Bunte Zeitreise begeistert mit Witz und Fantasie: So sieht Hindelwangens Zukunft aus

Herrlich! Und: „Faszinierend!“ Um auch gleich mal mitten ins Thema einzutauchen und Spocki zu zitieren. So hieß er auf der Bühne, aus einem gewissen Film kennt man ihn als Mr. Spuck oder Spucki und im TV-Original heißt er natürlich Mr. Spock.

Der Bunte Abend im Stockach Ortsteil Hindelwangen forderte ganz schön die Lachmuskeln. Statt einer normalen Moderation reiste man zwischen den Sketchen und Tänzen mit einer gewissen Raumschiff-Crew, die ihr Schiff verlassen musste, auf einem Zeitreise-Sofa in die Vergangenheit, also unsere Gegenwart ins Hindelwangen im Jahr 2026.

Dort erlebten Captain Kirki (Helga Ecker-Weidele), Mr. Spocki (Stefan Bock), Uhura (Karin Bock) und Schrotti (Manfred Bock) Abenteuer: Sie suchten nach Ersatzteilen, um das Sofa zu Reparieren, nutzten die Gelegenheit, um live zu erleben, was eigentlich in dieser Zeitepoche so passiert ist, da es nicht so viele Aufzeichnungen darüber gibt – und ganz wichtig: Sie bringen Schwarzwälder-Kirsch-Torte mit zurück in ihre eigenen Zeit.

Tolle Parodie einer Parodie

Bei der Geschichtsforschung wundern sich die Besucher aus der Zukunft etwas. Spocki findet in seinen Aufzeichnungen heraus, dass Hindelwangen in der Zukunft wohl das Zentrum der Weltraumbehörde sein wird. „Davon sieht man aber noch nix“, bemerkt Kirki dazu trocken. Und Uhura kommt durch das Internet zu dem Schluss, dass Katzen offenbar die Welt beherrschen. Schrotti kann da nur den Kopf schütteln: „Jeder weiß doch, dass die Katzen erst im 22. Jahrhundert die Weltherrschaft übernommen haben.“

Während diese vier die Vergangenheit erkunden, bewegten sich die Tänze und Sketche durch verschiedenste Zeiten. Die Kinder tanzten als „Galaxy Power Girls“, die Frauen wirbelten als Space-Girls über die Bühne und die Männer waren Sixpack-Astronauten, die den Uniformen nach vielleicht zur Crew von Kirki gehören. Besonders toll und spektakulär: Einer von ihnen durfte an einem Seil fliegen.

Generationen prallen aufeinander

Bastian Schätzle und Lukas Kuzenski zeigten, was passiert, wenn man mit einer defekten Schreibmaschine, die noch aus der Auflösung der Poststelle von Anton Möll stammt, in einen modernen Computer-Laden kommt, weil das F hängt. Der Verkäufer sucht vergeblich nach dem Akku und Bildschirm und die Generationen prallen aufeinander. Als der Verkäufer fragt, ob auf der Schreibmaschine Word installiert ist, schaut ihn der Kunde verwirrt an.

Im Gespräch stellt sich auch heraus, dass der Senior nicht ganz auf Stand ist, was Läden und Einrichtungen angeht, als er laut überlegt, mal wieder ins Kino Zizenhausen, in den Pinguin Club oder zum Rademacher zu gehen. Der Verkäufer schlägt ihm irgendwann vor, die Schreibmaschine zu „Bares für Rares“ zu bringen oder zum „Schreiber Martin“, da dieser ja bekanntlich Gebrauchtwaren vertreibe. Am Ende lernt die eigentlich heißgeliebte Schreibmaschine aus Frust das Fliegen. Eine urkomische Szene mit zwei tollen Darstellern.

