Läuft! Freude über erste Bewerber für Museums-Bistro in der Schlosstorkel

Direkt nach Beginn der Ausschreibung kamen ersten Bewerbungen: Obwohl es in der Gastronomie nicht einfach ist, weckt die historische Schlosstorkel in Bodman mit ihrem Potenzial das Interesse möglicher Betreiber des Museums-Bistros, das die Gemeinde und der Museumsförderverein verwirklichen wollen. Der Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen hatte bereits im Oktober ein positives Signal gegeben. Nun kam in der Weihnachtszeit der Startschuss für Bewerbungen.

„Wir wollen die Bewerbungen im ersten Quartal 2026 sammeln und dann damit in den Gemeinderat gehen“, erklärt Bürgermeister Christoph Stolz bei einer gemeinsamen Begehung der Torkel mit Tobias Jaklin, dem Vorsitzenden des Museumsfördervereins. Er nennt keine Zahl, aber der Verwaltung liegen bereits mehrere Bewerbungen vor. Aus allen, die eingehen, sollen die vielversprechendsten dem Rat vorgestellt werden. „Der Rat entscheidet, was er als tragfähig ansieht“, so Stolz.

Leidenschaft ist wichtig

Die Ausschreibung lässt bewusst einiges offen: Kein End-Datum für Bewerbungen und auch keine festen Voraussetzungen, was jemand unbedingt mitbringen muss. So bestätigt Stolz auf Nachfrage auch, dass der künftige Betreiber nicht zwingend Gastro- oder Museums-Erfahrung haben muss. Was Erfolg verspricht und die Räte und Besucher anspricht, zählt. „Es braucht Leidenschaft für Kunst, Kulturgeschichte und das Gebäude“, sagt der Bürgermeister.

Die Torkel (Weinpresse) steht seit 1772 in der gleichnamigen Schlosstorkel. Bild: Ramona Löffler

Bis zur Kursänderung im Herbst war eigentlich vorgesehen gewesen, das Museum über die Ort- und Heimatgeschichte mit vielen Funden aus Bodman-Ludwigshafen im Obergeschoss des Seeums einzurichten. Die geschätzt siebenstelligen Kosten machten das jedoch angesichts der Finanzlage der Gemeinde immer unwahrscheinlicher. Dann kam die neue Idee, die nun verfolgt wird: Die Schlosstorkel, in der bis September, das Urweltmuseum war, soll zur Heimat für das Museum werden – samt Gastronomie und deren Pächter soll sich gleichzeitig um die Öffnungszeiten des Museums kümmern.

Wo früher einmal die Torkelstube und zuletzt Eingangsbereich mit Museumsshop waren, soll das Bistro eingerichtet werden. Dort ist der einzig beheizbare Raum in dem Gebäude aus dem Jahr 1772. Der Rest der Torkel, die nach der riesigen Weinpresse benannt ist, die noch immer im Erdgeschoss steht, hat eine Lochfassade.

Tobias Jaklin (links) und Christoph Stolz im Eingangsbereich, der einmal die Torkelstube war und zum Bistro werden soll. Bild: Ramona Löffler

Stolz und Jaklin ist vor Ort anzusehen, wie sehr sie das historische Gebäude schätzen. Sie verweisen auf den Torkelbaum, der unglaublich beeindruckend ist, und wie gut die bedeutenden Funde aus dem Ort in dieses Gebäude passen. „Die Torkel ist ein hochwertiges Denkmal und ein Zeuge der Geschichte“, sagt Jaklin, der als Architekt des Gräflichen Hauses vor ein paar Jahren die Sanierung begleitet hat.

Die Torkel ist eine beliebte Location

Im Gemeinderat gab es im Oktober zwar teilweise Sorge, ob sich ein Betreiber findet, doch das Interesse ist schon so positiv, wie CDU-Rat Dietmar Specht es vermutet hatte. Er war früher einmal Betreiber der Torkelstube und weiß genau, was für ein Magnet die Torkel ist. Er war von Anfang an überzeugt, dass die Gemeinde einen geeigneten Pächter findet und auch dass das Bistro und die mietbaren Räume gut angenommen werden.

