Einfach nur Wow! Sternmarsch, Umzug und Party-Arenen beim Narrentreffen

Die Vorfreude ist groß: Das Narrentreffen vom 23. bis 25. Januar 2026 in Stockach ist nur noch wenige Wochen entfernt und verspricht ein vollgepacktes Programm. Narrenrichter Jürgen Koterzyna und der Ausschuss, der sich darum gekümmert hat, beschreibt das Programm mit Sternmarsch und mehrstündigem Sonntagsumzug als „Kern des Ganzen“.

„Am Freitag ist die erste große Party in der Kammerer-Festzelt-Arena auf dem Dillplatz, bei der die Liveband Blaska spielt“, sagt Koterzyna zum dreitägigen Narrentreffen, mit dem 675 Jahre Hohes Grobgünstiges Narrengericht zu Stocken gefeiert werden. Zu diesem Auftakt erwarten die Veranstalter bereits viele Hästräger von nah und fern. Blaska spiele ab 20.30 Uhr, sei bekannt und ein Besuchermagnet, so Koterzyna. „Das Zelt wird sicher brechend voll.“

Wirtshausfasnet mit wechselnden Musikern

Parallel werde aber auch ab 19 Uhr die Wirtshausfasnet für die gesetztere Generation stattfinden, erklärt er. Das sei eine Art Kappenabend und das Besondere: Die verschiedenen Musiker kommen immer zu den Gästen. Wer möchte, kann den ganzen Abend in einem einzigen Lokal verbringen – die Musiker rotieren und werden in regelmäßigen Abständen zur nächsten Gaststätte gebracht, so dass jeder überall aufgetreten ist. Die Lokale sind in der Oberstadt der Goldene Ochsen, das Helena, der Weinkeller im Bürgerhaus Adler Post, das Indien Mirchi am Linde-Kreisel und die Fortuna am Bahnhof sowie die Nellenburger Talstation.

Jürgen Koterzyna und Markus Vollmer sprechen über das Programm des Narrentreffens. Bild: Ramona Löffler

„In jeder Gaststätte spielt ein Musiker der VSAN“, so Koterzyna. Unter anderem seien die Schorlequetscher und Wulf Wager dabei. Der Narrenrichter vermutet, dass dies vermutlich eine Premiere in der VSAN ist.

Der Samstag sei dann durch die Narrenfreinacht geprägt, in der die Wirtschaften bis in den frühen Morgen aufhaben dürfen. Eine Besonderheit am Samstag ist vor allem auch der Sternmarsch, bei dem ab 18.30 Uhr aus drei Richtungen Narren in die Oberstadt laufen und dort aneinander vorbeiziehen. Koterzyna erzählt, so ein Sternmarsch sei im Jahr 1951 gemacht worden – das habe man im Archiv gefunden. Die drei Startpunkte seien am Rewe, der Sparkasse und dem Feuerwehrhaus. Für diesen Sternmarsch seien sogar 400 Meter spezielle Absperrbänder genäht werden.

Ein besonderer Sternmarsch

Zu den Details verrät er schon: „Die Einzelfiguren führen die drei Züge an.“ Das seien Hans Kuony, der Narrenpolizist und der Narrenbüttel. Außer Stockacher Narren seien auch Zünfte aus Singen, Engen und Meßkirch dabei. Der eigens gebaute Wagen für die Kriegsratszene mit Hans Kuony fahre beim Sternmarsch mit und sei dann auch beim großen Sonntagsumzug dabei. „Das ist spannend, weil mehrere Akteure auf dem Wagen die Szene spielen“, erklärt der Narrenrichter. Vor dem Bürgerhaus sei dann der Abschluss, wo die Szene ebenfalls nochmal aufgeführt wird.

Brigitte Brodda und Bianca Memmler von den Marketenderinnen gehören zum Programmaussschuss des Narrentreffens. Bild: Ramona Löffler

Für die, die es nicht wissen: Diese Szene ist auch jedes Jahr ein wichtiges Element am Schmotzigen Dunschtig. Sie zeigt, wie Hofnarr Hans Kuony seinem Herzog den wichtigen Rat gegeben hat, er wisse wohl wie er in die Schweiz komme, aber nicht, wie wieder heraus. Als Lohn für den guten Rat, erhielt der Narr später das Privileg Narrengericht halten zu dürfen – so ist ist der Sage nach vor 675 Jahren das Narrengericht entstanden, dessen Jubiläum nun gefeiert wird.

