Spaß, Spannung und viel Neues – das gab es in der Dreikönigssitzung im 675. Jubiläumsjahr des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts zu Stocken. Und beim Neuen jagte eine Sache die nächste. Manche wussten schon etwas, andere staunten. Hier sind die drei größten Veränderungen und ein Ausblick:
Eins: Drei Abschiede und drei neue Mitglieder
Das Narrengericht verändert sich im Jubiläumsjahr deutlich. Roland Drews, Hubert Reiser und Stefan Keil hörten auf und wurden zu Altgerichtsnarren ernannt. Aber natürlich bleibt keine Lücke.

Das Kollegium hat aber Ersatz bzw. Zuwachs bekommen und laut Narrenrichter Jürgen Koterzyna gehe es damit in Höchstbesetzung ins 675. Jahr. Bei der Gerichtsverhandlung am Schmotzigen Dunschtig werden die neuen Gerichtsnarren auf der Bühne sitzen.

Neu im Kollegium sind nun: Julian Windmöller, Aktiver Laufnarr und Leiter des Stadtmuseums Stockach, Thomas Burgbacher, Aktiver Laufnarr und aktueller Narrenpolizei, und Michael Pfersich von der Hänsele-Gruppe.

Zwei: Adrian Bernhard ist jetzt Hans Kuony
Roland Drews wurde nach unglaublichen 39 Jahren als Hans Kuony bereits in der vergangenen Fasnacht verabschiedet. Mit der Dreikönigssitzung übernahm nun sein Nachfolger Adrian Bernhard von der Hänsele-Gruppe in Amt und Würden. Er bekam nicht nur jede Menge Applaus, sondern auch einen nagelneuen Stab. Dieser sei extra geschnitzt worden und Lea Ossola, Leiterin der Alt-Stockacherinnen, habe ihn dann bemalt und mit dem schwarz-roten Stoff versehen.

Koterzyna bemerkte, Drews sei so lange Kuony gewesen, dass man eigentlich gar nicht mehr richtig wisse, wie so eine Amtsübergabe ablaufe. Viele könnten sich auch nur an Drews als diese Kernfigur der Stockacher Fasnacht erinnern und hätten nie einen anderen Darsteller in diesem Häs gesehen.
Drei: Ein neues Narrenbuch
So viele Gäste tragen sich jährlich in das Narrenbuch des Narrengerichts ein, dass wieder einmal ein neues fällig war – inzwischen das neunte Buch, erklärte Koterzyna.

Art-Director Rainer Vollmer habe die ersten Seiten mit der Geschichte des Narrengerichts gestaltet und das diesjährige Titelbild, eine Doppelseite, stammt von dem Schweizer Künstler Andy Meier aus Obergäri.
Und noch ein paar gewohnte Neuheiten
Neben diesen drei Punkten, die in der Sitzung herausstachen, gab es hohe Ehrungen, Laufnarrenschläge und die Info, welches Lokal dieses Jahr das Narrenwirtshaus wird. Zu den neuen Laufnarren gehört der Gestalter der Narrenbuch-Titelseite und auch Gastredner Carsten Gabbert, Regierungspräsident des RP Freiburg, sowie Simon Götz, Präsident des neu gebauten Fasnachtsmuseums in Langenstein, dürfen jetzt die Laufnarrenkappe tragen. Eine witzige Begebenheit dabei war, dass Meier ein Kostüm in den Farben der Laufnarrenkappe trug und eigentlich nur einen kleinen Hut gegen die größere Kappe tauschen musste.

Mit dem Narrenwirtshaus ist es nicht ganz so einfach, da es in Stockach immer weniger Gaststätten gibt. Die Zimmerer konnten immerhin das Indien Mirchi am Linde-Kreisel verkünden, das diese Rolle nicht zum ersten Mal spielt. Die Sorge, wie es weitergehen soll, schwang bei diesem eigentlich heiteren Punkt mit, da die Kernstadt aufgrund des Abrisses des Gebäudes für ein neues Hotel auch bald dieses Restaurant verliert.

Die neuste Ausgabe der Hans Kuony Post ist so dick wie noch nie: 130 Seiten. Vollgepackt mit Infos zu den neuen Gherichtsnarren, dem neuen Hans Kuony und vieles mehr.
Die Bekanntgabe des diesjährigen Beklagten sei hier auch unter das übliche Neue gerechnet, da es jedes Jahr einen neuen Beklagten gibt. Am 12. Februar muss sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder vor dem Narrengericht verantworten. Die genauen Anklagepunkte bleiben bis dahin zwar geheim, doch Kläger Michael Nadig hatte bei der Verkündigung des Namens schon so einiges zu sagen und zu kritisieren.
Zwei große Veränderungen kommen 2027
Während bereits bekannt war, dass Jürgen Koterzyna als Narrenrichter aufhört, erfuhren die Anwesenden, dass Martin Bosch 2027 das aktive Kollegium verlässt. Bosch habe fristgerecht die Kündigung eingereicht. Der Unterschied bei den Ämtern ist: Der Narrenrichter wird auf eine bestimmte Zeit gewählt und Koterzyna sagte im Gespräch mit „Tiefgang“, er habe bei der zurückliegenden Wahl schon gesagt, dass er dann nicht mehr weitermachen werde. So muss als ein neuer Narrenrichter gewählt werden. Koterzyna bleibt dann aber als normaler Gerichtsnarr im Hohen Grobgünstigen Gremium.

Im Kollegium der Gerichtsnarren ist es so, dass diese einstimmig berufen werden. Jeder werde nur ein Mal im Leben gefragt, so Koterzyna. Wenn jemand als Gerichtsnarr aufhören möchte, braucht es ein Jahr vorher die Kündigung. Der Gerichtsnarr wird dann später in den Stand des Altgerichtsnarrens versetzt. Diese tragen eigentlich genau dieselbe Kleidung – nur an der Narrenkappe ist ein dritter silberner Streifen rundherum.
Alles zu den verliehenen Ehrungen und der Rede von Carsten Gabbert gibt es zeitnah in einem separaten Artikel.









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