Der Hindelwanger Gebrauchtwarenhändler taucht zwar nie auf der Bühne auf, aber Captain Kirki und seine Crew müssen sich gegen ihn verteidigen, als das Verkaufsgespräch zu den Ersatzteilen für das Zeitreise-Sofa eskaliert. Sie fürchten auch die Verstärkung, die der „Schreiber Martin“ offenbar gerufen hat. Die Flucht ist aber natürlich keine Flucht: „Wir nehmen nur Anlauf“, sagt Spocki.

Ein Blick in die Zukunft

Beim Tratsch von Martina Keller, Elli Schrader und Michaela Ruff wird aus dem Treff in der Gegenwart ein Blick in die Zukunft, da der Ehemann einer der Damen eine App erfunden hat, durch die man über spezielle Brillen 25 Jahre in die Zukunft sehen kann. Nach anfänglichen Zweifeln lassen sich die Besucherinnen überreden und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus, während das Publikum nur noch vergnügt Lachen kann. Die Damen sehen, wie Hindelwangen endlich seine neue Nellenburg-Halle Einweihen kann und eine Skulptur von Ortsvorsteher Wolf-Dieter Karle davor steht, der auf 25 Jahre gewählt wurde, weil er einige aufzuholen habe.

Das gigantisch Feuerwehrhaus am Adler-Kreise beherbergt die Abteilung Stockach der Feuerwehr Hindelwangen und auch so einige andere Gebäude sind top modern und bringen die Damen ins Schwärmen: Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) beim „Digitalen Adler“, die Mühlen-Disko, das moderne Weiher-Bad mit Rutsch vom Wald herunter oder auch die U-Bahn-Station Schlittenwiese. Und mit dem modernen Hotel Gangschlupfer will sich Hindelwangen für die olympischen Winterspiele bewerben.

Die Damen staunen auch über die Fashion Week am Weiher, bei der Mode aus den 80ern getragen wird. Da sich so der Spruch bestätige, dass Mode alle paar Jahrzehnte wiederkommen, bemerkt eine der Frauen, dass Bürgermeisterin Susen Katter mit ihrer 80er-Jahre-Mode nur ihrer Zeit voraus gewesen sei.

Zwei Klassenzimmer-Szenen ernten viel Applaus

In einem Hindelwanger Klassenzimmer der Vergangenheit zeigen die Schauspieler, wie einige bekannte Dorfpersönlichkeiten so in ihrer Schulzeit waren und wie sich alle ihre berufliche Zukunft vorgestellt haben. Der Lehrer hat natürlich seine liebe Mühe mit den Kinder, die sich Zettel schreiben oder gegenseitig ärgern. Da Regina (Nibischan Raveendran) sich auf der internationalen Bühne sieht, gibt sie im Klassenzimmer ein Lied zum Besten, kann Lehrer und Mitschüler aber nicht so recht überzeugen.

Im Programm gab es auch noch einen zweiten Schul-Sketch, in dem die beiden Bengel aus der ersten Reihe ihrer Professor ärgern. Einer kommt aber erst mal zu spät, da er verschlafen hat und seine Mutter ihn nur zufällig beim Bettenmachen gefunden habe. Wer die Schüler-Klamauk-Filme aus den 70er-Jahren kennt, kann im Hindelwanger Professor die Film-Lehrer wiedererkennen.

Die Bühne wird zur Tanzfläche

Während in den Umbaupausen Alleinunterhalter Franzl für Stimmung sorgte, standen zum musikalischen Finale mit der galaktischen Hymne alle Schauspieler auf der Bühne. Sie feierten den Erfolg der Raumschiff-Crew, die große, goldene Orden zum Umhängen erhielt. Die Admiralin (Jessy Raveendran) sang dann unter Live-Begleitung an Keyboard, Trompeten und Gitarre zur Melodie von „Major Tom“ einen neuen Text.

Franzl erhielt schließlich am Mikrofon noch weibliche Unterstützung und einige Besucher schwangen auf der Bühne das Tanzbein, während andere in die Bar wechselten.

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