Ein wichtiges Angebot geht weiter: Das Diakonische Werk unterstützt im Auftrag der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen bereits seit vier Jahren eine kleine Gruppe von Bürgern dabei, ihr Leben neu zu ordnen. Sie betreuen und beraten Obdachlose und Einwohner, die durch alle sozialen Raster gefallen sind. Maria Grundler, Fachbereichsleiterin der Geschäftsstelle Singen, sprach in der jüngsten Gemeinderatssitzung, in Vertretung der Mitarbeiterin Sylvia Goede, die in Bodman-Ludwigshafen tätig ist, über die Entwicklung. Sie zeigte dabei auf, welche Unterstützung Einwohner in Not brauchen. Wie in den vergangenen Jahren sahen die Räte den Bedarf und stimmten geschlossen einer Fortsetzung der Kooperation zu.
Sylvia Goede ist jeden Donnerstag in der Gemeinde unterwegs, um in verschiedener Weise zu helfen. Das könne mal Unterstützung bei Terminvereinbarungen sein oder auch bei Bewerbungen oder oder Wohnungssuche, erzählte Maria Grundler, die das Engagement von Sylvia Goede lobte. „Wir machen niederschwellige Angebote, da manchmal der Mut, das Geld oder die Energie fehlen.“ Es sei wichtig, mit den Menschen im Gespräch zu bleiben, sie zu ermutigen und ihnen unter die Arme zu greifen.
Anträge, Krisenintervenstion und mehr
Der Klient, also der hilfsbedürftige Einwohner, stehe im Fokus der Arbeit von Sylvia Goede. Sie kläre individuell, wo jemand gerade stehe und welche Art von Hilfe er brauche. So helfe sie manchmal, Unterlagen zu sortieren, Lebensmittelgutscheine zu erhalten, in Erbschaftssachen zu begleiten, beim Bürgergeldantrag helfen oder auch Krisenintervention zu betreiben. Auch Schuldenberatung gehöre dazu, so Maria Grundler. Der Wohnungsmangel und gestiegene Mieten seien dabei eine Herausforderung, wenn man versuche, wohnungslose Bürger wieder in eigenen Wohnraum zu bringen. Speziell im Jahr 2025 sei viel Unterstützung bei Antragsstellungen, gesetzlicher Betreuung oder auch Wohnraumakquise geleistet worden, erklärte Maria Grundler.

Seit Beginn der Kooperation habe die Diakonie 19 Personen begleitet, im aktuellen Jahr seien es acht gewesen – vier Frauen und vier Männer. Sylvia Goede habe immer erfasst, welche Art von Arbeit sie leiste. So habe es zum Beispiel mehrere Dutzend Telefonate mit verschiedenen Behörden gegeben oder ein paar wenige begeleitete Besuche bei verschiedenen Stellen.
Einstimmiges Ja der Räte
„Wir möchten die Menschen 2026 gerne weiter begleiten“, sagte Maria Grundler. Zudem sollen frühzeitige Interventionen weitere Fälle vermeiden. Ihr Wunsch, dass ihre Mitarbeiterin die Menschen weiter betreuen und das aufgebaute Vertrauen stärken kann, deckte sich mit dem der Verwaltung, des Bürgermeisters und der Räte. Es gab keine Fragen, nur ein deutliches Ja, dass die bedürftigen Einwohner weiter Hilfe erhalten. Der Vertrag mit dem Diakonischen Werk wird nun bis zum 31. Dezember 2026 verlängert.
Bürgermeister Christoph Stolz hob allerdings hervor, wie wichtig das Engagement von Sylvia Goede sei und wie sehr die Verwaltung dies schätze. Trotz des Sparkurses der Gemeinde sei die Fortführung der Kooperation wichtig. Die Menschen, die Hilfe brauchen, seien da, und die Verwaltung könnte sich nicht so gut um sie kümmern wie Sylvia Goede bzw. habe keine Kapazität.
Kosten und Ziele
Im Jahr 2026 betrugen die Kosten laut der Sitzungsvorlage 21.400 Euro, für 2026 fallen 21.950 Euro an. Darin ist auch zusammengefasst, dass ein wichtiges Bestreben ist, „bereits im Vorfeld Kontakt mit Menschen aufzunehmen, deren Leben in Schieflage geraten ist, um den Weg in die Obdachlosigkeit zu vermeiden bzw. Menschen aus der Obdachlosigkeit zu begleiten“.
Die Sitzungsvorlage listet zudem auf, warum Einwohner Hilfe brauchen: „Die Gründe, wieso ein Mensch in die Obdachlosigkeit gerät, sind so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. So sind in gemeindlichen Unterkünften Räumungsschuldner, die ihre Wohnung verloren haben, Menschen mit psychischen Erkrankungen, alkoholkranke Menschen, Rückkehrer aus Gefängnissen etc.“ Diese Bürger seien in zwei Gebäuden untergebracht, da die Gemeinde als Ortspolizeibehörde verpflichtet sei, eine Unterkunft bereitzustellen.

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