Das Lachen amüsierter Zuschauer erfüllte am Wochenende das Seeum. Die „Komödie im Dunkeln“ hatte nicht nur eine unglaublich kuriose Handlung, sondern auch unglaublich talentierte Schauspieler. Wie der Titel sagt, saßen sie eigentlich im Dunkeln, aber das Publikum konnte sie natürlich perfekt sehen, während Dietmar „Didi“ Müller (Michael Mautz), seine Verlobte Klara Wiggenhauser (Agnes Weber) und ihre mehr oder weniger erwünschten Besucher sich tastend zurecht fanden. Die neue Theatergruppe aus erfahrenen Darstellern und Bühnenneulingen stellten dies wunderbar dar – und mit vollem Körpereinsatz, wenn irgendwo eine Stolperfalle war oder der wackelige Schaukelstuhl halb brach.

Die Zuschauer, die passende Tischdekoration mit Lichttüten hatten, auf denen kleine Augen aufgeklebt waren, saßen sofort mitten im Geschehen. Dietmar und Klara waren gerade damit fertig geworden, die Möbel von Nachbarin Geraldine Breitenbach (Gerlinde Hirsch) in der eigenen Wohnung zu drapieren, da sie hohen Besuch erwarteten – Kunstkenner Georgy Godunow (Ileana Förster), der sich Dietmars Werke anschauen sollte, und den Vater von Klara, der seinen Segen zur Verlobung geben sollte. Maximal eine Stunde sollten die wertvollen Antiquitäten der verreisten Dame bei den beiden stehen, um einen guten Eindruck zu machen – doch natürlich kam alles anders als geplant.
Didi verstrickt sich in Probleme
Plötzlich war der Strom weg. Und keine Kerzen, keine Taschenlampen – nichts war aufzufinden. Nur das Wählscheibentelefon funktionierte – Handys gibt es noch lange nicht. Als ob das nicht schon gereicht hätte, stand erst die verängstigte Nachbarin Wilhelmine Hagedorf (Claudia Mbianda) im Zimmer, dann der mit Feuerzeug ausgestattete Vater, Kapitänlieutenant Wiggenhauser (Erika Zahn), und schließlich Geraldine, die früher zurückgekehrt war.

Licht und Dunkel waren umgekehrt. Wenn die Szene auf der Bühne im Stockdunkeln spielte, waren die Scheinwerfer hell erleuchtet. Machte jemand dort ein Feuerzeug oder eine Taschenlampe an, wurde das Licht ein wenig gedimmt. Diese Momente waren jedoch selten, da Dietmar panisch versuchte, die ausgeliehenen Möbel nicht vor den Nachbarinnen sichtbar werden zu lassen – und das obwohl diese sogar auf dem Sofa saßen. Wilhelmine, die eigentlich nur Apfelsaft trinken wollte, bekam versehentlich Alkohol und fand so gefallen daran, dass sie nicht nur das Glas leerte, sondern sich immer wieder mehr besorgte und zunehmend beschwipster in das Sofa sankt oder herumtorkelte.
Viele lokale Anspielungen im Stück
Das Stück stammt von dem britischen Autor Peter Shaffner, doch die Theatertruppe hatte jede Menge amüsanten Lokalkolorit eingebaut und spielte auf Personen, Gasthäuser und bekannte Getränke an. So landeten in den Gläsern der Apfelschnaps Cöxle aus dem Hofladen Koch und der Kapellenwasser-Schnaps sowie der Sorgenbrecher-Gin aus dem Hofladen Grundler. Und das junge paar Versuche verzweifelt, der Firma Zappe am Telefon klarzumachen, wie dringend es wäre, dass jemand den Stromausfall im Haus behebt.



Der mit Akzent sprechende Angestellte erschien, als das Chaos in der Wohnung in vollem Gange war. Didis Freundin Linda (Karin Weber), von der die Verlobte nichts wusste, war plötzlich da und er versuchte, dies zu vertuschen. Klaras Vater wunderte sich, was in der Dunkelheit so alles los war und verlangte schließlich, dass er sich wegen „EG“ erklärt: Er sprach gerne in Abkürzungen und EG steht für „erschöpfte Geduld“.
Voll-Chaos, Kampf und ein lustiges Ende
Während Linda ihre untreuen Freund so richtig ins Schwitzen brachte, war Elektriker Schupanski zugange, nachdem ihn alle aufgrund seines Akzents und unerwarteten Kunstwissens im Dunkeln mit dem erwarteten Kunstexperten verwechselt hatte. Am Ende gab es nach einer Art Kampf wieder Licht, doch Klara erfuhr von der Untreue ihren Verlobten, Gerlinde war von Didis Möbelaktion enttäuscht und Georgy Godunow tauchte tatsächlich auf. Das Ende war daher nicht für alle glücklich, aber für das Publikum unglaublich lustig. Und da mit dem Strom auch der Plattenspieler wieder funktionierte, war plötzlich Musik da und die Handlung mündete in eine einstudierte Choreografie, die noch mehr Stimmung im Saal machte.

Der tosende Applaus blieb nicht der einzige Lohn für die Schauspieler, da Vertreterinnen des TSV-Bodman ihnen Blumen überreichten. Die Theatergruppe entstand aus einer früheren Tradition des TSV. So hatten Schauspielerin Karin Weber und Regisseurin Ileana Förster bereits zu Beginn des Abends erzählt, dass es früher mal regelmäßig Theateraufführungen gegeben hatte, aber die letzte circa 2010 gewesen sei, als das alte Rathaus und die Obsthalle noch an der Stelle des Seeums gestanden hätten.
Bühnentalente und große Erfolge
Mit zwei grandiosen Theaterabenden, von denen der erste komplett ausverkauft gewesen war, gab es nun einen erfolgreichen Neustart – und hoffentlich viele weitere Inszenierungen. Die Schauspieler waren super und Ileana Förster führte nicht nur die Regie, sondern kam als G auch noch auf die Bühne und sprang für den erkrankten Jo Hölzle ein. Claudia Mbianda war in der Doppelrolle von Nachbarin Wilhelmine und Elektriker Schupanski großartig und Erika Zahn sowie Michael Mautz zeigten sogar vollen Körpereinsatz: Sie fiel als Kapitänlieutenant zwei Mal mit dem Schaukelstuhl zu Boden und er schleppte zahlreiche Möbel und Gegenstände herum.

Denen, die neu auf der Bühne waren, merkte man es nicht an – alle wirkten wie eine eingespielte Truppe und hatten bei Bedarf tolle Unterstützung von Souffleuse Annegret Kell-Eichhorn, die in einem kleinen Souffleusenhäuschen vor der Bühne saß, dass die Gruppe aus Espasingen ausgeliehen hatte. Katrin Weber, die viele Minuten auf der Bühne war, ehe sie das erste Wort sprach, begeisterte mit ihrer Mimik.
Mitglieder des TSV waren fleißig im Saal unterwegs und versorgten vor und nach dem Stück sowie in der Pause die Zuschauer mit Getränken und leckeren belegten Seelen. Das machte die Abende richtig gemütlich und man wollte am Ende kaum gehen. Die Aufführungen waren große Erfolge.

































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