Ein Känguru in der Marienschlucht? Lustige und geheimnisvolle Felsbilder

Mehr als nur großartige Natur und eine fantastische Aussicht locken in der wiedereröffneten Marienschlucht. Dort gibt es auch witzige und geheimnisvolle Details an den Felswänden. Der Sandstein gibt so besondere Einblicke in die Geschichte der 1897 erstmals eröffneten Schlucht und erzählt auch Geschichten. Egal, ob man am Uferweg am Mondfelsen entlang zur Schlucht läuft oder vom Parkplatz oben kommt – hinschauen lohnt sich immer.

Die Felswand Plateau über dem Einstieg zur Schlucht ist besonders „gesprächig“. Dort sticht sofort ein mystisch anmutendes Symbold aus Schnörkeln ins Auge. Es muss dort schon seit Jahrzehnten sein und hat viel Gesellschaft aus allen möglichen Jahren und von allen möglichen Zeichen: Namen mit Datum, andere Symbole, ja sogar eine Sponge-Bob-Zeichnung, ein Grinch-Gesicht und ein Vogel-Kopf. Alles in allem eine kuriose Kombination.

Die drei Wirbel sind laut Google übrigens ein keltisches Symbol – ein Triskele. Die drei Spiralen stehen für Bewegung, Energie und den Kreislauf des Lebens.

So manches Datum zeigt auch, dass auch in den Jahren der Marienschlucht-Sperrung (2015 bis 2026) Wanderer in dem Bereich unterwegs waren. An der Felswand hat sich 2024 eine Familie verewigt: Carolin, Tommi und Charlise. Direkt daneben sind ältere Einritzungen und ganz links an dieser Wand neben dem neuen Geländer hüpft ein Känguru. Bei ihm stehen die Initialen S.B. – wohl der Künstler dieses Werks.

Ein witzige Kreatur am Felsenkeller

Am unteren Zugang zur Marienschlucht ist ebenfalls eine große Felswand. Auf ihr und der Metalltür in den Felsenkeller gibt es auch so Einiges, das ein Schmunzeln hervorruft. Allen voran die Kreatur, die jemand auf die Tür gesprüht hat. Ist es ein Monster? Ein Alien? Wer weiß… Das einäugige Wesen tauchte irgendwann vor ein paar Jahren auf und ist bisher geblieben. Sie wurde nicht entfernt.

Hinter der Tür verbirgt sich übrigens ein Raum, in dem nicht nur Fledermäuse überwintern, sondern an dessen Wänden auch das eine oder andere steht. Die Höhle diente dem früheren Kiosk als Lager.

Beklemmender Fund unter abgerutschter Erde

Wie weit die Einritzungen am Felsen mindestens zurückgehen, zeigte vor ein paar Jahren Zeit ein Fund bei den Arbeiten an der Marienschlucht. Unter abgerutschter Erde und Vegetation sei plötzlich ein Hakenkreuz zum Vorschein gekommen, so Projektleiter Matthias Weckbach. Der unschöne Fund sei dann entfernt worden. Im Zusammenhang mit der Menge der Vegetation habe diese Felsenzeichnung allerdings Aufschluss darüber gegeben, welche Zeit es brauche, damit bestimmte Dinge wachsen können.

Am Mondfelsen kann man auch ein paar Einritzungen entdecken, jedoch weniger als an den Felswänden oberhalb und unter der Schlucht selbst. Eigentlich sind auch an den Wänden in der Schlucht selbst Schrift und Zeichen an den Felsen, da der frühere Holzsteg dort hindurchgeführt hat. Die heutigen Besucher können diese nicht mehr sehen, da der neue Panoramasteg in rund zehn Metern Höhe verläuft, doch bei einem Spaziergang im Jahr 2014 habe ich ein paar dieser Spuren der Geschichte fotografiert.

Ein Gesicht im Fels mutet dort etwas unheimlich an und ist von Zeichen umgeben, die nicht mehr wirklich lesbar sind. Dafür verrät eine andere Stelle um sich mehr: J und L haben dort nicht nur ihre Initialen hinterlassen, sondern wohl auch etwas eingraviert, das von persönlicher Bedeutung sein dürfte: 18-7-91 und 19-7-92.

Ein geplantes Kunstwerk

Neben all den eigentlich unerlaubten Felszeichnungen gibt es eine Sache, die gewollt und extra gemacht ist: Das Relief der Gottesmutter Maria mit dem Jesus-Kind an einer Felswand zum früheren Zugang der Schlucht von unten. Der Radolfzeller Künstler Markus Daum hat dieses Werke im Jahr 1986 als Auftragsarbeit geschaffen und es wurde fest am Fels verankert. Da man es nicht schadensfrei entfernen hätte können, blieb das Relief genau dort am Fels.

Man kann das Marienbildnis von den neuen Stegen aus sehen und ein Schild am Geländer weist sogar extra darauf hin, damit man es nicht übersieht, da man seitlich über den Steg oder zwischen den Treppenstufen hindurch schauen muss, um es zu entdecken.

Momentan hat man die beste Chance, zu entdecken, was so allen an den Wänden steht, denn je mehr nun im Frühling die Natur sprießt, desto mehr von den Worten, Namen und Zeichnungen wächst zu – manches vielleicht auch auf Dauer.

Während der Bauarbeiten hat sich übrigens auch einer der Arbeiter verewigt, aber nicht am Fels, sondern auch einem der Fundamente des Stegs. Wer aufpasst, kann im oberen Drittel des Stegs den Namen Michi entdecken. Auf einem anderen Fundament steht eine 25 – das Jahr, in dem dieser Teil gebaut wurde.

Eine weitere heute nicht mehr zugängliche Stelle. Archivbild: Ramona Löffler

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