Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist am Schmotzigen Dunschtig 2026 der Beklagte vor dem Narrengericht Stockach. Dies verkündete das hohe grobgünstige Gremium in der Dreikönigssitzung im Bürgerhaus Adler Post.
Die Wahl des Beklagten 2026 war laut Narrengericht nicht einfach. Der Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg habe eine uneingeschränkte und unparteiische Auswahl verhindert, doch mit Markus Söder, dem Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern und dem Parteivorsitzenden der Christlich Sozialen Union (CSU), sei die Wahl auf den neutralst möglichen Kandidaten“ gefallen – kein Stockacher werde im März Markus Söder wählen, den „Schutzpatron der Leberkäswecken und bayrische König aus Franken“.
Der Selfie-Kanzler steht vor Gericht
Eine Besonderheit: Markus Söder sei seit Franz Josef Strauß (1979) erst der zweite bayerische Ministerpräsident der vor dem Narrengericht angeklagt werde. Die Strafe fiel im Jahr 1979 für Stockacher Verhältnisse ungewöhnlich aus: Kein Wein, sondern zehn Tonnen Bier, die das Narrengericht als „milde Strafe“ einordnet.
Narrenrichter Jürgen Koterzyna und Kläger Michael Nadig nehmen kein Blatt vor den Mund: „Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, Social-Media-Künstler, Selfie-Kanzler – und nun also Beklagter vor dem Hohen Grobgünstigen Narrengericht. Man könnte sagen: Endlich wird da einer angeklagt, der es echt ‚verdient‘ hat. Der Löwe von Franken, der ‚Kreuzritter‘, der das Abendland in bayerischen Klassenzimmern mit Kruzifixen verteidigt, der plötzliche Umweltfreund, der die Bienen liebt und Bäume umarmt, und die Welt mit Selfies von seinem Mittagessen beglückt.“
Söder trage als „Ober-Bayer“ mit fränkischem Migrationshintergrund stets Trachtenjacke. Ein Typ, der so wandlungsfähig sei, dass wahrscheinlich sogar Chamäleons nervös werden, wenn er den Raum betrete, sticheln die beiden weiter: „Denn Chamäleons sind oft grün – und alles, was grün ist, mag er ja besonders gern.“
Söder’sches Schleuderprogramm am Schmotzigen Dunschtig
Natürlich spielt auch die Corona-Pandemie eine große Rolle bei der Anklage gegen Söder. Dieser habe sich seit damals „vom weiß-blauen Landesfürsten zum nationalen Mahner erhoben“, wobei er stark hin und her schwanke – mal sei er für Maß und Mitte, mal poltere er gegen Berlin und dann agiere er wieder als ob nichts gewesen sei. Das Fazit von Koterzyna und Nadig: „Freuen wir uns auf ein echtes Söder’sches Schleuderprogramm. Das wird ganz schön turbulent werden am Schmotzigen Dunschtig in Stockach.“
Söder sei ein Meister der Selbstinszenierung: Während andere Politiker mühsam versuchten, volksnah zu wirken, lasse Söder einfach mal das Handy an: Selfie-Video mit verschneitem Schloss und Fleisch-Burger vor sich auf dem Teller, mit frommem Blick und hässlich-schönem Weihnachtspulli.
Beide warnen daher das Narrengerichts-Kollegium: „Das wird kein einfacher Beklagter. Witzig, schlagfertig und nie verlegen um ein Bonmot – auf Kosten der anderen. Denn wer wie Markus Söder so viel Gestaltwandel, so viel Pathos, so viel schauspielerisches Talent in sich vereint, und es wie kein anderer versteht zu polarisieren, der ruft nach einem furchtlosen, närrischen Tribunal, das ihm grobgünstig die Leviten liest. Und vielleicht, ganz vielleicht, verlässt er den Saal am Ende nicht nur als Verurteilter, sondern als geläuterter Stockacher Laufnarr.“
Was sonst noch in der Dreikönigssitzung los war, wer geehrt wurde und welche Veränderungen es im Narrengericht gibt, lest ihr zeitnah auf „Tiefgang“.

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