SeeDich startet durch: Wie die Initiative Menschen besser vernetzen möchte

Eine ganz neue Art der Hilfe von und für Bürger geht in Bodman-Ludwigshafen in den Startlöchern: SeeDich heißt die Initiative, die aus einem der Teams der Leitbild-Entwicklung für die Gemeinde entstanden ist. Birgit Martens stellte die Idee und die Wünsche an die Gemeindeverwaltung vor.

Im Gegensatz zu vorhandenen Nachbarschaftshilfen in umliegenden Orten, bei denen man für Leistungen bezahlt, zielt SeeDich auf kostenlose Vernetzungen und gegenseitige Hilfe. Die Leute sollen sich und ihre Fähigkeiten einbringen – ähnlich wie es bereits beim Repair-Café der Zukunftsinitiative (Zuki) läuft, das regelmäßig in der Sernatingen-Schule stattfindet. SeeDich ist bereits mit der Zuki verbunden und ein Bestandteil davon. Außerdem möchte SeeDich gemeinsame Treffen und Aktivitäten unter den Einwohnern fördern, gerade auch für Ältere. „Wir wollen alles ehrenamtlich machen“, sagt Birgit Martens.

Wunsch nach Unterstützung durch die Gemeinde

Die Initiative habe mit zehn Mitgliedern begonnen, die bereits jede Menge Fähigkeiten und Potentail einbringen. „Es gibt viele Engagierte“, sagte sie. Die Initiative erhalte Fördermittel der Allianz für Beteiligung. Nun fehle noch ein Raum, gerne abwechselnd in Bodman und Ludwigshafen.

Birgit Martens trug bei der Vorstellung der Inititative ein Shirt mit dem SeeDich-Logo. Bürgermeister Christoph Stolz, der am Laptop saß, steuerte für sie die Präsentation. Bild: Ramona Löffler

Birgit Martens hat auch das Ziel, SeeDich als Projekt so bei der Gemeinde zu verorten, dass die Ehrenamtlichen bei ihren Tätigkeiten versichert sind. „Es ist wichtig, dass wir einene Heimat für das Projekt haben und als Ehrenamtsprojekt der Gemeinde laufen“, fasste sie zusammen.

Obwohl diese Punkte noch offen sind, hat SeeDich bereits einige Pläne: Die Initiative möchte beim Mitmachtag am 23. Mai mitwirken und will im Juli ein Bürgerforum veranstalten.

Positives Feedback im Gemeinderat

Bürgermeister Christoph Stolz sah den Bedarf für ein Angebot wie dieses. Er habe damals beim Leitbild-Prozess wahrgenommen, dass viele Menschen sich soetwas wünschen. Er glaube, es könne gelingen, wenn das bürgerschaftliche Engagement dahinterstehe. „Ich bin sicher, dass wir räumlich eine Lösung finden“, sagte er zu der angefragten Unterstützung, obwohl er auch anmerkte, dass die Verwaltung laufend Raumanfragen erhalte und dies nicht zu ihren primären Aufgaben gehöre.

In einer positiv aufgeladenen Diskussion kamen viele Fragen wie die Rechtsform auf und Birgit Martens betonte nochmals, wie wichtig es für SeeDich wäre, als Projekt der Gemeinde zu gelten. Auch die Kirche soll ins Boot geholt werden. Birgit Martens, die auch evangelische Kirchengemeinderätin ist, brachte einen weiteren Aspekt ein: „Uns geht es auch um die mentale Zuordnung und dass wir gewollt werden.“

Das griff ÖDP-Rätin Erika Zahn auf – eine Anbindung an die Gemeinde könne eine höhere Sicherheit und Akzeptanz geben. Viele möchten etwas tun, wissen aber nicht wo, sagte sie. Petra Haberstroh (Freie Wähler) regte an, auch bei anderen ehrenamtlichen Gruppen zu prüfen, wie die Mitglieder bei ihren Aktivitäten versichert sind. Bianca Mack, Leiterin der Hauptverwaltung, erklärte, alle die sich ehrenamtlich enagieren, seien automatisch über die UKBW versichert.

SeeDich zahlt fast alles aus eigener Tasche

Aktuell finanziert SeeDich alles privat. Das erklärte Birgit Martens auf eine Frage von CDU-Rat Michael Koch und hatte ein Beispiel dafür sogar an: Sie hat sebst das T-Shirt mit dem SeeDich-Logo bezahlt. Ein SeeDich-Mitglied hat das Logo gestaltet.

Die Gründungsmitglieder von SeeDich freuen sich darauf, richtig durchzustarten. Bild: SeeDich

CDU-Rat Daniel Trisner und SPD-Rätin Claudia Brackmeyer waren von SeeDich sehr angetan. Die Rätin sitzt im Kreisseniorenrat und konnten aus ihren Erfahrungen berichten, dass soetwas genau das Richtige wäre. „Ich freue mich deshalb darauf“, sagte sie.

Schließlich fasste Christoph Stolz die Wortmeldungen als positives Signal zusammen und erklärte, sobald mehr feststehe, komme das Thema wieder in eine Sitzung.

Die nächsten Schritte

Die Initiative trifft sich übrigens schon ein Mal pro Monat und Birgit Martens sprach eine offene Einladung für alle Interessierten aus. Im Gespräch mit Tiefgang sagte sie, sie Mensa der Sernatingen-Schule wäre ein sehr geeigneter Raum für Treffen, da er barrierefrei erreichbar wäre. Theoretisch könnte zwar auch ein Raum der evangelischen Kirche genutzt werden, doch manche Leute hätten dann vielleicht Bedenken zu kommen.

SeeDich möchte auf jeden Fall mit einem Nachbarschafts-Kaffee anfangen und gemeinsam zusammensitzen, etwas spielen, vielleicht auch kochen und etwas unternehmen. Für alles, was mit gegenseitiger Hilfe zu tun hat, sei en Kooperationen und das Bündeln von Ressourcen wichtig.

„Die Förderung hat uns Antrieb gegeben“, sagt Birgit Martens über die Mittel, die SeeDich von der Allianz für Beteiligung erhält. Ähnliche Initiativen in anderen Orten hätten ähnlich wie SeeDich angefangen. „Wir wollen zügig weiterkommen.“

Wer mehr über die Initiative erfahren bzw. mitmachen möchte, kann sich per E-Mail an SeeDich@web.de melden.

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