Was ist wichtiger – Spaß oder Vorsicht? Am 7. Januar führte der Schlittschuh-Spaß an zwei Orten am Bodensee zu Unfällen, bei denen Menschen ins Eis eingebrochen sind. Sie hatten dabei Glück im Unglück, weil die Rettungskräfte schnell zur Stelle waren.
Im Bereich zwischen Hegne und der Insel Reichenau brach das Eis in einem Bereich mit etwa 90 Zentimetern Wassertiefe, teilt das Präsidium Einsatz der Polizei mit. „Sofort begaben sich helfende Passanten sowie eine Fußstreife des Wasserschutzpolizeipostens Reichenau in Richtung der eingebrochenen Person. Während des Rettungsvorganges brach einer der Retter ebenfalls in das Eis ein. Mit Mühe konnten nunmehr beide Personen kurz vor Eintreffen der Beamten durch die zuhilfe geeilten Passanten aus dem 3 Grad kalten Wasser gerettet werden.“

Beide Personen seien an den Rettungsdienst übergeben worden und seien mit einer Unterkühlung zur weiteren Behandlung in das Krankenhaus Konstanz gebracht worden.
Schnelle Reaktion rettet Leben
Die DLRG Öhningen berichtet im Sozialen Netzwerk Facebook von ihrem ersten Einsatz im neuen Jahr. Die Wasserretter seien am Mittwoch zu einer im Eis eingebrochenen Person alarmiert worden. Allerdings habe man die Anfahrt dann abbrechen können, da die Person schon von jemandem herausgezogen worden war. „Ein wichtiger Hinweis: Eisflächen sind oft trügerisch – bitte betreten Sie diese nicht!“ so die DLRG Öhningen.
Die Feuerwehr Konstanz rät fast dasselbe. Sie berichtet auf Facebook von einer Eisrettungsübung, auf die dann der Ernstfall bei Hegne gefolgt sei.

Doch damit nicht genug: Als ich für „Tiefgang“ am Campingplatz Hegne unterwegs war, wo bei Sonnenuntergang gegen 16.30 Uhr mehrere hundert Menschen auf dem Eis verteilt waren, ertönten plötzlich die Sirenen eines Rettungswagens, der bei den Gebäuden hielt. Die Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass dort mehr als nur eine Person behandelt wurde. Einige Leute warteten vor dem Wagen, in dem die Einsatzkräfte zugange waren, und als sich die Tür öffnete, reichte ein Vater sein Kind in den Wagen.
Deutliche Risse, durch die Wasser kommt
Einige Stellen auf dem dortigen Eis sehen bedenklich aus, während andere dick und tragfähig wirken. Ein dicker Riss, durch den ein bisschen Wasser schwappt und mehrere Pfützen interessieren eigentlich keinen, der dort läuft oder Schlittschuh fährt. Alle fahren drüber oder um die Löcher herum. Sogar eine ältere Dame in einem elektrischen Rollstuhl fuhr in der Nähe dieser Stelle unbedarft über das Eis.


Zugegeben: Ich war dort, um selbst mal zu schauen, was los ist, wie das Eis aussieht, und um den Sonnenuntergange bei diesem Naturschauspiel zu fotografieren. Der große Riss und die Pfützen haben mir aber Respekt eingeflößt. Unter meinen Winterstiefel begann es zu knacken und bin ich direkt zurückgewichen. Währenddessen flitzen Jugendliche weiter vorne in der Nähe des Randes zum eisigen Wasser umher.
Spaß – gut und schön. Aber Sicherheit geht vor, finde ich. Ein Glück für die, die eingebrochen sind, dass sie schnell rausgezogen werden konnten. Selbst niedriges Wasser ist bei solchen Temperaturen lebensgefährlich. Die Wasserschutzpolizei oder DLRG-Ortsverbände warnen nicht umsonst. Der Vorfall bei Hegne zeigt auch, dass die Retter sich in Gefahr begeben, wenn jemand eingebrochen ist.

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