Wie eine Abenteuerreise: Neues von der Museumsplanung in der Schlosstorkel

Passend zu den Zukunftsplänen fand die Hauptversammlung des Museumsfördervereins Bodman-Ludwigshafen in der historschen Schlosstorkel in Bodman statt. Der einzige bezeizbare Raum, der vor vielen Jahren einmal die Gaststätte war, zuletzt der Eingang- und Shop des Urweltmuseums und bald zum Bistro des Bürger- und Heimatmuseums werden soll, war voll.

Das geht bei diesem Raum zwar schnell, aber nicht jede Vereinsversammlung hat so einen Zulauf – das zeigte, wie wichtig den Mitgliedern ihr Verein und sein Zweck sind. Und sie wurden nicht enttäuscht. Innerhalb kürzester Zeit erfuhren sie, wie gut sich der Förderverein entwickelt hat und wie es aktuell bei der Pächtersuche für das geplante Museumsbistro aussieht.

Vier Bewerber sind im Rennen

Tobias Jaklin, der Vorsitzende des Museumsfördervereins, berichtete aus Sicht des Vereins die Entwicklungen. Das Urweltmuseum sei inzwischen aus der Torkel ausgezogen und die wesentlichen Weichen für das Bürgermuseum seien gestellt. Er freute sich, dass das Projekt eine Chance auf Leader-Fördermittel hat und dort in der Endauswahl gelandet sei. „Eine Förderung ist nicht ausgeschlossen“, formulierte er es bescheiden. Aktuell gebe es vier Bewerbungen für das Museumsbistro, die sich bald im Gemeinderat vorstellen würden.

Zum Museum umriss er, wie eng das Budget werde und das Personal ehrenamtlich arbeiten werde. Bezahlte Kräfte seien leider nicht finanzierbar. Die Gemeinde trage Investitionskosten und laufende Kosten. Die Schenke, wie er das Bistro auch nannte, werde für eine geringe Summe verpachtet.

Alleinstellungsmerkmale des kommenden Museums

„Wir hoffe darauf, dass das Bürgermuseum ein Erfolg wird. Das Gebäude selbst ist auch eine Attraktion“, so Jaklin, der das visionäre Durchhaltevermögen des Museumsfördervereins hervorhob. „Ein Torkelbaum in diesem Zustand ist einzigartig.“

Er betonte, das Museum solle nicht einfach nur aus Vitrinen bestehen, sondern ein echtes Erlebnis bieten. „Uns ist es ein Anliegen, die Geschichte lebendig werden zu lassen.“ Der Begriff Bürgermuseum sei momentan ein „zutreffender, aber nebolöser Arbeitstitel“. So eine Gattung Museum wie hier geplant werde, gebe es wohl noch nicht. „Die nächsten Schritte haben den Charakter einer Abenteurreise.“

Bodman, der Namensgeber des Bodensees, sei schon immer „ein geschichtlicher Hotspot“ gewesen, so Jaklin im Hinblick auf die Kaiserpfalz, den Frauenberg, die Burgruine, die Marienschlucht, die Pfahlbau-Funde und mehr. Im Vortrag über Kelten und Römer am Bodensee, der auf die Versammlung folgte, wurde das sogar noch deutlicher.

Zm Vortrag wurde es noch voller als bei der vorangegangenen Versammlung. Bild: Ramona Löffler

Bei Führungen und Veranstaltungen ist viel los

Erfolgreiche Veranstaltungen des Vereins sollen weitergehen. Jaklin nannte dabei vor allem die beliebten historischen Ortsführungen. Eine historische Filmvorführung in der Torkel im vergangenen Sommer sei extrem erfolgreich gewesen.

Thomas Modenbach ging noch weiter in die Details und schilderte zur Saison 2026, dass die Ortsführungen nun schon etwas früher beginnen: Immer freitags um 17.30 Uhr. Der Grund: Die Urlauber hätten beim Beginn um 18 Uhr aufgrund der Dauer ein Problem gehabt, nach 19.30 Uhr noch Abendessen zu bekommen. , Nächstes Jahr sei geplant, die Führungen an der Torkel enden zu lassen.

Er wies auch auf eine Führung mit Wilderich Graf von und zu Bodman zu Kleindenkmalen im Ort hin, die am 3. Juni um 17.30 Uhr stattfindet. „Wir hoffen, dass der Fanclub von Graf Bodman versammelt dabei ist“, scherzte er – wobei es tatsächlich zahlreiche Fans gibt, die dem Grafen unglaublich gerne zuhören.

Beim Tag des offenen Denkmals im September werde zum dritten und letzten Mal die alte Vogtei in der Seestraße dabei sein, deren Sanierung nun abgeschlossen sei. Das Ehepaar Kreibich gebe finale Einblicke in die jahrelange Arbeit an die 418 Jahre alten Haus. „Das Gebäude ist ein Schmuckstück für unsere Gemeinde.“

Neue Mitglieder und großes Lob für den Verein

In einem kleinen Zahlenblock stellte die Kassiererin die guten Finanzen des Vereins dar. Im vergangenen Jahr seien acht neue Mitglieder beigetreten und man habe einen niedrigen vierstelligen Betrag erwirtschaften können. Ein paar Spenden seien auch eingegangen.

„Wir würden hier nicht stehen, wenn es Sie nicht geben würde“, sagte Bürgermeister Christoph Stolz nach der Entlastung des Vorstands über das Engagement des Vereins und dessen „Abenteuerlust“, die er lobte. Aufgrund dieses kontinuierlichen Einsatzes habe der Gemeinderat beschlossen, das Museum finanziell zu unterstützen. Auch ohne das Gräfliche Haus, dem die Torkel gehört, wäre das Projekt nicht möglich.

„Wir stehen quasi schon drin – im ersten überdachten Freilichtmuseum“, sagte er, da der Großteil des Gebäudes eine Lochfassade hat. Nur der Teil des künftigen Bistros, in dem schon einmal die Torkelstube gewesen war, ist geschlossen und beheizbar.

Er sei optimistisch, dass ein guter Museumswirt gefunden werde, der das Bistro betreibe und sich um das ganze Gebäude samt Museum kümmere. Er freue sich schon sehr auf das Museum.

Zum Vortrag über die Spuren von Kelten und Römer in Bodman-Ludwigshafen und am Bodensee folgt in den kommenden Tagen ein seperater Artikel.

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