Über das Gerüst werden die Fossilien des früheren Urweltmuseums abtranportiert. Bild: Ramona Löffler

Die Torkel war immer eine sehr gefragte Location, weiß er aus Erfahrung – eine Miet-Location, die bald wiederkommen würde, wenn alles klappt. Und ein Ort, an dem schon viel Kulturelles war und wiederkommen könnte: Ausstellungen, Lesungen oder Konzerte. Mit der neuen Nutzung solle die Torkel zudem auch zu einem Treffpunkt für Bodman werden, so Jaklin. Das Museum solle auf jeden Fall von April bis Oktober zugänglich sein können, also solange es nicht zu kalt sei.

Die Gemeinde wird günstig verpachten

Die potenziellen Pächter müssen sich bei der Gemeinde mit einem Betriebskonzept bewerben, das Museum, Bistro und Veranstaltungslocation in der Torkel vereint. Die Pacht werde dabei sehr günstig sein, erklärt Stolz. Die Gemeinde miete das Gebäude vom Gräflichen Haus Bodman und verpachte es dann weiter. „Die Gemeinde hat keine Ressourcen, selbst Betreiber zu sein“, erklärt Stolz. „Jetzt ist die Frage, wer der richtige Pächter ist.“

Der Blick von der Treppe ind Erdgeschoss. Bild: Ramona Löffler

Tobias Jaklin beschreibt noch näher, wie die Zukunft der Torkel aussehen soll: „Wir wollen einen Ort des Austausches schaffen.“ Es gebe eine umfangreiche Sammlung an archäologischen Funden aus der Sammlung Paul Weber und dem Schloss sowie die Nachbildung der Kultwand, die aktuell im kleinen Sitzungssaal im Seeum hängt. Um diese Dinge herum soll eine begeisternde Ausstellung erstellt werden. Die Torkel sei ein sehenswertes Gebäude und ein Ort an den kulturelle Veranstaltungen passen.

Umsetzung bis 2027

Und wann könnte die Eröffnung sein? Angesichts der Bewerbungsphase und allem, was darauf folgt, sagt Stolz: „Das Museums-Bistro kann bestenfalls 2027 starten.“ Klar sei, dass die Suche nach einem Betreiber nicht zu lange dauern soll. Im ersten Halbjahr 2026 müsse jemand gefunden werden, wenn es klappen solle. Ansonsten könne die Gemeinde die Torkel nicht anmieten. Der Museumsförderverein werde für die Ausstattung der Küche und der Möblierung des Gastraums sorgen. Alles Bewegliche wie Geschirr müsse der Pächter selbst mitbringen.

Im ersten Stock werden nun nach und nach die Fossilien abtransportiert. Später soll hier das neue Museum eingerichtet werden. Der Blick zum Dach zeigt, wie beeindruckend das Torkel-Gebäude ist. Bild: Ramona Löffler

Der Gemeinde würde rund 250.000 Euro in die Einrichtung des Museums stecken, doch vielleicht lässt sich diese Summe reduzieren. Stolz erklärt, man sei an Bewerbungen für zwei Förderprogramme dran, die sich nicht gegenseitig ausschließen, also beide parallel Finanzmittel bringen könnten. Das Projekt hänge aber nicht primär von Fördermitteln ab, sondern, dass es wirklich einen Pächter mit einem überzeugenden Konzept gibt.

Comments

Eine Antwort zu „Läuft! Freude über erste Bewerber für Museums-Bistro in der Schlosstorkel“

  1. Avatar von Duke
    Duke

    Hi Ramona. Super. Danke.
    🌈 Love&Peace ❤️
    ⛵️👨‍✈️Duke 🧜‍♀️ 🛥

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