Hexensprünge, Bräuteln und weitere Bräuche

Der Samstag bringt neben dem Sternmarsch noch viele weitere spannende Aufführungen mit. Die Kirchhalde wird dabei zu einer „natürlichen Tribüne“, wie Koterzyna es formuliert. An der Kreuzung beim Müller gibt es verschiedene Aufführungen. Dabei gebe es auch Elemente, die man so sonst gar nicht oder nur selten zu sehen bekomme. Verschiedene Tänze oder Hexensprünge über das Feuer seien besonders – ebenso das Bräuteln, ein Brauch aus Sigmaringen, der normalerweise nicht in anderen Orten gezeigt werden. „Es war nicht leicht, sie zu überzeugen“, sagt Koterzyna. Für diesen Brauch würden auch noch relativ Frischverheiratete gesucht. Er selbst sei im Jahr 2001 mit ein paar Jahren Verspätung gebräutelt worden, fügt er hinzu.

Die Umhänge-Medaille bzw. Sammlerplakette fürs Narrentreffen. Bild: Ramona Löffler

Das Programm am Samstag dauere etwa bis 20 Uhr – dann gehe es unter anderem mit Partys in den zwei großen, nach den Sponsoren benannten Locations sowie 33 Besenwirtschaften weiter. Die Jahnhalle ist am Festwochenende die Sparkassen-Party-Zone, wo die Radolfzeller Froschenkapelle spielen wird. Auf dem Dillplatz im Kammerer-Festzelt-Arena sorgt neben Live-Musik auch an allen Tagen Radio 7 für musikalische Unterhaltung.

Narrenmesse mit dem Erzbischof

Der Sonntag beginnt mit einer Narrenmesse, bei der Erzbischof Stefan Burger dabei sein wird. Vera Ossola von den Alt-Stockacherinnen beschreibt, wie St. Oswald schön geschmückt wird und dass die Hans-Kuony-Kapelle spielen wird. Das werde ein rein katholischer Gottesdienst sei, aber alle Konfessionen seien willkommen. Der evangelische Pfarrer werden als Gast dabei sein, sagt sie.

Die Narren haben extra ein paar bekannte Lieder umgedichtet, doch ein Rechteinhaber habe sich dann gemeldet. Nach dem ersten Schreck wurde aber alles gut: Die Erben der Textrechte werden laut Koterzyna sogar bei der Messe dabei sein.

Der Pin fürs Narrentreffen. Bild: Ramona Löffler

An den Gottesdienst schließt sich ein Empfang mit Würdenträger und der Verleihung von Ehrungen in der Adler Post an. „Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird auch dabei sein“, sagt Koterzyna. Die Marketenderinnen und Alt-Stockacherinnen übernehmen bei diesem Empfang die Bewirtung.

3,5 Stunden Umzug mit 6000 Hästrägern

Am Sonntag um 13.30 Uhr wird schließlich der große Umzug mit rund 6000 Hästrägern beginnen. Dieser wird auch ab 13.45 Uhr im SWR-Fernsehen übertragen, das Höhe des Brasil filmen werde, so Koterzyna. „Wir zeigen uns von unsere schönsten närrischen Seite.“ Das Narrentreffen mit seinem Umfangreichen Programm und dem riesigen Umzug sei die beste Werbung und das beste Stadtmarketing für Stockach, ist er überzeugt.

Markus Vollmer ergänzt noch: „An verschiedenen Stellen stehen beim Umzug Kommentatoren.“ So können die Besucher noch Interessantes erfahren. Die Narren freuen sich auch, dass elf Wägen beim Umzug dabei sind und sogar eine Reitergarde. Stockach habe zwar keine eigene mehr, doch Pferde und Reiter aus Sigmaringen würden diesen Part übernehmen.

Die Abzeichen für das Narrentreffen, die als Eintrittskarten gelten, gibt es übrigens im Kulturzentrum Altes Forstamt. Der kleine Pin kostet 5 Euro, die Umhänge-Medaille bzw. Sammlerplakette 10 Euro.

Alle Infos mit einer großen Karte, was wo zu finden ist, findet ihr hier.

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert