Ein Stockacher zieht in den neuen Landtag ein: Christoph Stetter holt im Wahlkreis Stockach-Singen die meisten Stimmen und somit das Direktmandat – die Unterstützung seiner Mitbürger aus Stockach, aber auch allen anderen Orten ist enorm. Im Wahlkreis liegt er mit 36,2 Prozent der Erststimmen vorne. Für ihn ein riesiger Erfolg und für den Raum Stockach ebenfalls ein großer Gewinn, da mit ihm jemand im Landtag sein wird, der sich perfekt mit den Themen auskennt, die hier bei uns bewegen. Damit kommt bereits zum zweiten Mal ein Abgeordneter aus Stockach – 2011 ging ein Direktmandat am Wolfgang Reuther.
Die Orte im Raum Stockach liegen deutlich über den 63,8 Prozent Landesdurchschnitt bei der Wahlbeteiligung. Das ist sehr positiv und vor allem der kleinste Ort, Hohenfels, sticht mit 76,2 Prozent heraus. Das ist der Höchstwert in der Verwaltungsgemeinschaft. Im ganzen Landkreis liegt nur Moos mit 78,8 Prozent höher. Dieses Mal gab es auch mehr Briefwähler als je zuvor.
Neben dieser schönen Seite der Landtagswahl, gibt es aber auch die dunklere – die blaue Seite. Leider hat die AfD extrem aufgeholt und der Landkreis und der Raum Stockach machen damit eine bedenkliche Entwicklung. In den meisten Orten liegen zwar Grüne und CDU vorne, aber die AfD ist an dritter Stelle, teilweise sogar an zweiter. In einem Fall sogar ganz vorne.
Mehr Menschen gehen zur Wahl
Das Wahlergebnis in Stockach fällt mit einer Wahlbeteiligung von 66,7 Prozent bei den Erststimmen mehr als deutlich für Christoph Stetter aus: 42,9 Prozent holt er, während er die Kandidaten der Grünen (22,1 Prozent) und AfD (19,8) Prozent weit hinter sich lässt. Die Zweitstimmen zeigen ebenfalls einen deutlichen Gewinn bei der CDU, die dort mit 32,6 Prozent am stärksten ist.

Die Grünen haben verloren und liegen mit 28 Prozent an zweiter Stelle, gefolgt von der AfD, die im Vergleich zu 2001, als sie unter 10 Prozent lag, nun 20,5 Prozent erreicht hat. Eine unschöne Entwicklung, dass diese Partei 10,1 Prozentpunkte dazugewonnen hat.
Beruhigend ist immerhin, dass die Wahlbeteiligung in der Stadt gestiegen ist – 2021 lag sie bei 59,09 Prozent – dieses Jahr nutzten also deutlich mehr Wahlberechtigte ihr Wahlrecht.
Stetter holt meiste Stimmen in der Seegemeinde
In der Nachbargemeinde Bodman-Ludwigshafen sind die Wähler sogar noch deutlicher für Christoph Stetter – dort holte er 44,4 Prozent. In der Verwaltungsgemeinschaft Stockach ist das sein höchstes Ergebnis. Die Grünen holten bei den Erststimmen 25,6 Prozent und die AfD 13,6 Prozent. Bei den Zweitstimmen liegt dort ebenfalls die CDU (38,6 Prozent) ganz vorne und hat gegenüber 2021 kräftig aufgeholt, während die Grünen (30,8 Prozent) verloren haben. Die AfD liegt bei den Zweitstimmen bei 14,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag 2021 bei 66,41 Prozent und dieses Mal bei deutlich höheren 73,2 Prozent.

Auch in Hohenfels räumt Stetter deutlicher als in seinem Heimatort ab. Dort erhält er 43,6 Prozent. Saskia Frank (Grüne) und Bernhard Eisenhut (AfD) liegen dort mit jeweils knapp 21 Prozent fast gleich auf. Immerhin können die Grünen bei den Zweitstimmen ein paar Prozentpunkte zwischen sich und die Blauen bringen. Die Wahlbeteiligung machte einen großen Sprung von 66,54 Prozent im Jahr 2021 auf 76,2 Prozent.
Leicht weniger Wähler in Doppelgemeinde
Orsingen-Nenzingen folgt bei der Höhe der Wahlbeteiligung auf Orsingen-Nenzingen: 75,7 Prozent der Wahlberechtigten nutzten dort ihr Wahlrecht, allerdings waren es vor fünf Jahren mit 77,11 Prozent sogar etwas mehr. In Orsingen-Nenzingen, reiht sich die AfD an dritter Stelle ein, während sie 2021 deutlich weiter hinten lag. Bei den Erst- und Zweitstimmen lässt die CDU allerdings die Grünen und Blauen deutlich hinter sich.
Eigeltingen und Mühlingen liegt die AfD nach der CDU an zweiter Stelle bei den Erst- und Zweitstimmen. Hier hat sich einiges gedreht, da 2021 die Grünen bei den Erststimmen vor der CDU lagen und Blau an fünfter Stelle. Immerhin ist in Eigeltingen die Wahlbeteiligung von 64,46 auf 71,4 Prozent gestiegen, in Mühlingen von 59,53 auf 71,4 Prozent.
Eine Stadt im Kreis sticht negativ heraus
Ein Blick auf die großen Städte im Landkreis zeigt: Radolfzell hat eine stabile Wahlbeteiligung von 70,59 Prozent – 2021 lag sie nur bei 64,22 Prozent. Die CDU behauptet sich dort in den Erststimmen (32,4 Prozent), gefolgt von den Grünen mit 30,78 Prozent und der AfD in deutlichem Abstand mit 14,64 Prozent.
Beim Blick nach Singen, wird einem recht flau im Magen: Gerade mal 55,4 Prozent Wahlbeteiligung, wobei es vor 5 Jahren sogar nur 48,48 Prozent waren. Die AfD kommt mit 27,5 Prozent bei den Erststimmen direkt nach der CDU mit 30,2 Prozent. Noch erschreckender die Zweitstimmen, bei denen die Blauen mit 27,4 Prozent sogar knapp an erster Stelle liegt – die CDU folgt mit 27,1 Prozent. Die Grünen liegen jeweils ein paar Prozentpunkte weiter hinten.
Bei 68,9 Prozent Wahlbeteiligung haben es die Grünen in Konstanz wieder ganz nach vorne geschafft: 40,7 Prozent für Nese Erikli und 44,3 Prozent bei den Zweitstimmen. Deutlich mehr Wähler haben ihre Stimme abgegeben, denn 2021 waren es nur 60,57 Prozent.
Drei kleine Lichtblicke
Alle Orte haben eins gemeinsam: Die Wahlbeteiligungen sind gestiegen, die AfD konnte ihre Ergebnisse im Vergleich zur Landtagswahl im Jahr 2021 rund verdoppeln und SPD, FDP und andere Parteien sind fast ins Bodenlose gesunken. Die niedrigsten blauen Ergebnisse gibt es in Konstanz, wo die AfD wenigstens einstellig bleibt, und Reichenau sowie Allensbach, wo sie die 11 Prozent nicht überschreitet. In allen anderen Gemeinden liegt sie höher als 13 Prozent.

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