Silvester, das Feuerwekr und seine Überbleibsel bewegen auch noch in der zweiten Januarhälfte. Gemeinderätin Petra Haberstroh (Freie Wähler) berichtete in der ersten Ratssitzung des neuen Jahres vom Unmut einiger Einwohner von Bodman-Ludwigshafen. Auch sie selbst habe an Neujahr selbst gesehen, wieviel Feuerwerksmüll und Glasflaschen überall herumgestanden waren. Außerdem habe sie ein Schreiben von einer Familie erhalten, die sich aufgrund des offenen Dachstuhls an Silvester große Sorgen gemacht hatte, dass Raketen einen Brand auslösen könnten.

Sie erkundigte sich daher, welche Möglichkeiten es beim Thema Böllerverbot im Umfeld historischer Gebäude gibt und warum an Neujahr nicht am Seeufer aufgeräumt wurde. An dem Tag sei es sehr windig gewesen und vieles hätte im See landen können.
Eigenverantwortung vs. Kosten
Bürgermeister Christoph Stolz erwiderte, die Gemeinde könne sich mit einem Feuerwerksverbot in solchen Bereichen befassen. Zum Zustand am Seeufer am Neujahrsmorgen sagte er, er habe es selbst auch gesehen und „vereinzelte Rückmeldungen“ dazu erhalten.

„Wir haben vergangenes Jahr überlegt, wie wir es handhaben“, erklärte er. „Jeder ist selbst in der Pflicht, seinen Müll wegzuräumen.“ Dass Gemeindemitarbeiter erst am 2. Januar den Müll beseitigt hätten, sei bewusst so gewesen – auch wegen personellen Überlegungen und Zusatzkosten aufgrund des Feiertags. In anderen Orten gebe es nach Silvester dasselbe Bild und die Debatte um Müll und Verbote komme jedes Jahr in der Gesamtgesellschaft auf.
Und jetzt?
Aktuell solle sich nichts daran ändern, dass von Gemeindeseite aus erst am 2. Januar Mitarbeiter losgeschickt werden. Aber das Thema Feuerwerk bei historischen Gebäuden solle besprochen werden.

Zum Vergleich: In Stockach gilt in der historischen Altstadt ein Feuerwerksverbot, in Konstanz und Radolfzell ebenso. Neben den genannten Themen kommt jedes Jahr bundesweit auch die Debatte um den Lärm auf, der Tiere verschreckt und in Panik versetzt – das wurde in dieser Sitzung jedoch nicht thematisiert. Räte und Bürgermeister sprachen auch nur von Flaschen, aber nicht, dass neben ganzen Flaschen auch Scherben herumlagen, so dass Hundebesitzer mit ihrem Vierbeinern besonders aufpassen mussten.
CDU-Rat Alessandro Ribaudo bezweifelte, dass sich an der Situation an künftigen Neujahrstagen etwas ändere, indem man erst am 2. Januar aufräume. Er glaube nicht, dass die Eigenverantwortung der Feiernden dadurch steige. Zudem sei er gegen ein generelles Böllerverbot.


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