ist es eine unglaubliche Chance, mit 10 Prozent Eigenmitteln ein Glasfaser-Netz bauen zu können, andererseits wird es für die Gemeinde angesichts der angespannten Finanzlage trotzdem eine Herausforderung, diese Summe zu stemmen.
In der kommenden Ratssitzung am 3. März stehen der Gemeindehaushalt sowie der Haushalt des Eigenbetrieb Energie, Versorgung und Verkehr (EVV) auf der Tagesordnung. Dabei geht es um mehrere große Investitionen, die dieses Jahr und in den kommenden Jahren anstehen – inklusive Glasfaser.

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