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Hohe Ehrungen und Überraschungen von und für Narren

Geschenke, Orden und Unerwartes: Auch das hatte der Dreikönigfrühschoppen des Stockacher Narrengerichts im Gepäck. Alt-Landrat Frank Hämmerle hatte das wohl größte Geschenk in seiner Tasche. Die Tasche machte Narrenrichter Jürgen Koterzyna, so dass Hämmerle sein Geschenk gleich überbrachte: eine riesige Flasche Asbachuralt.

Eine Riesenflasche für die Gerichtsnarren

Andere Flaschen enthielten an diesem Abend Hans-Kuony-Sekt. Koterzyna bedachte verschiedene Gäste, die am Mikrophon standen, mit einer Tasche, die zum Running Gag des Abends wurde, einem Buch zur Stockacher Fasnacht und Sekt.

Die Stofftasche in Melonenrot mit Schwefelgelber Aufschrift „Welcome to the Town with the Narrenbaum“ hat zwei der neuen Stadtfarben und gehört zur Kollektion der Stockach-Taschen in verschiedenen Farb-Kombinationen und verschiedenen Sprüchen.

Diese Tasche sorgte für viel Amüsement, da die Farben bereits seit ihrer Vorstellung im vergangenen Jahr auf gemischtes Echo stoßen. Koterzyna scheute sich auch nicht, die Farb-Namen immer wieder zu nennen und zu betonen.

Der Narizella-Zunftmeister Martin Schäuble aus Radolfzell und Holger Schank, Zunftmeister der Katzenzunft Meßkirch, hatten ein Geschenk der anderen Art dabei: Sie spielten live ein Ständchen für das Narrengericht und die Anwesenden – ein bekanntes Stockacher Fasnachtslied.

Buch gegen Buch?

Auch eine halb gescheiterter Buchgeschenk-Tausch oder vielmehr Tausch auf Raten sorgte für Lachen: Regierungspräsident Carsten Gabbert hatte sein neues Buch, in dem es um die Verwaltung geht, dabei und warb in seiner Rede fleißig davon. Narrenrichter Jürgen Koterzyna schlug einen Tausch vor: Gabberts Buch gegen ein Exemplar des närrischen Liederbuchs des Narrengerichts.

Gabbert musste ihn jedoch vertrösten – er nahm gerne das Büchlein an, aber gab seines nicht aus der Hand, da es nur sein eigenes Belegexemplar sei. Sobald er weitere Exemplare habe, erhalte das Narrengericht eins.

Orden, Orden und noch mehr Orden

Die Verleihungen verschiedener Orden waren in das Programm des Abends eingewoben. Zuerst übergab das Narrengericht die eigenen Auszeichnungen, dann Vertreter der VSAN. Koterzyna erklärte dabei den Unterschied zwischen Erlebens- und Verdienstorden. So gingen Erlebensorden an Laufnarren, die vor 25 oder 50 Jahren geschlagen wurden, nebst ein paar historischen Einblicken in das damalige Jahr. Später folgten die Verdienstorden, die man nur erhält, wenn man sich in besonderer Weise um die Fasnacht verdient gemacht hat. Unter ihnen war Alwin Honstetter von den Seehasen Ludwigshafen, der eine feste Größe in der Fasnacht der Region ist.

Verdienstorden des Narrengerichts gingen an Holger Schank (Hans-Kuony-Medaille), Martin Schäuble (Hans-Kuony-Kreuz) und Otto Gäng (Hans-Kuony-Orden zweiter Klasse).

Gäng zeigte sich überwältigt und Schäuble bemerkte, er fühle sich zwar in Radolfzell wohl und brauche Stockach nicht, aber „es gibt kaum einen Orden mit mehr Gewicht als so ein Blechle vom Narrengericht“. Koterzyna versprach schließlich noch, nächstes Jahr zum Männerfrühschoppen der Narizella zu kommen, der an Dreikönig stattfindet.

Ehrungen der VSAN

Sarah König und Roland Haag von der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) verliehen eine ganze Reihe von Ehrungen. Roland Drews (ehemaliger Hans-Kuony-Darsteller) und Petra Maier-Hänert (ehemaliger Obermarketenderin) erhielten VSAN-Ehrenzeichen in Silber für ihre Verdienste. An Michael Hahn (Laufnarren), Jutta Moll (Marketenderinnen), Frank Walter (Zeugmeister) und Lea Ossola (Leiterin der Alt-Stockacherinnen) ging jeweils das VSAN-Ehrenzeichen in Bronze.

Und das sind übrigens noch nicht alle Ehrungen, die im Lauf dieser Fasnacht vergeben werden. Jürgen Koterzyna kündigte bereits an, dass es am Samstag, 10. Januar, beim Fasnetseröffnen weitergeht.

Eine besondere Freundschaftsgeschichte

Eine Abordnung der Singener Poppele-Zunft überraschte Roland Drews und Hubert Reiser mit All-Inclusive-Paketen für den Narrenspiegel. Außerdem hatte der Zunftmeister eine besondere närrische Sage über die Entstehung der Wappen von Singen und Stockach im Gepäck. Narripedia statt Wikipedia. Wahr? Öhm, na ja…

Timo Heckel, Zunftmeister der Singener Poppele-Zunft, erzählte, im Jahr 1351 seien Stockach und Singen die beiden Größen in der Region gewesen: Stockach habe sich um das Recht gekümmert, Singen um den Spaß. Kota und Poppelius seien miteinander jagen gegangen, doch Kota sei immerzu auf Stöcke getreten, während sein Kollege einen Bären erlegt habe. Seither habe Singen den Bär im Stadtwappen und Stockach sei zu den Stöcken gekommen.

Auf jeden Fall kamen sich die beiden Zunftmeister nahe und die Freundschaft zwischen den Zünften wurde enger, als Timo Heckel einfach mal auf Koterzynas Schoß Platz nahm, während der Singener Narrenpolizist seinen ehemaligen Stockacher Amtskollegen Hubert „Hubsi“ Reiser würdigte. Aber auch Roland Drews ging auf Tuchfühlung – und das gleich doppelt, bei den närrischen Singener Damen.


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