Die Kinder, die schon gespannt auf das Funkenfeuer warten, forschen ganz genau nach: „Was macht du da?“ lautet die Frage an einen der Männer, die mit Material in die Höhle des Tannenhaufens gehen. Die Antwort löst noch mehr Fragen der Kinder aus. Die Männer haben die letzten Vorbereitungen gemacht, damit das Feuer dann gut und schnell brennt.

Der Haufen aus den Christbäumen der vergangenen Weihnacht hat denen, die eine Woche zuvor am eigentlichen Funkensonntag in vielen Orten angezündet wurden, aber etwas voraus: Jetzt ist das meiste trocken. So gibt es auch schnell etwas zu sehen, als einer der Männer das Anzünden übernimmt.

Ein roter Schein breitet sich zügig vom Zentrum des Funkens her aus. Die Flammen steigen nach oben und züngeln bald oben aus dem Haufen, gefolgt von einer großen Qualmsäule, die der Wind nach links trägt.
Die Flammen werden schnell größer und vor allem die Kinder schauen fasziniert zu, während sich das Feuer von innen nach außen ausbreitet. Dieses Anzünden von Innen ist eine Besonderheit und wird so im Umkreis eigentlich nur in Espasingen so gemacht. Dafür gibt es hier keine Funkenhexe auf dem Christbaumhaufen.

Optisch fällt auch auf: Der Haufen ist kleiner. Hier liegen nur die Bäume aus Espasingen selbst – die aus Bodman fehlen. Darüber unterhalten sich auch einige Personen. Nach Änderungen bei der Christbaumabfuhr erhält der Espasinger Narrenverein keine Bäume aus Bodman mehr für seinen Funken.
Das Funkenfeuer ist aber auch so schön und stimmungsvoll. Man merkt, dass es etwas anders als in anderen Orten ist – eben kleiner und persönlicher. Und das ist auch gut so, da es so seine ganz eigene Note hat.



In eigener Sache: „Tiefgang“ ist ein ehrenamtliches Herzensprojekt. Eine Unterstützung ist auf GoFundMe möglich.

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