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Marienschlucht lockt schon Wanderer – dabei ist sie eigentlich noch nicht eröffnet

Eigentlich eröffnet die Marienschlucht erst am 28. März. Uneigentlich waren beim strahlendem Sonnenschein und blau-leuchtendem See bereits eine Woche vorher zahlreiche Wanderer dort unterwegs. Ein paar letzte Arbeiten fehlen zwar noch, doch die Absperrungen waren offen und in den sozialen Medien berichten manche Seiten die Schlucht sei geöffnet.

Vor allem Letzteres dürfte die vielen Autos mit auswärtigen Kennzeichen mit ES, VS und SIG oder aus der Schweiz erklären, die an der Straße vor der einzigen Absperrung standen: Der Marienschlucht-Parkplatz bei Langenrain hatte eine abgeschlossene Schranke, so dass sich 20 Autos oder sogar mehr an der Straße entlang aufreihten.

Da der Parkplatz noch zu war, parkten die Marienschlucht-Besucher an der Straße.

Sie hatten Glück: Die Absperrungen waren offen. So konnten sie das Naturwunder erkunden und die neuen Sitzgelegenheiten ausprobieren. Sie erhielten atemberaubende Aussichten auf den Bodensee und Einblicke in die Felswände, zwischen denen ganz unten ein kleiner Bach fließt.

Besucher staunen über das Naturjuwel

Die Begeisterung war groß. Staunend standen die Menschen an den Aussichtspunkten oder schauten über die Geländer auf den Bach hinab. Die Erich-Pohl-Kanzel, auf der man fast über der Schlucht schwebt faszinierte – auch wenn man da schwindelfrei sein sollte. Das gilt eigentlich überall, da die Treppenanlage in rund zehn Metern Höhe an den Felswänden verläuft.

Der Blick nach oben, wo auf der Erich-Pohl-Kanzel Wanderer stehen. Bilder: Ramona Löffler

Und wer an der richtigen Stelle über das Geländer unter die nächste Treppe nach oben schaut, kann das Marienbildnis in der Felswand sehen, das dort in den 80er-Jahren installiert wurde und nicht umgesetzt werden konnte. Wer sie doch übersehen sollte, kann ein Foto auf einem der Schilder sehen, die Hintergrunde, Geschichte und Natur der Schlucht erklären.

Neue Bäume auf dem Plateau über der Schlucht sollen bald Schatten spenden. Dort stehen jetzt auch neue Bänke und ein Tisch.

Zugegeben, momentan sieht es zwar noch etwas kahl aus, aber sobald die Natur grün wird, leuchtet das Naturjuwel auf dem Bodanrück. Und auch die neu gepflanzten Bäume werden bald zu schönen Schattenspendern heranwachsen. Hier und da sieht man auch schon die ersten Blumen blühen.

Warum die Schlucht elf Jahre zu war

Die Holzstege in der Marienschlucht wurden bei einem Erdrutsch nach starken Regenfällen Anfang Mai 2015 weitgehend zerstört. Eine Person starb damals, eine weitere wurde verletzt. Lange war unklar, wie es weitergeht, ehe dann die Planung für einen neuen Steg begonnen wurde, der aus Metall besteht, in zehn Metern Höhe und mit Abstand zur Felswand verläuft, damit loses Gestein durchfallen kann.

Als er noch Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen war übernahm Matthias Weckbach federführend die Planung – seit er 2023 nicht mehr zur Wahl antrat, blieb er der Gemeinde als Projektleiter Marienschlucht erhalten. Ab der offiziellen Schluchtwiedereröffnung am 28. März fährt auch die MS Großherzog Ludwig wieder im Rahmen ihres Kurses von Bodman-Ludwigshafen bzw. Sipplingen die Schlucht an. Sie ist das einzige Schiff, das dort anlegen darf.

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