Das jahrelange Rätseln um die Zukunft des ehemaligen ZG-Gebäudes in der Meßkircher Straße fand in den vergangenen Wochen sein Ende. Handwerker gingen ein und aus, schließlich kam auch ein Schriftzug an die Fassade: Trinkgut. Am Mittwoch, 18. März, hat der Getränkemarkt Trinkgut Sulger eröffnet – damit gibt es in Stockach einen neuen Anziehungspunkt im Einzelhandel.
Matthias Schopp vom Marketing ist mit dem ersten Tag bereits sehr zufrieden. Im Gespräch mit „Tiefgang“ sagt er, er glaube, dass sich der Getränkemarkt und das Aach-Center gut ergänzen werden. Im alten ZG-Gebäude, das von der Stadt gepachtet wurde, gebe es ein viel größeres Sortiment an Getränken als im Aach-Center. Im Supermarkt werde alles unverändert bleiben, erklärt er. Im neuen Trinkgut gibt es auf fast 900 Quadratmetern neben Getränken aller Art auch was man sonst noch für eine Party braucht – Chips, Süßes und Grillgut.

Aber wie kam es dazu, dass der Markt dort einzieht? Die Stadt Stockach ist nach wie vor Besitzer des Gebäudes. Seit dem Auszug der ZG vor ein paar Jahren habe es noch keine dauerhaften Pläne für eine Weiternutzung gegeben, so Bürgermeisterin Susen Katter auf Nachfrage. Die Stadt habe die Räume an Trinkgut Sulger verpacktet. Sie freut sich, dass es damit eine gut Nutzung gibt. Ob eines Tages etwas anderes mit dem Gebäude gemacht wird, ist offen.
Wie die Stadt für Stadtentwicklung sorgt
Die Stadt Stockach hat in den vergangenen Jahren mehrere Gebäude in Stockach gekauft. In der Innenstadt sind es ganz konkret drei Häuser, mit denen es mehr oder weniger konkrete Vorhaben gibt. Noch unter Rainer Stolz als Bürgermeister hat die Stadt das Volksbankgebäude in der Oberstadt erworben, um damit eines Tages die kulturellen Angebote zu erweitern. Da es im Alten Forstamt zu eng wird, soll die Stadtbücherei in naher Zukunft in das Fachwerkhaus umziehen – das Stadtmuseum bleibt dann im Fortstamt.
Das Honold-Haus in der Hauptstraße gehört ebenfalls der Stadt und steht noch bis Ende März im Mittelpunkt eines großen Bürgerbeteiligungsprojekts zur Zukunft der Oberstadt. Während ab April die Wünsche der Einwohner ausgewertet werden, kann das Honold-Haus weiter von Vereinen usw. genutzt werden. Wie das Haus später einmal dauerhaft genutzt wird, ist noch nicht klar.

Zu den jüngsten Erwerbungen der Stadt gehören die Gebäude des ehemaligen Schuhhauses Kramer in der Unterstadt. Der alte Gebäudekomplex aus drei Häusern steht aktuell bis auf eine Schaufenster-Ausstellung leer. In näher Zukunft soll es abgerissen werden, damit das Areal mit Wohnen und Gewerbe neu gestaltet werden kann. Der Zeitplan ist noch offen, da die Stadt noch nichts näher geplant hat und sich zudem auf die Suche nach einem Investor begegeben wird.
All diese Besitzerwechsel, Verpacktungen und Zwischennutzungen zeigen, was sich in Stockach tut und wie die Stadt langfristig an der Entwicklung arbeitet. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden nach der Auswertung dem Gemeinderat als eine Art Gutachten dienen, auf dessen Basis er weitere Entscheidungen treffen kann.

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