Hänsele, Narrenbüttel, Gerichtsnarr – das und noch mehr war Karl-Heinz Höre, der im Alter von 75 Jahren verstorben ist. „Mit ihm verlieren wir nicht nur einen verdienten Narren, sondern auch einen außergewöhnlichen Menschen und treuen Freund“, schreibt das Narrengericht Stockach in einer Mitteilung.
So sah sein närrischer Weg aus: Im Jahr 1960 sei Karl-Heinz Höre der Hänsele-Gruppe Stockach beigetreten, so das Narrengericht. Von 1972 bis 1996 habe er sich im Hänselerat engagiert. Ab 1974 habe er zudem die Rolle seines Lebens übernommen. Eine Rolle, die ihn weit über die Grenzen der Zunft hinaus bekannt gemacht habe: Stockacher Narrenbüttel. Er sei dann 22 Jahre lang Narrenbüttel gewesen, also bis 1996.
Viele Jahre im närrischen Dienst
In jenem Jahr sei Höre ins Narrengericht berufen worden, dem er bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2016 mit Hingabe und Loyalität gedient habe. „Zu seinen herausragenden Fähigkeiten gehörten das Organisieren und das ihm eigene Strippenziehen. Als Narrenschreiber prägte er von 1996 bis 2011 das Kollegium und übernahm ab 2003 noch den Vorsitz des Ausschusses ‚Schweizer Feiertag‘ – zu jener Zeit, als das Festzelt auf dem Dillplatz noch vier Tage lang der Mittelpunkt des Stadtfestes war“, zählt das Narrengericht auf.

Alle hätten ihn immer „Bolle“ genannt. Deshalb sagen seine ehemaligen Kollegen: „Und so wollen wir ihn auch in Erinnerung behalten, als wahren Narr und echten Freund, der zuweilen auch unverhohlen allen seine Meinung kundtat. Allen zum Wohl – keinen zum Leid. Wir trauern um einen verdienten Narren, einen herausragenden Menschen und einen guten Freund. Sein Engagement und seine unverwechselbare Art werden uns fehlen.“
Die Bilder auf der Internetseite des Narrengerichts reichen bis 2015 zurück. Dort sieht man Bolle bei sämtlichen Fasnachtsveranstaltungen als Gerichtsnarr.

Schreibe einen Kommentar